Demo zwischen Oldersum und Riepe  Hundert Radfahrer fordern einen sicheren Weg entlang der L1

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 12.06.2022 14:58 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Brücke über die Autobahn 31 ist für die Radfahrer zwischen Oldersum und Riepe eine gefährliche Stelle. Foto: Kim Hüsing
Die Brücke über die Autobahn 31 ist für die Radfahrer zwischen Oldersum und Riepe eine gefährliche Stelle. Foto: Kim Hüsing
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Schon lange fordern Oldersumer und Ihlower einen Radweg an der L1. Nun verliehen sie dem Vorhaben mit einer Demo Nachdruck. Ein weiterer Ort schloss sich an.

Riepe/Oldersum - Knapp 100 Radfahrer haben am Sonntagvormittag den Verkehr auf der Landesstraße 1 zwischen Oldersum und Riepe vorübergehend lahm gelegt. In einem Korso waren sie von der Feuerwehr angeführt in Oldersum gestartet. Hinter ihnen bildete sich eine lange Fahrzeugschlange. Mit der Fahrraddemo möchten die Kommunalpolitiker aus den Ortsräten und viele Bürger aufrütteln und sich in Erinnerung bringen.

Treffpunkt für die Fahrraddemo ist der Biker-Treff in Oldersum. Foto: Kim Hüsing
Treffpunkt für die Fahrraddemo ist der Biker-Treff in Oldersum. Foto: Kim Hüsing

Denn seit 20 Jahren warten sie nun schon auf einen Radweg entlang der viel befahrenen L1, die auch zur A31 führt. 2026 soll nun endlich Baubeginn sein, sagt Jens de Vries, Oldersumer Ortsbürgermeister. Damit der Gedanke nicht in Vergessenheit gerät, möchte er zusammen mit den anderen Organisatoren, Volker Degner aus Riepe und Inga Damm aus Riepsterhammrich, an die Pläne erinnern.

Riepster holen Verantwortliche an einen Tisch

„Die Politik soll sich auch nach den Landtagswahlen an ihre Zusagen halten und jetzt schon die Gelder für den Bau bereitstellen“, schließt sich Hendrik Schulz als Bürgermeister der Gemeinde Moormerland den Forderungen an. Immer wieder käme das Thema in den örtlichen Gremien auf.

Während es vergangenes Jahr im Korso von Riepe nach Oldersum ging, folgte jetzt der Gegenbesuch. Doch schon den Hinweg absolvierten die Riepster in einem Konvoi von 50 Personen. Der Riepster Ortsbürgermeister Erich Harms freut sich, dass so viele bei der Fahrraddemo mitgemacht haben. Nach der Sommerpause würden alle Verantwortlichen und Abgeordneten an einen Tisch geholt. „Wir wollen informiert bleiben“, sagt Harms. Derzeit würde die Vermessung der Strecke laufen.

Simonswolde fordert Radweg an der K111

Viele der Radfahrer schildern, wie groß die Angst ist, die L1 als Verbindung zu nutzen. Doch einen Ausweich gibt es für sie nicht. Zwar bestünde aus Riepe ein gutes Wegenetz nach Aurich oder Emden. Auch aus Oldersum komme man gut nach Emden oder Leer. Doch die beiden Nachbarorte sind durch die viel befahrene Landesstraße voneinander getrennt.

Etwa hundert Radfahrer machen sich im Konvoi von Oldersum entlang der L1 auf den Weg nach Riepe. Sie fordern dort einen Radweg. Foto: Kim Hüsing
Etwa hundert Radfahrer machen sich im Konvoi von Oldersum entlang der L1 auf den Weg nach Riepe. Sie fordern dort einen Radweg. Foto: Kim Hüsing

Ähnlich ergeht es den Simonswoldmern. Von dort würden sich viele Auszubildende ohne Führerschein auf den Weg nach Oldersum zu ihrer Lehrstelle machen, sagt Sonja Ubben von der Dorf-AG. Doch gerade im Herbst und Winter würde der Autofahrer sie auf der K111 schlecht sehen. Außerdem seien die Fahrzeuge auf der freien Strecke häufig schneller als mit den erlaubten 100 Stundenkilometern unterwegs.

Anschluss an Nachbardörfer

Deshalb hat sich Simonswolde der Fahrraddemo angeschlossen. „Der Bedarf für einen Radweg ist da. Gerade für die Touristen wäre ein ausgewiesener Radweg schöner“, sagt Gregor Thiele vom Ortsrat. Als Einheimischer kenne man einige Schleichwege, doch als Besucher habe man keine Chance. Wer aus Riepsterhammrich auf die L1 stoße, überlege sich zweimal, ob er weiter in Richtung Ihlow fährt.

Hier wird es eng: Ein Auto mit Anhänger überholt den Korso auf der K111. Doch von vorne kommt ihm ein Rennradler entgegen, der sich am Auto vorbeischieben muss. Foto: Kim Hüsing
Hier wird es eng: Ein Auto mit Anhänger überholt den Korso auf der K111. Doch von vorne kommt ihm ein Rennradler entgegen, der sich am Auto vorbeischieben muss. Foto: Kim Hüsing

Momentan werde vom Kreis der Bedarf erhoben, so Thieles Stand. Doch konkrete Pläne, an der K111 einen Radweg zu bauen, gebe es nicht. Mit der Fahrraddemo wollen die Simonswoldmer so zeigen, dass sie mit den Nachbardörfern zusammen besser an die Radinfrastruktur angeschlossen werden müssten. So zog der Fahrradkorso unter großem Hallo von Oldersum los, bog zeitweise auf die Kreisstraße nach Simonswolde ab und kam dann erneut über die L1 in Riepe rein.

An der Kreisstraße 111 nach Simonswolde gibt es ebenfalls keinen Radweg. Foto: Kim Hüsing
An der Kreisstraße 111 nach Simonswolde gibt es ebenfalls keinen Radweg. Foto: Kim Hüsing

Auf einem Parkplatz staunten einige Reisende nicht schlecht, als plötzlich an die hundert Radfahrer an ihnen vorbeisausten. „Das ist eine tolle Aktion“, lobte der Urlauber spontan und winkte zurück.

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