Sanierung des Carolinengangs Ein weiterer Baum soll in der Lohne gefällt werden
Der Auricher Carolinengang soll noch in diesem Jahr saniert werden. Dafür muss ein Baum an zentraler Stelle weichen.
Aurich - Arg ramponiert ist der Carolinengang zwischen Burgstraße und Georgswall. Der Abriss von „Arno‘s Hirsch“ samt Neubau, das Fällen der Blutbuche, der Neubau am Georgswall und der Streit um die Fläche am ehemaligen „Kattul“ – das alles hat der Verbindungslohne nicht gutgetan. Eine holprige Piste ist übrig geblieben, die nun saniert werden soll. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Stadtpolitik hervor. Dabei ist neuer Ärger programmiert. Denn die Goldulme, die mitten in der Lohne steht, soll für die Sanierung entfernt werden.
Gila Altmann, Fraktionschefin der Grünen im Stadtrat, fühlt sich bereits an die Blutbuche erinnert, die unweit der Goldulme stand. Diese musste gefällt werden, weil die Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Zuvor hatte die Bürgerinitiative Baumschutz Aurich (Biba) alles getan, um den Baum zu erhalten. Eine genaue Begründung, warum die Goldulme weichen muss, wird in der Beschlussvorlage nicht angegeben. Es wird lediglich mitgeteilt, dass ein Gutachter den Baum auf seine Erhaltungswürdigkeit untersucht habe. Das Gutachten schlage vor, den Baum zu fällen und einen adäquaten Ersatz zu pflanzen.
Grüne haben Fragen wegen der Goldulme
Eine Aussage, die die Grünen nicht einfach hinnehmen wollen. Gila Altmann kündigt im ON-Gespräch eine schriftliche Anfrage an die Verwaltung an. Darin wird gefragt, ob der Baum krank ist oder nur anderen Plänen im Wege steht. Des Weiteren wollen die Grünen wissen, in welcher Form die vor Jahren im Carolinengang gefällten Linden kompensiert worden sind. Altmann kritisiert, dass wegen der gesetzlichen Vorgaben zur Verkehrssicherung überhaupt kein Mut mehr vorhanden sei, Bäume stehen zu lassen, selbst wenn diese kleinere Mängel aufwiesen. Akuter Handlungsbedarf bestehe nicht, so Altmann. Denn bis zum 1. Oktober dürften ja keine Bäume gefällt werden.
Neben dem Ersatz für die Goldulme will die Verwaltung auch einen neuen markanten Baum für die Blutbuche pflanzen. Auf der Grünfläche werden dann um diesen neuen Baum herum Spielgeräte angeordnet. So soll ein zentraler, begrünter und zugleich familienfreundlicher Platz entstehen.
„Kattul“-Grundstück wird mit Hecke abgetrennt
Viel Ärger gab es um den Verlauf des Carolinenganges in Höhe des „Kattul“ in den vergangenen Jahrzehnten. Zunächst verlief die Lohne schnurgerade von der Burgstraße bis zum Georgswall, rechts am „Kattul“ vorbei. Wegen eines Streits mit der Stadt Aurich verschlossen die Grundstückseigentümer den Gang mit einem Tor. Daraufhin wurde der Carolinengang verschwenkt und über das zum „Kattul“ gehörende Grundstück gelegt. Unter Bürgermeisterin Sigrid Griesel wurde die Fläche öffentlich als Fußgängerzone gewidmet. Vor Gericht bekam die damalige Eigentümerin des „Kattul“ Recht – und versperrte den Durchgang. Die Lohne wurde noch weiter verschwenkt.
Und dabei wird es laut Plan auch bleiben, obwohl mittlerweile die Sperrung am „Kattul“ aufgehoben worden ist. Öffentliche Flächen sollen mit einer Hecke von den privaten Flächen abgegrenzt werden. Die gesamte Lohne wird mit rotem Klinker gepflastert. In der Mitte wird es, wie künftig auch in der Fußgängerzone, eine Entwässerungsrinne geben. Deren Abdeckung enthält taktile Elemente als Blindenleitsystem.
Insgesamt wird die Stadt Aurich in den Carolinengang knapp 700.000 Euro investieren. Bevor die Ausschreibungen erfolgen können, muss der Rat dem Vorhaben noch zustimmen. Das kann frühestens in der Sitzung am 7. Juli geschehen.