Demo zwischen Oldersum und Riepe Hundert Radfahrer fordern einen sicheren Weg entlang der L1
Schon lange fordern Oldersumer und Ihlower einen Radweg an der L1. Nun verliehen sie dem Vorhaben mit einer Demo Nachdruck. Ein weiterer Ort schloss sich an.
Riepe/Oldersum - Knapp 100 Radfahrer haben am Sonntagvormittag den Verkehr auf der Landesstraße 1 zwischen Oldersum und Riepe vorübergehend lahm gelegt. In einem Korso waren sie von der Feuerwehr angeführt in Oldersum gestartet. Hinter ihnen bildete sich eine lange Fahrzeugschlange. Mit der Fahrraddemo möchten die Kommunalpolitiker aus den Ortsräten und viele Bürger aufrütteln und sich in Erinnerung bringen.
Denn seit 20 Jahren warten sie nun schon auf einen Radweg entlang der viel befahrenen L1, die auch zur A31 führt. 2026 soll nun endlich Baubeginn sein, sagt Jens de Vries, Oldersumer Ortsbürgermeister. Damit der Gedanke nicht in Vergessenheit gerät, möchte er zusammen mit den anderen Organisatoren, Volker Degner aus Riepe und Inga Damm aus Riepsterhammrich, an die Pläne erinnern.
Riepster holen Verantwortliche an einen Tisch
„Die Politik soll sich auch nach den Landtagswahlen an ihre Zusagen halten und jetzt schon die Gelder für den Bau bereitstellen“, schließt sich Hendrik Schulz als Bürgermeister der Gemeinde Moormerland den Forderungen an. Immer wieder käme das Thema in den örtlichen Gremien auf.
Während es vergangenes Jahr im Korso von Riepe nach Oldersum ging, folgte jetzt der Gegenbesuch. Doch schon den Hinweg absolvierten die Riepster in einem Konvoi von 50 Personen. Der Riepster Ortsbürgermeister Erich Harms freut sich, dass so viele bei der Fahrraddemo mitgemacht haben. Nach der Sommerpause würden alle Verantwortlichen und Abgeordneten an einen Tisch geholt. „Wir wollen informiert bleiben“, sagt Harms. Derzeit würde die Vermessung der Strecke laufen.
Simonswolde fordert Radweg an der K111
Viele der Radfahrer schildern, wie groß die Angst ist, die L1 als Verbindung zu nutzen. Doch einen Ausweich gibt es für sie nicht. Zwar bestünde aus Riepe ein gutes Wegenetz nach Aurich oder Emden. Auch aus Oldersum komme man gut nach Emden oder Leer. Doch die beiden Nachbarorte sind durch die viel befahrene Landesstraße voneinander getrennt.
Ähnlich ergeht es den Simonswoldmern. Von dort würden sich viele Auszubildende ohne Führerschein auf den Weg nach Oldersum zu ihrer Lehrstelle machen, sagt Sonja Ubben von der Dorf-AG. Doch gerade im Herbst und Winter würde der Autofahrer sie auf der K111 schlecht sehen. Außerdem seien die Fahrzeuge auf der freien Strecke häufig schneller als mit den erlaubten 100 Stundenkilometern unterwegs.
Anschluss an Nachbardörfer
Deshalb hat sich Simonswolde der Fahrraddemo angeschlossen. „Der Bedarf für einen Radweg ist da. Gerade für die Touristen wäre ein ausgewiesener Radweg schöner“, sagt Gregor Thiele vom Ortsrat. Als Einheimischer kenne man einige Schleichwege, doch als Besucher habe man keine Chance. Wer aus Riepsterhammrich auf die L1 stoße, überlege sich zweimal, ob er weiter in Richtung Ihlow fährt.
Momentan werde vom Kreis der Bedarf erhoben, so Thieles Stand. Doch konkrete Pläne, an der K111 einen Radweg zu bauen, gebe es nicht. Mit der Fahrraddemo wollen die Simonswoldmer so zeigen, dass sie mit den Nachbardörfern zusammen besser an die Radinfrastruktur angeschlossen werden müssten. So zog der Fahrradkorso unter großem Hallo von Oldersum los, bog zeitweise auf die Kreisstraße nach Simonswolde ab und kam dann erneut über die L1 in Riepe rein.
Auf einem Parkplatz staunten einige Reisende nicht schlecht, als plötzlich an die hundert Radfahrer an ihnen vorbeisausten. „Das ist eine tolle Aktion“, lobte der Urlauber spontan und winkte zurück.