Reaktion auf ON-Bericht  Gefahr auf Sportplatz – Brookmerlander Kindersporttag droht Absage

| | 08.06.2022 19:18 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht nur unansehnlich, sondern auch gefährlich für Sportler: Auf der mit Unkraut bewachsenen Laufbahn in Upgant-Schott lagern Paletten mit Steinen. Foto: Thomas Dirks
Nicht nur unansehnlich, sondern auch gefährlich für Sportler: Auf der mit Unkraut bewachsenen Laufbahn in Upgant-Schott lagern Paletten mit Steinen. Foto: Thomas Dirks
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Der Veranstalter zeigt sich verärgert. Doch nicht nur er reagiert erbost nach dem ON-Artikel über den verwahrlosten und gefährlichen Zustand der Anlagen in Upgant-Schott.

Upgant-Schott - Heftige Reaktionen hat ein ON-Bericht über den verwahrlosten Zustand des alten Sportzentrums in Upgant-Schott ausgelöst. Der frühere Sportabzeichenreferent des Kreissportbundes Aurich, Eilert Janssen, der seit Jahren für Brookmerlander Grundschüler den „Tag des Sportabzeichens“ organisiert, überlegt, die für den 15. Juni geplante Neuauflage seiner Veranstaltung abzusagen. Schulleitungen kündigten an, dieser aus Sicherheitsgründen fernzubleiben.

Ein Anfang ist gemacht: Unter dem Zaun des Sportplatzes wurde das Gras gemäht. Foto. Thomas Dirks
Ein Anfang ist gemacht: Unter dem Zaun des Sportplatzes wurde das Gras gemäht. Foto. Thomas Dirks

Wie berichtet, zeigen sich die Sportanlagen in einem ungepflegten und zum Teil gefährlichen Zustand. Wie im Vorjahr verkommen sie zusehends. Auf der Laufbahn, an den Wurf- und Stoßringen steht das Unkraut zum Teil kniehoch. Unkraut wuchert auch in den für den Weitsprung benötigten Sandgruben.

Steinstapel auf der Laufbahn

Gefährlich: Abdeckungen der Entwässerungsrinne und Bahnbegrenzungen, die ein Gutachter schon vor mehr als einem Jahr als Sicherheitsrisiko eingestuft hatte, sind zerbrochen oder fehlen ganz. Und am Ende der Geraden, auf der Sprints gelaufen werden, lagern Paletten mit Betonsteinen.

Grüne Grube: Bis hier Weitsprung stattfinden kann, ist noch einiges zu tun. Foto: Thomas Dirks
Grüne Grube: Bis hier Weitsprung stattfinden kann, ist noch einiges zu tun. Foto: Thomas Dirks

Entgegen der Verwaltungszusage, die Altanlagen bis zur Fertigstellung der neuen 5,5 Millionen Euro teuren zentralen Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe „in Schuss“ und damit benutzbar zu halten, tat sich bisher nichts. Von der Verwaltungsspitze war dazu weiterhin keine Stellungnahme erhältlich. Eine schriftliche Anfrage vom Dienstag blieb auch am Mittwoch unbeantwortet.Eine schriftliche Anfrage vom Dienstag blieb auch am Mittwoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Am Mittwochmittag machten sich stellvertretender Samtgemeindebürgermeister und Bauamtsleiter Jochen Behrends, sein Kollege Markus Schwarz und Bauhofleiter Timo Tönjes vor Ort ein Bild von der Situation. Zudem begannen Mitarbeiter des Bauhofs damit, Grünflächen zu mähen und Bewuchs unterhalb des Zauns an der Außenseite des Geländes entlang der Parkflächen an der Sebastianstraße zu entfernen, was den Sportlern allein jedoch noch nicht viel nutzt.

Fachmann zeigt sich verärgert

Verärgert zeigte sich Sportabzeichen-Fachmann Eilert Janssen. „Ändert sich nicht schnell etwas, sage ich die Aktion ab“, sagte er auf Anfrage. Das habe er auch Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) so angekündigt, den er umgehend angerufen habe, nachdem er den ON-Bericht über den Zustand der Anlagen gelesen hatte. Ihmels habe ihm erneut versprochen, dass die Anlagen hergerichtet werden, so Janssen. Er nehme die Verwaltung beim Wort und gehe weiter davon aus, dass das erledigt werde. Andernfalls gebe es keinen Sportabzeichentag. „Unter diesen Umständen führe ich das nicht durch“, so Janssen. Er sei davon ausgegangen, dass die Anlagen längst vorbereitet seien und aus allen Wolken gefallen, als er gelesen habe, in welchen Zustand diese seien. „So können wir da kein Kind Sport treiben lassen“, sagte Janssen.

Hier lauert Verletzungsgefahr: Abdeckungen der Entwässerungsrinne sind zerbrochen oder fehlen ganz. Foto: Thomas Dirks
Hier lauert Verletzungsgefahr: Abdeckungen der Entwässerungsrinne sind zerbrochen oder fehlen ganz. Foto: Thomas Dirks

Das sehen offenbar auch die Schulverantwortlichen so. Einige kündigten an, den Sportabzeichentag am 15. Juni zu boykottieren, sollte sich am Zustand der Anlagen nichts ändern. „Wird das nicht in Ordnung gebracht, nehmen wir nicht teil“, sagte der Leiter der größten Brookmerlander Grundschule in Upgant-Schott, Werner Knippelmeyer. Er und seine Schulleiterkolleginnen hätten die Verantwortung für die Kinder. Den Zustand des Sportzentrums bezeichnete er als „traurig“. Umso schlimmer sei dieser vor dem Hintergrund zu bewerten, dass der Sportplatz in Upgant-Schott offiziell Schulsportanlage sei. Er habe versucht, mit Schülern dort Weitsprung zu üben, was aber nicht möglich, weil zu gefährlich sei.

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