Lubmin  Nord Stream 1 wird gewartet: Was bedeutet das für unsere Gasversorgung?

Flora Hallmann
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Von Flora Hallmann
| 13.06.2022 16:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Pipeline Nord Stream 1 wird im Juli gewartet. Foto: dpa
Die Pipeline Nord Stream 1 wird im Juli gewartet. Foto: dpa
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Im Juli wird mehrere Tage lang kein russisches Gas nach Deutschland fließen. Welche Auswirkungen hat der vorübergehende Lieferstopp auf die Gasspeicher und die Preise?

Wegen planungsmäßiger Wartungsarbeiten wird durch die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 1 im Juli über mehrere Tage kein russisches Gas nach Deutschland fließen. Beide Leitungen des Doppelstrangs sollen vom 11. bis 21. Juli abgeschaltet werden, heißt es auf der Internetseite des Betreibers. Entsprechende vorübergehende Stilllegungen gab es schon in den Vorjahren.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, schrieb am Montag bei Twitter, dass es in dem Wartungszeitraum keine Einspeicherung von Gas geben werde. Deutschland und seine europäischen Nachbarn wollen ihre Gasspeicher vor dem Winter zu mindestens 80 Prozent gefüllt haben. Das deutsche Ziel liegt sogar bei 90 Prozent.

Derzeit sind die EU-Reservoirs im Schnitt zu gut 51 Prozent gefüllt, hierzulande sind es noch ein paar Prozentpunkte mehr, schreibt Müller bei Twitter.

Die 1224 Kilometer lange und 2011 in Betrieb genommene Pipeline, die durch die Ostsee nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern führt, ist die wichtigste Verbindung für russisches Erdgas nach Deutschland. 2021 wurden Unternehmensangaben zufolge mehr als 59 Milliarden Kubikmeter vom westrussischen Wyborg aus transportiert.

Die weitgehend parallel verlaufende Pipeline Nord Stream 2 ist zwar fertig gebaut. Die Inbetriebnahme liegt allerdings in Folge des Angriffs Russlands auf die Ukraine auf Eis. Die Ukraine hat auch die Stilllegung von Nord Stream 1 oder zumindest die Drosselung entsprechender Gaslieferungen gefordert.

Die Wartungsarbeiten an der Pipeline und der vorübergehende Lieferstopp sind allerdings nicht ungewöhnlich. Netzagenturchef Müller warnte bei Twitter davor, dem Prozess übermäßig Gewicht zu verleihen. Die Wartungsarbeiten würden einmal im Jahr stattfinden. Er mahnte deshalb zu Zurückhaltung bei Prognosen über potenzielle Auswirkungen.

Daher werden die Wartungsarbeiten wohl vermutlich nicht zu weiteren Preiserhöhungen führen. Die Preise für Gas sind seit Beginn des russischen Angriffkrieges gegen die Ukraine massiv in die Höhe gegangen. Zum Jahresbeginn 2022 stiegen Gaspreise für Haushalte um 75 Prozent, auch Heizölpreise sind weiterhin deutlich höher als in Vorjahren. (mit dpa)

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