Sylt  Sylter Polizei zieht Bilanz: Von Chaos-Tagen keine Rede

Nils Leifeld
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Von Nils Leifeld
| 05.06.2022 15:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Punks an der Wilhelmine in Westerland auf Sylt. Foto: Staudt
Punks an der Wilhelmine in Westerland auf Sylt. Foto: Staudt
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Ruhestörung, illegales Campen, Aufenthalt in den Dünen: Die Polizei auf Sylt hat seit Samstagabend zahlreiche Einsätze gehabt. Die Bilanz der Nacht.

Es ist Pfingstsonntag auf Sylt. Das große Chaos am ersten Pfingsttag auf der Insel ist ausgeblieben. Von Chaos-Tagen konnte bislang keine Rede gewesen sein, auch wenn die Insel voller Menschen ist. Anders als am Samstag startet der Pfingstsonntag sehr sonnig und mit Temperaturen um die 13 Grad. Die erwarteten Höchstwerte für Sonntag liegen bei rund 17 Grad, dafür gibt es Sonne satt.

Die Polizei auf Sylt blickt auf eine ereignisreiche Nacht zurück. „Wir haben seit Samstagabend 20 Uhr auf Sylt insgesamt 22 Einsätze der Polizei gezählt“, so ein Sprecher der Einsatzleitstelle in Harrislee. Dabei sei es unter anderem um Sachbeschädigung, Ruhestörung, illegales Campen, illegalen Aufenthalt in den Dünen und weitere Delikte im Zusammenhang mit Alkoholismus gekommen. „Allerdings war nichts wirklich Gravierendes dabei gewesen und wenn man ehrlich ist war es eine relativ normale Samstagnacht im Vergleich zu Wochenenden im Sommer in Vor-Corona-Zeiten“, so der Sprecher weiter. Schwerpunkt der Einsätze in der Samstagnacht sei ganz klar Westerland gewesen, auch wenn es zusätzlich noch weitere Einsätze in Kampen. Hörnum und Wenningstedt gegeben habe.

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Einige der angereisten Punks sollen Hauptverkehrsstraßen blockiert und mit Bierdosen um sich geworfen haben. Bereits in der Nacht zu Samstag wurden auf der Insel Antifa-Aufkleber auf Säulen und Fensterscheiben verteilt. Zudem wurden Scheiben, wie beispielsweise ein Kasten der Kurkontrolle, zerstört. Das Porschezentrum an der Keitumer Landstraße hat sich entschieden, seine Fahrzeuge vorsorglich in Sicherheit zu bringen und den gesamten Außenbereich seines Autohauses geräumt.

Mit den zahlreichen Punks auf Sylt habe die Polizei Kontakt aufgenommen und Gespräche geführt. Die Gespräche mit den Linken seien einvernehmlich und friedlich verlaufen und es habe keine weiteren Probleme gegeben. „Sie sehen anders aus, aber die meisten genießen einfach nur das Wetter und den Strand auf Sylt, so wie viele andere Menschen auch“, so der Leitstellen-Sprecher weiter.

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Ein paar der Punks scheinen die Insel bereits auch wieder verlassen zu haben. Das berichtete zumindest ein Punker in Westerland gegenüber shz.de, der „zum Schutz meiner Privatsphäre“ nicht namentlich genannt werden wollte. In der Tat war am Samstagmorgen kein einziger Punker mehr am Brunnen an der Wilhelmine aufzufinden. Dafür saßen viele rund um den Bahnhof oder im Bahnhof sowie am Strand. „Viele werden noch ein paar Tage länger bleiben, dafür gefällt es uns hier zu gut“, so der anonyme Punker.

Bis 18 Uhr am Samstag gab es lediglich eine Anzeige. „Ein Mann hat im Bahnhof von Westerland uriniert“, so Hanspeter Schwartz, Sprecher der Bundespolizei gegenüber shz.de. Ansonsten seien die anreisenden Touristen in „Partylaune“.

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Die Situation in den Zügen nach Sylt war am Sonntagmorgen entspannt. Es gab keine nennenswerten Probleme. Die Züge waren sogar einigermaßen pünktlich und sehr weit weg davon, überfüllt zu sein. Das war am Samstag anders. „Die Züge sind voll – zu 120 Prozent ausgelastet“, so Hanspeter Schwartz. Daher warnte die DB in ihrer App auch davor, dass eine Mitnahme nicht garantiert werden könne. Reisende im Zug von Westerland aufs Festland um 20.19 Uhr am Samstagabend machten allerdings eine andere Erfahrung. Der Zug war zwar voll, aber dass jemand nicht mitgenommen werden könnte, stand nie zur Debatte. Mit der großen Abreisewelle ist dann am morgigen Pfingstmontag zu rechnen.

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