Von Utlandshörn in die UEK  Heimbewohner müssen erneut umziehen

| | 20.06.2022 18:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eine Station der UEK Norden soll das neue Übergangszuhause für die Beschäftigten der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH werden. Foto: Romuald Banik
Eine Station der UEK Norden soll das neue Übergangszuhause für die Beschäftigten der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH werden. Foto: Romuald Banik
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Bisher waren die Beschäftigten der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH für den Übergang in Utlandshörn untergebracht. Nun braucht der Kreis die Räume für ukrainische Flüchtlinge.

Norden - Schon wieder müssen die Beschäftigten der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (OBW) umziehen. Wie der Landkreis Aurich und die OBW den ON bestätigten, müssen die derzeit 18 Bewohner ihr Übergangszuhause in Utlandshörn verlassen, weil der Landkreis die Räume für Flüchtlinge aus der Ukraine benötigt.

Erst im Juli 2021 mussten die Bewohner ihr Wohnheim für Menschen mit Behinderungen in Bedekaspel räumen, nachdem die Decke eines Gemeinschaftsraumes eingestürzt war (wir berichteten).

Bewohner ziehen in die UEK-Norden

Jetzt also der erneute Umzug. Die Bewohner sollen bis zum Ende des kommenden Jahres auf der ehemaligen Station zwölf der UEK Norden unterkommen, teilte OBW-Geschäftsführer Jörn Malanowski den ON mit. Dafür werde die Station mit einer Trennwand vom Rest der Klinik abgetrennt. So haben die Bewohner einen eigenen Eingang mit Fahrstuhl, so Malanowski.

Er selbst ist froh über diese Lösung, auch wenn er sich gewünscht hätte, noch weiter in Utlandshörn bleiben zu können. „Ohne die Räume in der UEK hätten wir die Bewohner voneinander trennen müssen und das wäre schlimm gewesen“, sagte er. Malanowski betonte die große Hilfe des Landkreises – sowohl bei der Raumsuche nach dem Deckeneinsturz als auch jetzt.

Familien kritisieren Pläne

Kritik an den Plänen gibt es von Familien von Bewohnern, die in der Zeitung nicht genannt werden möchten. Sie ärgerten sich im Gespräch mit den ON über die kurzfristige Entscheidung und die mangelnde Kommunikation. Erst vor wenigen Tagen seien sie über den Umzug informiert worden. Auch das Personal wisse erst seit zwei Wochen von der Entscheidung.

Ab Mittwoch beginnt der Umzug von ihrem Übergangszuhause in Utlandshörn in die Räume UEK-Norden. Eine Situation, die sich keiner gewünscht hat, sagte OBW-Geschäftsführer Jörn Malanowski den ON. Es sei aber allen von Anfang an klar gewesen, dass die Räume in Utlandshörn einmal für Flüchtlinge benötigt werden könnten. Und Jörn Malanowski sieht im Umzug in die Norder Klinik auch eine Chance für die Bewohner.

Nähe zur Stadt gibt neue Möglichkeiten

Die Nähe zur Norder Innenstadt gebe den Bewohnern ganz neue Möglichkeiten. Gemeinsames Einkaufen oder mal ein Eis essen gehen, sei dann problemlos möglich, so Malanowski. Nicht ohne Grund sei es ein Ziel der Inklusion, Bewohner möglichst gemeindenah unterzubringen, so dass eine Teilhabe am öffentlichen Leben möglich ist. Das sei im weit abgelegenen Utlandshörn nicht ohne Weiteres möglich gewesen.

Trotzdem wären die Bewohner und auch das Personal lieber in Utlandshörn geblieben, hieß es in Gesprächen mit den ON. Das bestätigte auch Malanowski. „Die Bewohner haben sich gerade erst eingelebt“, sagte er. Trotzdem sei das Verständnis für Menschen in Not, die keine Alternative hätten, auch bei den Bewohnern groß. Erst vor zwei Wochen hätten die Mitarbeiter vor Ort vom erneuten Umzug erfahren.

Es wird nicht der letzte Umzug sein

Diesen Termin bestätigte auch Jörn Malanowski. Bereits seit März sei die OBW grundsätzlich darüber informiert worden, dass eine solche Situation eintreten könnte. Anfang Juni habe der Kreis dann konkret mitgeteilt, dass die Räume nun für Flüchtlinge benötigt würden, so Malanowski. Vergangenen Mittwoch seien die Räume in der UEK besichtigt worden, schon in dieser Woche steht der Umzug an. Für die OBW sei die UEK ein Glücksfall. Es sei nicht leicht, für 18 Menschen eine barrierefreie Unterbringung zu finden. Dann hätten die Bewohner, die zum Teil schon 25 Jahre zusammenleben, getrennt werden müssen, sagte Malanowski. Er ist zuversichtlich, dass nach dem Umzug, wenn etwas Ruhe eingekehrt ist, auch die UEK ein Zuhause sein kann.

Schon jetzt steht fest: Es wird nicht der letzte Umzug sein. Wie berichtet, ist ein Erweiterungsbau am Sitz der OBW an der Emder Herderstraße geplant. Spätestens Ende 2023 soll das Gebäude fertiggestellt sein, sagte der Geschäftsführer. Dann werden die Bewohner aus Norden hoffentlich ein letztes Mal umziehen – vom Übergangszuhause in die neue Heimat.

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