Abiturprüfungen in Mathe Auricher Schüler erhalten einen Notenpunkt zusätzlich
Die Ergebnisse der Matheprüfungen werden angehoben. Damit reagiert das Ministerium auf Beschwerden der Abiturienten. In Aurich sorgt das nur für verhaltene Freude.
Aurich - Einige Auricher Abiturienten können aufatmen: Sie hatten die Matheprüfung als zu schwer empfunden. Auch fehlte vielen ausreichend Zeit, um alle Aufgaben erledigen zu können. Das niedersächsische Kultusministerium hat nach Eingabe der Noten geprüft, in welchem Rahmen sich der Notendurchschnitt bewegt. Dieser lag nach Erstkorrektur bei 6,4 Notenpunkten, 2021 war er noch bei 7,5 Punkten. Dieser Umstand und andere Kriterien haben das Ministerium zum Handeln bewegt: Die Bewertung der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Mathematik wird generell um einen Notenpunkt angehoben.
„Ich gehe davon aus, dass das Ministerium die Entscheidung gut abgewogen hat“, kommentiert Rüdiger Musolf den Erlass. Der Schulleiter des Auricher Gymnasiums Ulricianum wurde im Vorfeld von vielen Fachkollegen über die Probleme informiert. Betroffene Lehrkräfte hätten jetzt sehr erleichtert reagiert, so Musolf. Die Schüler kennen ihre Ergebnisse bislang nicht. Sie erfahren in den kommenden Wochen, wie sie abgeschnitten haben.
Pragmatische Lösung des Ministeriums
In den Gutachten wird nun vermerkt, dass nach Erlass aus Hannover die Mathenote noch um einen Notenpunkt heraufgesetzt wird. Das gilt sowohl für Prüfungen im Leistungs- als auch im Grundkurs. Ob dadurch jedoch mehr Schüler das Abi bestehen, kann sich Musolf nicht vorstellen. Denn ein Notenpunkt in einem Fach ändere an der Gesamtnote, in die neben den Prüfungsergebnissen auch andere Noten einfließen, wenig.
Das sieht Stephan Hinrichs ähnlich. Der Leiter der Oberstufe der IGS Aurich nennt den Beschluss aus Hannover eine „pragmatische Lösung“. Einen Notenpunkt könne man auch in einer mündlichen Nachprüfung herausholen. Fairer wäre es wohl gewesen, die Matheklausur gleich anders zu gestalten, um den Schülern eine Chance zu geben, ihre Leistungen zeigen zu können. Jetzt bekomme jeder einen Notenpunkt mehr, egal ob er sowieso zu den Einser-Kandidaten oder eher zu den schlechter abschneidenden Schülern gehört.
Corona hat die Oberstufenzeit erschwert
„Unsere Schüler sind leistungsbereit. Aber sie haben fast die ganze Oberstufenzeit unter Corona-Bedingungen verbracht und viel Zeit in der Schule versäumt“, so Hinrichs. Ihnen jetzt eine solche Klausur aufzudrücken, sei nicht fair. „Ihnen ist etwas verbaut worden“, meint der Leiter.
„Wir freuen uns aber für die Schüler über die Erhöhung“, sagt Hinrichs. Er habe schon auf die Eingabe vom Ministerium gewartet. Denn in der kommenden Woche werden die Ergebnisse bekannt gegeben. Danach können sich einige noch auf ihre mündlichen Nachprüfungen vorbereiten. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat zudem angekündigt, die Anforderungen an das Zentralabitur in Mathe generell prüfen zu wollen.