Neun Euro für alle Züge Nordens Bürgermeister drängt auf Anpassung von Sonderticket
Nordens Bürgermeister will mithilfe der Landespolitik das Neun-Euro-Ticket anpassen lassen. Wie ist aber eigentlich der aktuelle Verhandlungsstand dazu?
Norden - Obwohl Touristiker in Ostfriesland auch mit klimafreundlichem Urlaub werben und Norden und Norddeich ans Zugnetz angeschlossen sind, gibt es weiterhin Einschränkungen. Das ärgert Nordens Bürgermeister Florian Eiben (SPD), zumal die Züge ohnehin schon voll sind und auch noch die Sommersaison ansteht. Darum hat er jetzt den Besuch seiner Parteigenossen Olaf Lies (Niedersachsens Bauminister) und Matthias Arends (Landtagsabgeordneter) auf dem Norder Doornkaat-Gelände genutzt, um sich für eine Anpassung des Neun-Euro-Tickets einzusetzen.
Was und warum
Darum geht es: Es wird weiter gefordert, dass man das Neun-Euro-Ticket flexibler auf dem Weg Richtung Norddeich benutzen kann.
Vor allem interessant für: Bahnreisende
Deshalb berichten wir: Florian Eiben hatte das Thema kürzlich am Rande eines Pressegesprächs in Norden angeschnitten. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Dieses wird derzeit nämlich nicht in den allen Regionalbahnen zwischen Bremen und Norddeich anerkannt. Nutzen kann man es im Gegensatz zu anderen Nahverkehrstickets nur für Verbindungen, die nicht gleichzeitig auch eine IC-Zugkennung haben. Die einzige Ausnahme: Man ist DB-Bestandskunde und hatte sich schon vor dem Juni ein reguläres Monatsticket für diese Linie gekauft. Diesen Personen werde der Ticketpreis anteilig erstattet und sie können trotzdem auf der Linie im IC fahren, teilte kürzlich das niedersächsische Verkehrsministeriums auf Nachfrage mit.
„Preisvorstellungen sind heftig“
„Vielleicht könnt ihr das Problem ja noch einmal in Hannover ansprechen“, bat Eiben die beiden Landespolitiker um Unterstützung. Dabei hatte er auch Lies‘ Kabinettskollegen Dr. Bernd Althusmann (CDU) im Blick, der sich für Nachverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) einsetzen könnte. Immerhin ist der Umweltminister selbst nicht zuständig. Die Preisvorstellungen der Bahn, die für Ausweitung des Neun-Euro-Tickets insgesamt mehr als fünf Millionen Euro haben möchte, bezeichnete Lies dennoch als „heftig“. Dass das Unternehmen einen Ausgleich haben will, sei verständlich, aber eine Million Euro hätte es seiner Meinung nach vielleicht auch schon getan.
Während die Verhandlungen nach wie vor feststecken, läuft die Zeit davon. Immerhin ist das Projekt Neun-Euro-Ticket auf drei Monate beschränkt und der erste davon ist schon zur Hälfte rum. Lies sprach von der Notwendigkeit, noch einmal Druck zu machen.
Verkehrsminister wartet noch auf Antwort
Auf Nachfrage bestätigt jetzt das niedersächsische Verkehrsministerium, dass es noch keinen neuen Sachstand gibt. „Damit Neun-Euro-Ticket-Kunden in den drei Monaten den IC Norddeich-Bremen nutzen dürfen, hat die DB Fernverkehr 5,24 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen gefordert“, erklärt dessen Sprecher Christoph Ricking. Dabei bekomme das Unternehmen bereits jedes Jahr 2,9 Millionen Euro von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), damit es auf dem besagten Streckenabschnitt auch reguläre Nahverkehrsfahrscheine in den ICs anerkenne. Die nun geforderten 5,24 Millionen Euro seien „aus unserer Sicht nicht nachvollvollziehbar und völlig überhöht, zumal die DB Fernverkehr keine erkennbaren Mehrkosten hat.“
Eine Einigung gebe es daher derzeit zwar nicht. Althusmann habe aber persönlich Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing (FDP) und Dr. Richard Lutz (Vorstandsvorsitzender der DB AG) geschrieben und die Anerkennung des Neun-Euro-Tickets im IC gefordert. „Die Antworten stehen noch aus. Die Landesregierung ist weiterhin bereit, Gespräche mit der DB Fernverkehr zu führen. Erforderlich ist jedoch ein Entgegenkommen der DB Fernverkehr“, so Ricking weiter. „Das Land Niedersachsen würde sich hierbei mehr Unterstützung des Bundes wünschen, der das Neun-Euro-Angebot initiiert und gegenüber den Ländern eine Kostenübernahme zugesagt hat.“
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