Pastor verlässt Osteel Seelsorger auf neuen Pfaden
Pastor Carsten Greite verlässt zum 1. August die Kirchengemeinde Osteel. Seine künftigen Aufgaben stehen schon fest.
Osteel - Erneut wird eine Pastorenstelle im Brookmerland frei: Pastor Carsten Greite verlässt zum 1. August die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Osteel. Das bestätigte der 56-Jährige, der dort seit 2017 als Seelsorger tätig war, auf Anfrage. Er und seine Familie seien gerne in Osteel gewesen. Nun aber reize ihn die neue berufliche Herausforderung und der damit verbundene private Vorteil, sagte Greite.
Wie der Superintendent des Kirchenkreises Norden, Dr. Helmut Kirschstein, auf Anfrage mitteilte, werde Greite künftig in Leybucht und Norden tätig sein. Die Kirchengemeinde Leybucht, die seit 2013 pfarramtlich mit Osteel verbunden ist, hat Greite bisher auch bereits betreut. In Norden wird er in der Gnadenkirche Tidofeld, einer Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland, tätig sein.
Künftig in Leybucht und Norden
„Es war ein Angebot, das man nicht ablehnen kann“, sagt Greite. Das Thema Flucht und Vertreibung interessiere ihn. Auch, weil es eng mit der Geschichte seiner Familie verbunden sei. Seine Vorfahren mütterlicherseits stammten aus Ostpreußen. Darüber hinaus bringe der berufliche Wechsel mehrere Vorteile mit sich, erklärte der Theologe. Neben einem geregelteren Arbeitsalltag freue er sich vor allem auf den Umzug nach Ochtelbur. Dort wird Greite gemeinsam mit seiner Familie künftig im eigenen Heim wohnen und die 88-jährige Schwiegermutter, die dort ebenfalls im Haus lebt, betreuen können.
Greite hatte 2017 die Nachfolge von Pastorin Annette Lehmann angetreten. Osteel war für den gebürtigen Bremervörder eine weitere Station in seinem Berufsleben, das im Mai 1995 in Esens mit seiner Ordination begann. Ein Jahr später wechselte er nach Riepe, wo er neun Jahre lang als Pastor arbeitete. 2005 wurde Greite Militärpfarrer im evangelischen Militärpfarramt Nienburg und war zuständig für die Clausewitz-Kaserne Nienburg, die Wilhelmstein-Kaserne in Neustadt am Rübenberge und den Fliegerhorst Diepholz. Ein Jahr lang begleitete Greite Bundeswehrsoldaten bei ihren Einsätzen im Kosovo. Eine Verlängerung seiner vertraglich auf zwölf Jahre begrenzten Zeit als Militärseelsorger war für den Theologen kein Thema. „Ich muss zurück in den Gemeindedienst“, sagte Greite damals und bewarb sich auf die zweite Ausschreibung der Stelle in Osteel.
Details zur Nachfolge wird noch diskutiert
Auch seine Vorgängerin war dort nur fünf Jahre tätig gewesen. Da sich um ihre Stelle zunächst nur Interessenten aus anderen Landeskirchen gemeldet hatten, was problematisch war, hatten die Kirchenvorstände in Osteel und Leybucht entschieden, sich um einen Probepfarrer zu bewerben. Die Warteliste dafür aber war zu lang. Mit Greite kam die ersehnte Lösung.
Wie lange die Osteeler nun auf eine neue Pastorin oder einen neuen Pastoren werden warten müssen, steht noch in die Sternen. Laut Kirschstein gibt es verschiedene Überlegungen. Noch aber stehe nichts fest. Anders als zuletzt in Rechtsupweg, wo mit Andrea Janssen-Zimmermann, wie von Kirschstein erhofft, schnell eine Nachfolgerin für Pastor Norbert Masslich gefunden werden konnte, wage er im Fall von Osteel keine Prognose, so der Superintendent. „Die Verfügbarkeit von Pastoren in der Landeskirche nimmt leider weiter ab“, sagte er.