Hannover  9-Euro-Ticket: Wie die Chancen für die IC-Nutzung nach Norddeich stehen

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 22.06.2022 15:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Momentan gilt das 9-Euro-Ticket nicht für die Fahrt auf der IC-Teilstrecke zwischen Bremen und Norddeich-Mole. Foto: Sina Schuldt/dpa
Momentan gilt das 9-Euro-Ticket nicht für die Fahrt auf der IC-Teilstrecke zwischen Bremen und Norddeich-Mole. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Mit dem 9-Euro-Ticket per IC an die Küste oder von Norddeich auf eine Ostfriesische Insel? Das geht momentan nicht. Kommt noch Bewegung in die Sache? Wir haben beim Land und bei der Bahn nachgefragt.

Die SPD im Landtag von Niedersachsen macht Druck: Sie sieht das eigene Verkehrsministerium in der Pflicht, beim Streit mit der Deutschen Bahn (DB) über die Nutzung des 9-Euro-Tickets auf der Intercity-Teilstrecke zwischen Bremen und Norddeich-Mole und damit an die Küste beziehungsweise zu den Ostfriesischen Inseln Juist und Norderney nicht locker zu lassen. „Was ist das Land bereit, zu zahlen und wo liegt die Schmerzgrenze bei der Deutschen Bahn?“, fragt die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder und findet: „Da muss das Verkehrsministerium nochmal tätig werden und mit der Bahn nachverhandeln.“ Schließlich gelte das 9-Euro-Ticket nur noch bis einschließlich August und handele es sich um eine preiswerte Möglichkeit, „in diesem Sommer für kleines Geld an die Nordsee beziehungsweise auf eine Insel zu gelangen.“

Zum Hintergrund: Auf dem Abschnitt zwischen Bremen und Norddeich-Mole werden im IC normalerweise auch Nahverkehrstickets akzeptiert. Dafür zahlen Bremen und Niedersachsen einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Damit auch das 9-Euro-Ticket dort gilt, verlangt die Bahn laut Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann allerdings 5,24 Millionen Euro zusätzlich. „Ich finde es wirklich kindisch. Das ist kleinteilig, mit uns darüber zu verhandeln, ob das Land jetzt noch mal 5,24 Millionen Euro auf den Tisch legt“, kritisierte der CDU-Politiker Anfang Juni und kündigte gleichzeitig weitere Gespräche mit der Bahn an.

Bewegung indes scheint noch nicht so richtig in die Sache gekommen zu sein. Aus dem Wirtschaftsministerium in Hannover hieß es am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wir haben Gespräche mit der Deutschen Bahn geführt und Minister Althusmann hat sich persönlich mit zwei Schreiben an den Bundesverkehrsminister sowie an den Bahn-Vorstand gewandt und die Anerkennung aller 9-Euro-Tickets im IC auf dem Streckenabschnitt gefordert.“ Die Antworten aber stünden weiterhin aus. Gleichwohl sei die Landesregierung weiterhin bereit, Gespräche mit der DB Fernverkehr zu führen. Erforderlich sei jedoch ein Entgegenkommen der Bahn. Niedersachsen wünscht sich zudem „mehr Unterstützung vom Bund“, der das 9-Euro-Angebot schließlich initiiert und gegenüber den Ländern eine Kostenübernahme zugesagt habe.

Auf die Frage, ob das Land zu einer Beteiligung an den Kosten bereit sei, hieß es aus dem Ministerium: „Unsere Kompromissbereitschaft ist vorhanden, allerdings sehr eingeschränkt.“ Das Land sei „in einem gewissen Rahmen“ zu einer Kostenübernahme bereit, das hänge aber vom Angebot der Bahn ab und werde „auf keinen Fall“ auf eine Teilung der Kosten hinauslaufen.

Die Bahn erklärte am Mittwoch auf Nachfrage, dass sie ebenfalls weiterhin zu Gesprächen bereit sei. Zugleich verwies eine Sprecherin darauf, dass „einheimische“ Reisende mit Tickets aus dem Tarif des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen, des Niedersachsentarifs, mit dem Quer-durchs-Land-Ticket sowie mit dem landesweiten Semesterticket Bremen/Niedersachsen die Intercitys zwischen Bremen und Norddeich „nach den bestehenden Regelungen weiterhin nutzen“ können. Zudem gibt es auch einen Regionalexpress nach Norddeich, für den das 9-Euro-Ticket selbstverständlich gilt.

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