Doha Sex-Verbot und keine Partys: Die strengen Regeln für Fußballfans in Katar
Die Fußball-WM 2022 in Katar ist nicht nur wegen ihres Zeitpunktes im Winter einzigartig. Im Wüstenstaat müssen sich Fans auf strenge Regeln einstellen und bei Missachtung drohen harte Strafen und sogar Gefängnis.
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist schon vor Beginn im November (21. November bis 18. Dezember) wohl die umstrittenste der Geschichte. Vor allem die Fans, die nach Katar reisen wollen, müssen sich vor Ort auf strenge Regeln einstellen. Trotz aller Skepsis kündigte Fifa-Boss Gianni Infantino vollmundig dennoch die „beste WM aller Zeiten“ an.
Diskussionen über die Sinnhaftigkeit einer Fußball-Weltmeisterschaft, kurz vor Weihnachten, wenn in Deutschland der Glühwein gebrüht wird, spielten erstmal keine Rolle für die Fans. In einem Land, in dem Homosexualität gesetzlich verboten und mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden kann. Besonders das Thema Sexualität ist im streng muslimischen Land ein heikles Thema. In Katar ist außerehelicher Geschlechtsverkehr verboten. Das gilt selbstverständlich auch für die Touristen und vielen Fußballfans vor Ort. Nur Sex mit dem Ehepartner ist erlaubt. Sollten Menschen bei außerehelichem Sex – zum Beispiel einem One-Night-Stand – erwischt werden, drohen Gefängnisstrafen bis zu sieben Jahren.
In Katar ist zudem auch Homosexualität gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft. Amnesty International hatte zuletzt geurteilt, dass Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTQI+) in Katar „sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert“ würden.
Eine im Mai veröffentlichte gemeinsame Recherche skandinavischer Sender hatte ergeben, dass es in Katar für Schwule und andere Menschen der LGBTQI+-Gemeinschaft schwierig werden kann, ein Hotelzimmer zu mieten. Die Journalisten hatten sich als schwules Paar ausgegeben und bei 69 offiziellen WM-Hotels ein Zimmer angefragt. Drei Hotels lehnten die Anfrage direkt ab. 20 weitere Hotels wollten demnach nicht, dass die Gäste offen ihr Schwulsein zeigen. In der Vergangenheit habe es Vorfälle gegeben, bei denen die Polizei homosexuelle Katarer aus Hotels geholt habe, hieß es von einem Hotel.
Der arabischen Golf-Staat will nach den Worten seines Emirs Tamim bin Hamad Al Thani aber alle Gäste willkommen heißen – unabhängig ihrer sexuellen Orientierung. „Wir hindern niemanden daran, nach Doha zu kommen“, sagte er im Mai bei einem Besuch in Berlin. „Aber wir erwarten und wollen, dass die Menschen unsere Kultur respektieren.“
Besonders hart wird in Katar auch der Umgang mit Drogen bestraft. Wird man beim Drogen-Schmuggel erwischt, drohen sogar bis zu 20 Jahre Haft. Für Wiederholungstäter kann es eine lebenslange Haftstrafe geben oder sogar die Todesstrafe drohen.
Feuchtfröhliche Fußballabende sind Katar fremd – Gastfreundschaft aber nicht, betonen die Organisatoren. Deswegen soll Bier auch zugänglich gemacht werden, so der Plan. Zu moderateren Preisen als sonst und nur an bestimmten Orten. „Trunkenheit und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit sind verboten, ebenso wie die Einfuhr von Alkohol nach Katar“, heißt es auf der Internetseite des deutschen Auswärtigen Amt.
„Der Brauch, nach den Spielen zu trinken und Party zu machen, der eigentlich zur Norm gehört bei solchen Veranstaltungen, ist hier strikt verboten. Im Prinzip wird es generell keinerlei Partys geben. Jeder muss einen klaren Kopf behalten, wenn man nicht riskieren will, im Gefängnis zu landen“, so eine anonyme Polizeiquelle, berichtet „t-online“.
An einer Lösung ist auch einer der Hauptsponsoren der Weltverbandes FIFA interessiert – die als größte Brauereigruppe geltende Anheuser-Busch InBev. Gearbeitet wird wohl an einem Plan, niedrigprozentigeren Gerstensaft in den Stadien anzubieten.
mit dpa-Material