Abstiegsendspiel in der Bezirksliga  Eine mentale Herausforderung

| | 03.06.2022 17:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Szene aus dem Hinspiel. Vor einigen Wochen siegte Aurich knapp mit 1:0 durch ein Tor in der Nachspielzeit.Foto: Bernd Wolfenberg
Eine Szene aus dem Hinspiel. Vor einigen Wochen siegte Aurich knapp mit 1:0 durch ein Tor in der Nachspielzeit.Foto: Bernd Wolfenberg
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Ein Unentschieden reicht der SpVg Aurich im Abstiegsendspiel in Borssum. Was für das Team vom Ellernfeld spricht.

Aurich - Vor fast genau elf Jahren herrschte Fassungslosigkeit am Auricher Ellernfeld. Pünktlich zum 100-jährigen Vereinsjubiläum stieg die Sportvereinigung Aurich damals nach einem 1:2 gegen Wiesmoor in die damalige Kreisliga ab. Am letzten Spieltag der Abstiegsrunde droht den Aurichern wieder der Sturz in die Tiefen des ostfriesischen Fußballs. Im direkten Abstiegsendspiel bei BW Borssum (14 Uhr) haben die SpVg-Spieler aber die bessere Ausgangsposition – ein Unentschieden reicht, um in der Bezirksliga zu bleiben.

Vereinsvorsitzender Werner Hoffmann ist zwar optimistisch, was den Spielausgang angeht, doch in den vergangenen Wochen ist auch das Szenario Ostfrieslandliga im Verein besprochen worden. „Selbst wenn es heute nicht klappt, werden wir nicht im Tal der Tränen landen“, sagt Hoffmann. Im Falle eines Abstiegs werde man sich kurz schütteln und dann den schnellen Wiederaufstieg anpeilen. Die Ostfrieslandliga hat für Hoffmann einen höheren Stellenwert als die frühere Kreisliga. „Sie ist deutlich aufgewertet worden“, sagt der SpVg-Vorsitzende.

Vorteil SpVg

Beide Vereine gehören seit Jahren zum Inventar der Bezirksliga. Aurich spielt seit dem Wiederaufstieg seit zehn Jahren ununterbrochen auf Bezirksebene, die Emder könnte man gar als „Bezirksliga-Dinos“ bezeichnen. Seit 20 Jahren spielen die Borssumer in dieser Liga. Hoffmann sieht eine 50:50-Chance für das Spiel in Borssum, allerdings mit kleinen Vorteilen für die Sportvereinigung. „Wir brauchen nur den einen Punkt“, so Hoffmann.

Die bisherige Saison sei natürlich nicht optimal gelaufen, gibt der SpVg-Vorsitzende zu. Doch in einigen Spielen habe die junge Mannschaft einfach auch nicht das nötige Glück gehabt. „Vielleicht haben wir in Borssum das Glück des Tüchtigen“, so Hoffmann.

Die Effizienz der Auricher Mannschaft gibt begründete Hoffnung auf einen positiven Spielausgang. Mit nur drei geschossenen Toren holten die SpVg-Kicker satte neun Punkte, oft bewiesen sie Geduld und trafen erst in den letzten Spielminuten. Das wird in Borssum nicht unbedingt nötig sein, solange hinten die Null steht. Der Gastgeber erwartet rund 500 Zuschauer im Borssumer Stadion, die ihren Verein bedingungslos unterstützen werden – keine leichten neunzig Minuten für das junge Auricher Team. „Sie werden mental extrem gefordert sein“, sagt Hoffmann.

Nicht auf Unentschieden spielen

Doch wie geht die Mannschaft das wichtigste Spiel seit elf Jahren an? „Wir werden nicht ins offene Messer laufen, aber auch keinen Bus im eigenen Strafraum parken“, sagt Hoffmann. Er vertraut bei Aufstellung und Taktik ganz dem Trainergespann Stefan Wilts und Frank Korte. „Sie haben die Mannschaft nach dem Trainerwechsel wieder stabilisiert“, sagt Hoffmann.

Für die kommende Saison sucht die Sportvereinigung noch nach einem passenden Trainer. Da würde ein Klassenverbleib in der Bezirksliga sicher gute Argumente liefern, um einen Trainer ans Ellernfeld zu locken. „Auf jeden Fall können wir nach dem Spiel mit Fakten sprechen“, sagt Hoffmann.

Eines steht aber fest: Der Umbruch der mit Rudolf Zedi eingeläutet worden ist, soll ligaunabhängig weitergeführt werden. Einige Spieler werden die SpVg verlassen, andere werden kommen. Werner Hoffmann wird heute selbstverständlich auch in Borssum sein, um die Mannschaft anzufeuern. „Aber am Ende ist es nur Sport“, sagt Hoffmann.

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