Erneut Ärger  Sportanlagen in Upgant-Schott sind ungepflegt und gefährlich

| | 07.06.2022 19:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dem Verfall preisgegeben: Auf der Laufbahn und in den Sprunggruben des alten Sportzentrums in Upgant-Schott wuchert Unkraut. Foto: Thomas Dirks
Dem Verfall preisgegeben: Auf der Laufbahn und in den Sprunggruben des alten Sportzentrums in Upgant-Schott wuchert Unkraut. Foto: Thomas Dirks
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Kurz vor dem Sportabzeichentag für Brookmerlander Grundschüler zeigen sich die Anlagen in Upgant-Schott in einem verwahrlosten Zustand. Das sorgt für Ärger.

Upgant-Schott – Wegen des alten Sportzentrums in Upgant-Schott droht neuer Ärger: Eine Woche vor dem geplanten „Tag des Sportabzeichens“ für Brookmerlander Grundschüler zeigen sich die Anlagen in einem verwahrlosten und zum Teil gefährlichen Zustand. Damit ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt fraglich, ob die geplante Aktion unter dem Motto „Wir bewegen das Brookmerland“ überhaupt stattfinden kann. Betroffen ist auch der Turnverein Marienhafe. Anders als in früheren Jahren konnte Brookmerlands größter Breitensportverein bisher noch keine Gelegenheit bieten, das Deutsche Sportabzeichen zu erwerben. Dies war nach Vorstandsangaben aus dem Mai ab Anfang Juni geplant.

Abdeckungen der Entwässerungsrinne sind zerbrochen oder fehlen ganz. Foto: Thomas Dirks
Abdeckungen der Entwässerungsrinne sind zerbrochen oder fehlen ganz. Foto: Thomas Dirks

Für zahlreiche Brookmerlander Freizeitsportler ist dies besonders enttäuschend. 2020 machte ihnen zunächst Corona einen Strich durch die Rechnung. 2021 sperrte die Verwaltung die Sportanlagen, nachdem ein Gutachter aus Nordrhein-Westfalen den Zustand der Sportstätte unter die Lupe genommen und gravierende Sicherheitsmängel festgestellt hatte. Der Gemeinde-Unfallversicherungsverband forderte die Samtgemeinde auf, sämtliche Mängel zu beheben und die Anlage erst dann wieder in Betrieb zu nehmen.

Ratsmehrheit lehnt Sanierung ab

Damit aber tat und tut man sich bekanntlich schwer. Zur Erinnerung: Die Verwaltung und die neue Mehrheit im Samtgemeinderat aus SPD und deren Juniorpartner „Moin“ lehnt eine Sanierung der bestehenden Anlagen in Upgant-Schott ab und favorisiert stattdessen den auf 5,5 Millionen Euro geschätzten Neubau einer zentralen Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe, an dem sich der Bund mit rund 2,5 Millionen Euro beteiligt.

Bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids durch den SPD-Bundestagsabgeordneten und Staatssekretär Johann Saathoff am 22. April in Marienhafe (wir berichteten) versprachen Verwaltungsvertreter, dass die Altanlagen bis zur Fertigstellung des Neubaus nutzbar bleiben sollen. „Wir halten sie in Schuss“, versicherte stellvertretender Samtgemeindebürgermeister und Bauamtsleiter Jochen Behrends. Lediglich die Hochsprunganlage und der Wurfkäfig blieben außer Betrieb. Die Laufbahn, die Sprunggrube und die Kugelstoßanlage sollten auch für die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens genutzt werden können.

Zusage bekräftigt

Diese Zusage bekräftigte Behrends später gegenüber dem früheren Sportabzeichenreferent und Ehrenmitglied des Kreissportbundes Aurich, Eilert Janssen, der seit Jahren für Brookmerlander Schüler den „Tag des Sportabzeichens“ organisiert. Er nehme die Verwaltung beim Wort und gehe weiter davon aus, dass die Anlagen hergerichtet werden, sagte Janssen.

Kaum noch als solche erkennbar sind die für den Weitsprung benötigten Sandgruben. Foto: Thomas Dirks
Kaum noch als solche erkennbar sind die für den Weitsprung benötigten Sandgruben. Foto: Thomas Dirks

Bisher ist das noch nicht passiert. Im Gegenteil: Wie im Vorjahr verkommen die Sportanlagen in Upgant-Schott zusehends. Auf der Laufbahn, an den Wurf- und Stoßringen steht das Unkraut zum Teil kniehoch. Das wuchert auch in den für den Weitsprung benötigten Sandgruben. Gefährlich: Abdeckungen der Entwässerungsrinne und Bahnbegrenzungen, die der Gutachter schon vor mehr als einem Jahr als Sicherheitsrisiko eingestuft hatte, sind zerbrochen oder fehlen ganz.

Und am Rand der Geraden, auf der Sprints gelaufen werden, lagern Paletten mit Betonsteinen. Von der Verwaltung war am Dienstag keine Stellungnahme erhältlich. Eine schriftliche Anfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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