Vorschlag von Baumschützern  Paten für Goldulme gesucht

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 16.06.2022 19:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Geht es nach den Plänen der Auricher Stadtverwaltung, muss die Goldulme im Carolinengang weichen. Foto: Romuald Banik
Geht es nach den Plänen der Auricher Stadtverwaltung, muss die Goldulme im Carolinengang weichen. Foto: Romuald Banik
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Im Auricher Carolinengang soll eine Goldulme gefällt werden. Die Auricher Baumschutzinitiative will das auf eigene Art verhindern.

Es ist unklar, wie groß die Chancen der Goldulme im Carolinengang sind. Laut einer Vorlage der Stadt Aurich hat ein Gutachter empfohlen, den Baum zu entnehmen. Ein genauer Grund wird nicht genannt. Das kritisiert die Bürgerinitiative Baumschutz Aurich (Biba). Cornelia Beukenberg ist Mitglied im Biba-Sprecherrat. Im ON-Gespräch vermutet sie, dass der Baum einfach der geplanten Sanierung des Carolinenganges im Wege stehe. „Acht- und sorglos werden diese lange gewachsenen Lebewesen entsorgt.“

Es habe früher mindestens zwei weitere Goldulmen im Carolinengang gegeben, so Beukenberg. Diese seien gefallen, als die Stadt Aurich nach dem Rechtsstreit mit der damaligen Besitzerin des „Kattul“ die Fußgängerzone weiter verschwenken musste.

„Wenigstens Rettungsversuch unternehmen“

Beukenberg ärgert sich vor allem darüber, dass noch nicht einmal der Versuch unternommen wird, die Goldulme zu erhalten. Es wäre ihrer Ansicht nach durchaus möglich, um den Baum herum die neue Pflasterung anzulegen. „Dabei müsste natürlich die Baumscheibe geschützt werden“, so Beukenberg. Das bedeutet, dass keine Baufahrzeuge darüber fahren und kein Container im Kronenbereich abgestellt werden dürfte. Das wurde beim Neubau des „Hirsch“ auch gemacht. Die Goldulme trägt nach wie vor einen „Gürtel“ aus Brettern, um den Baum zu schützen.

Einen gewissen Schutz von stadtbildprägenden Bäumen erhofft die Biba sich durch die Baumpatenschaften, die die Initiative ins Leben gerufen hat. Dabei übernehmen Einwohner Verantwortung für einen Baum ihrer Wahl. Sie achten zum Beispiel darauf, dass die Baumscheibe nicht zugestellt wird. Am Baum wird eine Plakette mit dem Namen des Paten angebracht.

Baumschutzsatzung greift wohl nicht

Cornelia Beukenberg fürchtet, dass nicht viel mehr möglich ist, um den Baum zu retten. Denn ihrer Ansicht nach fällt die Goldulme nicht unter die Baumschutzsatzung der Stadt Aurich.

Diese besagt, dass alle Bäume mit einem Stammumfang von 80 Zentimetern und mehr geschützt sind. Gemessen wird in einer Höhe von 100 Zentimetern über dem Erdboden. Bei der Goldulme ist es schon wegen der noch vorhandenen Verschalung schwer, zu sagen, ob diese Größenangabe von dem Baum im Carolinengang schon erreicht wird.

Der Carolinengang, der durch die Bauarbeiten zwischen Burgstraße und Georgswall arg gelitten hat, soll für rund 700.000 Euro saniert werden. Die gesamte Lohne wird mit rotem Klinker gepflastert. In der Mitte wird es, wie künftig auch in der Fußgängerzone, eine Entwässerungsrinne geben. Deren Abdeckung enthält taktile Elemente als Blindenleitsystem.

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