Westerland Partei „Die Rechte“ plant große Demo auf Sylt
Für den 30. Juli wurde auf Sylt eine Neonazi-Demo am Bahnhof in Westerland angemeldet. Nun dringen weitere Details zur Veranstaltung an die Öffentlichkeit.
Sylt steht ein heißer Sommer bevor. Wenn auch nicht unbedingt aus meteorologischer Sicht. Vielmehr droht Ende Juli ein politisch-soziales Donnerwetter auf der Insel. Ausgerechnet am Bahnhof in Westerland auf Sylt und damit in unmittelbarer Nähe der Gruppen von linken Punks wollen am 30. Juli Neonazis der Partei „Die Rechte“ eine Demonstration abhalten. Inzwischen werden immer mehr Details zu der Nazi-Demo bekannt.
So handelt es sich bei dem Anmelder der Demo auf Sylt um den mehrfach einschlägig verurteilten Neonazi und Bundesvorsitzenden der Partei „Die Rechte“ Christian Worch. Das Einschreiben für die Demo-Anmeldung beim Kreis Nordfriesland liegt unserer Redaktion vor und datiert vom 4. Juni. Die Absendung erfolgte drei Tage später.
Als Dauer der Demo am Sonnabend, 30. Juli, wird der Zeitraum von 14 bis circa 17 Uhr genannt. Ausgangsort der Veranstaltung ist der Parkplatz des Bahnhofs Westerland. Dort soll auch die Auftaktkundgebung stattfinden. Das Thema der Demo: „Dauerhafte Beibehaltung des 9-Euro-Tickets - Sylt für alle.“
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Neben der Auftaktkundgebung am Bahnhofs-Parkplatz soll zudem eine Wegstrecke abgeschritten werden. Ob diese genau so abgeschritten werden darf und wird, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Nach dem Wunsch des Veranstalters soll die Strecke vom Bahnhof Westerland über den Kirchenweg, die Wilhelmstraße und Friedrichstraße, die Andreas-Dirks-Straße bis zur Strandstraße, dann weiter in Richtung Bahnweg und über den Kirchenweg bis zum Ausgangsort am Bahnhof abgelaufen werden, wo eine Abschlusskundgebung geplant ist und die Versammlung schließlich aufgelöst werden soll.
„Ich rechne mit 50 bis 100 Teilnehmern der Demonstration. Ich gehe davon aus, dass ich die Zahl der Teilnehmer halbwegs richtig eingeschätzt habe. Genau sagen kann man das natürlich noch nicht. Da der Demonstrationsaufruf erst seit wenigen Tagen verbreitet wird, liegen bisher auch noch sehr wenige Rückmeldungen von teilnahmewilligen Personen oder Parteiverbänden vor“, sagt Christian Worch gegenüber unserer Redaktion. Dass es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit den Punks kommen wird, hält er für unwahrscheinlich. „Ich denke, die Punks auf der Insel sind da, um Spaß zu haben und nicht, um sich politisch zu manifestieren. Auch in unseren Reihen rechne ich nicht mit einer Vielzahl von Krawallmachern. Es kann höchstens sein, dass der eine oder andere zu einer Gegenreaktion neigt, wenn er mit Eiern oder ähnlichem beschmissen wird.“
Worch plant mit einem Ordner je 25 Teilnehmer. Pikant: Diese sollen weiße Armbinden mit dem Aufdruck Ordner tragen. Zu den Fahnen, die bei der Demo verwendet werden sollen, gehört auch die Reichsfahne (in den Farben schwarz-weiß-rot) sowie die kaiserliche Reichskriegsflagge. Zudem werden die Nazis mit Transparenten, Trageschildern, weiteren Fahnen sowie einer mobilen Lautsprecheranlage und einem Bollerwagen ausgerüstet sein.
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Die Idee für die Nazi-Demo auf Sylt geht nach Auskünften von Worch auf den Braunschweiger Johannes Welde zurück. Dieser soll auch einer der Redner auf der Insel sein. Ob Worch selbst eine Rede hält, ist noch unklar. Der 66-jährige in Hamburg-Hamm aufgewachsene Worch ist einer der führenden Kader innerhalb der deutschen Neonazi-Szene. In der Vergangenheit wurde er mehrfach verurteilt. Unter anderem wegen Volksverhetzung und der Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda. Bereits in den 70er-Jahren wurde er als Holocaustleugner bekannt. Von 2012 bis 2017 und erneut seit 2021 ist Christian Worch Bundesvorsitzender der rechtsextremen Kleinstpartei „Die Rechte“.