Osnabrück Nach Konfrontation mit Vorwürfen: Leiter des Priesterseminars in Limburg tot aufgefunden
Ein hochrangiger Priester im Bistum Limburg ist tot. Kurz zuvor hatten offenbar Gespräche zu Vorwürfen gegen den Mann stattgefunden. Die Polizei schließt einen Suizid nicht aus.
Bestürzung im Bistum Limburg: Nach Vorwürfen zu übergriffigem Verhalten ist der Leiter des dortigen Priesterseminars tot aufgefunden worden. Das bestätigte das Bistum am Freitag in einer Mitteilung.
Weiter heißt es, der Geistliche sei am vergangenen Mittwoch zu „Vorwürfen übergriffigen Verhaltens” angehört worden – gemäß den internen kirchlichen Leitlinien. Im Anschluss daran habe Bischof Georg Bätzing, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, den Priester von allen Ämtern freigestellt, um die Vorwürfe weiter zu prüfen.
Wie die FAZ berichtet, sei es darum gegangen, dass sich der 49-jährige Geistliche mehreren Personen gegenüber übergriffig verhalten haben soll.
Das Polizeipräsidium Westhessen bestätigte auf Anfrage, dass ein Suizid des Geistlichen „definitiv nicht ausgeschlossen“ werden könne. Das Verfahren sei bereits an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.
Das Bistum zeigt sich am Freitag bestürzt. In der Mitteilung zu dem Fall heißt es: „Die Geschehnisse erschüttern uns im Bistum Limburg und weit darüber hinaus. Der Tod trifft uns sehr, ruft Bestürzung und Fassungslosigkeit hervor und hinterlässt viele Fragen.“ Der Tod des Priesters sei „für alle im Bistum, besonders auch für den Bischof, die Personalverantwortlichen und die Bistumsleitung sehr bedrückend”.
Das Thema Missbrauch hatte bereits den Katholikentag in Stuttgart überschattet: Die Zeit hatte berichtet, dass der Limburger Bischof die Beförderung eines Geistlichen bestätigt hatte, der vor Jahren zwei Frauen gegenüber übergriffig geworden war. Erst in der vergangenen Woche hatte Bätzing den Rücktritt des Geistlichen angenommen, nachdem der Druck offenbar zu groß geworden war.
Bitte holen Sie sich rechtzeitig Hilfe, wenn Sie Selbstmordgedanken plagen, und kontaktieren Sie die Telefonseelsorge. Dort wird Ihnen kostenlose Hilfe angeboten. Hier geht es zu der Homepage der Telefonseelsorge. Unter der Telefonnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 können Sie dort auch kostenlos anrufen. Auf der Webseite von [U25] können sich Jugendliche jederzeit anonym beraten lassen. Eine Übersicht über weitere Beratungsstellen gibt es auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.