Hamburg Shitstorm für „Rocket Beans TV“ – und was Joanne K. Rowling damit zu tun hat
Den Pride Month für Werbezwecke zu nutzen, scheint keine gute Idee – besonders wenn Vorwürfe der Transfeindlichkeit im Raum stehen. Was hat sich „Rocket Beans TV“ dabei gedacht?
In diesem Artikel erfährst Du:
„Pinkwashing“ und „Pride Month“ – eine toxische Kombination, die zuverlässig jeden Juni wieder aufkommt. „Pinkwashing“ meint, dass Unternehmen sich aus Marketingzwecken mit der LGBTQIA+-Community solidarisieren. Dann werden Fahnen gehisst, Logos eingefärbt und neue Kollektionen in Regenbogen-Farben auf den Markt geschmissen – natürlich nicht um der Solidarität, sondern um des Kommerz, willen.
Zuletzt hat „Burger King“ gezeigt, wie man es nicht macht: Zwei gleiche Brötchenhälften helfen der LGBTQIA+-Community nicht weiter, nur dem Geldbeutel der Burgerbude.
Doch was ist schlimmer als „Pinkwashing“? Genau, „Pinkwashing“ durch LGBTQIA+-feindliche Personen, Unternehmen oder Einrichtungen. Und genau das hat nun den Shitstorm gegen „Rocket Beans TV“ verursacht. Aber ganz von Anfang an.
Alles begann mit einem Tweet Ende 2019 von „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling. Darin schrieb sie: „Kleide dich, wie du magst. Bezeichne dich, wie du willst. Schlafe einvernehmlich mit jedem Erwachsenen, der das möchte. Lebe dein bestes Leben in Frieden und Sicherheit. Aber Frauen aus ihren Jobs für die Aussage zu drängen, dass das biologische Geschlecht real ist?“ Sie solidarisierte sich mit einer Frau, die entlassen wurde, weil sie sich für eine Verschärfung des „Gender Recognition Act“ einsetzte, der Geschlechtsangleichungen von Transpersonen regelt, und öffentlich sagte, dass „männliche Menschen keine Frauen“ seien können.
Hier siehst Du den Originaltweet:
Daraufhin brach auf Social Media ein Shitstorm gegen die Autorin los. Doch dabei blieb es nicht: Der Hass schwappte in die reale Welt. Die Privatadresse der Autorin wurde auf Twitter veröffentlicht, laut eigenen Angaben bekam sie so viele Morddrohungen, dass sie „das Haus damit tapezieren könnte“.
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Trotzdem äußert sich die Autorin weiterhin öffentlich zu Fragen der Geschlechteridentität. So mockierte sie sich auf Twitter über einen Artikel, in dem der Begriff „Menschen, die menstruieren“ verwendet wurde.
Hier siehst Du den Post:
Doch was hat „Rocket Beans TV“ mit all dem zu tun? Die Creator machten Werbung für die „Harry Potter Pride Days“. In einem inzwischen gelöschten Post werben sie für die „Harry Potter Pride Days“.
So wirbt das Musical selbst für die „House Pride“:
Auf Twitter und Reddit warfen zahlreiche Nutzer „Rocket Beans TV“ vor, sich an der „Pinkwashing“-Kampagne zu beteiligen und dadurch Joanne K. Rowling zu unterstützen.
Hier siehst Du einige der Tweets:
Inzwischen ist der Post gelöscht. In einem emotionalen Statement äußerten sich die Creator auf Social Media. Es sei falsch gewesen, die Kooperation überhaupt einzugehen.
Ihnen sei bewusst, dass sie sich „noch intensiver mit den Themen Gleichberechtigung und Sichtbarkeit, in diesem Falle insbesondere der LGBTQIA+ Community, auseinandersetzen müssen“ und dass eine Entschuldigung nicht ausreiche.
Hier kannst Du das ganze Statement lesen: