Westerland Punker-Hotspot: Sylt geht mit Betonklotz gegen Wildpinkler vor
Ein massiver Betonklotz auf dem Areal an der Wilhelmine in Westerland soll die dort trinkenden Punks vom Wildpinkeln abhalten. Ob es was bringt?
Seit dem Bundesstart des 9-Euro-Tickets ist das Areal um den Wilhelminen-Brunnen in Westerland zum Treffpunkt der Punker-Szene auf Sylt geworden. Je nach Wetter und Wochentag halten sich dort zwischen 20 und bis zu 150 Punker auf. Sie hören laute Musik, pöbeln, trinken Bier – und „pissen alles voll“, wie sich angrenzende Ladenbetreiber unlängst gegenüber unserer Redaktion äußerten. Um etwas gegen die Wildpinkler zu unternehmen, ist die Gemeinde nun aktiv geworden.
Am Mittwoch wurde an der Wilhelmine zwischen dem Restaurant „Cropino“ und dem „Crepes Deluxe“ ein massiver Betonklotz aufgestellt. „Die Abgrenzung des Privatweges erfolgt durch die Gemeinde, um das Eigentum zu schützen und weitere Verunreinigung zu vermeiden“, teilte Bürgermeister Häckel auf Anfrage unserer Redaktion dazu mit. „Die Maßnahme ist eine von vielen Anregungen, die auch im Hauptausschuss diskutiert wurde.“
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Das Wundermittel gegen die Wildpinkler scheint der Betonklotz nicht zu sein. Ein schmaler Durchlass an den Rändern ermöglicht es den Punkern und anderen Wildpinklern, trotzdem an dem Hindernis vorbei zu schlüpfen. So tat es am Mittwoch auch eine junge Punkerin demonstrativ, nachdem sie eine Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion verweigert und stattdessen um Geld gebettelt hatte.
„Man kann, wenn man will, da einfach dran vorbeigehen, was auch einige tun, aber es ist gut, dass die Gemeinde jetzt endlich mal was unternimmt und ein Zeichen setzt“, so einer der Mitarbeiter im Crepe-Laden. Die Restaurantbesitzer Mickey und Robin Schreiber, die ihren Croque-Laden „Cropino“ ebenfalls an der Wilhelmine haben, teilten unserer Redaktion bereits vor einer Woche mit, sich nicht mehr öffentlich äußern zu wollen. Aus Angst mit ihrer Meinung die Punks vor ihrem Croque-Laden anzustacheln.
Zum Thema Punks auf Sylt und den damit einhergehenden Beeinträchtigungen ist für Donnerstag ein Runder Tisch vorgesehen. Bei dem informativen Austausch wollen die Ordnungsbehörden mit Vertretern der Sylter Unternehmer und der Sylt Marketing GmbH (SMG) beratschlagen, wie in der Angelegenheit künftig verfahren werden soll. Was bereits jetzt gilt: „Die Reinigung rund um die Wilhelmine wurde verstärkt“, so Bürgermeister Häckel. Die sonstige Straßenreinigung erfolge unverändert.