Neue Verkehrsregelung geplant  Sackgasse statt Durchfahrt in Upgant-Schott

| | 01.06.2022 20:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Mühlenloog in Upgant-Schott gilt als bedeutende innerörtliche Verbindung in Upgant-Schott. Foto: Thomas Dirks
Der Mühlenloog in Upgant-Schott gilt als bedeutende innerörtliche Verbindung in Upgant-Schott. Foto: Thomas Dirks
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Es gibt Überlegungen, den Mühlenloog in Upgant-Schott zu sperren. Was dahintersteckt und was das für Autofahrer bedeutet

Umwege kommen möglicherweise auf Verkehrsteilnehmer in Upgant-Schott zu. Grund: Es gibt Pläne, den Mühlenloog zu sperren und so zu entlasten. Der Mühlenloog ist seit jeher eine der bedeutenden innerörtlichen Verbindungsstraßen der Gemeinde.

Die Überlegungen, den Mühlenloog nahe der Einmündung Möhlenkamp zu kappen, stehen offenbar im Zusammenhang mit den Ideen für eine Neugestaltung des Mühlenumfeldes und wurden nach ON-Informationen in der jüngsten Sitzung einer Projektgruppe des Dorfentwicklungsplans „Dorfregion Brookmerland“ Ende April vorgestellt.

Verkehrsberuhigung ist Thema

Wie Upgant-Schotts stellvertretender Gemeindedirektor und Brookmerlands Bauamtsleiter Jochen Behrends auf Anfrage bestätigte, sei bei dem Treffen über die Gestaltung eines Dorfplatzes gesprochen worden. Dabei sei es auch um die Verkehrsberuhigung des Mühlenloogs und die Entlastung der Durchgangsstraße gegangen. Eine Möglichkeit sei dabei auch die Unterbrechung des Mühlenloogs. Es käme aber auch eine Einengung mit vorfahrtberechtigtem Begegnungsverkehr in Frage. „Es handelt sich hierbei um erste Überlegungen“, schreibt Behrends, die im Rahmen der vom Rat Upgant-Schott beschlossenen Verkehrsuntersuchung erörtert und geprüft werden sollen.

Wie mehrfach berichtet, soll an der Mühle ein Dorfplatz geschaffen werden. Dafür sollen die Verkehrsflächen neu geordnet werden. „Der Mühlenloog wäre damit nur noch fußläufig oder mit dem Fahrrad zu erreichen, womit der Verkehr entflechtet und der Durchgangsverkehr vermieden werden würde“, heißt es in einem Protokoll der zuständigen Dorfplanerin Dr. Christiane Sell-Greiser. Darin ist auch von einer neuen Querverbindung zwischen Schiffleidingsweg und Sebastianstraße die Rede.

Umstrittene Pläne

Die neuesten Ideen könnten weitere Kritik auslösen. Schon die bisher bekannten Pläne zur Umgestaltung des Mühlen-Umfelds waren und sind umstritten. So hat die Mehrheit aus SPD und Wählergruppe „Moin“ im Rat der Gemeinde Upgant-Schott im Umfeld der Sterrenberg-Mühle vor, auf den Freiflächen westlich und östlich des Gemeinde-Wahrzeichens Wohnbebauung zu ermöglichen.

Wie berichtet, hat die Gemeinde das Wahrzeichen, seine Nebengebäude und die zugehörigen Landflächen im vergangenen Jahr für 632.000 Euro gekauft. Einen Teil des Kaufpreises wolle man wieder „hereinholen“, indem man dort Baugrundstücke verkaufe, erklärte Bürgermeister Günter Winter (SPD) im Februar. Um dafür und für die Dorferneuerung planen zu können, sei beschlossen worden, für diese Bereiche einen Bebauungsplan aufzustellen.

Ratsminderheit trägt Pläne nicht mit

Die Ratsminderheit schäumt. Mit ihr sei das nicht zu machen. Sie trage das Vorhaben nicht mit. Was sie ärgert: Mit dem Mühlenverein, der sich um den Erhalt der Mühle kümmert, und dem Klootschießer- und Boßelverein „Goode Trüll“, der das Müllerhaus als Vereinsheim nutzt, sei das bisher nicht besprochen worden. Auch seien Einzelheiten des Plans nicht dargelegt worden. Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich vor und hinter der Mühle bedeute einen „groben Eingriff“ in den „sensiblen Charakter“ des heutigen Ortsbilds und mache die Arbeit und Mühe des Mühlenvereins zunichte, hieß es.

Das einmalige Ensemble aus Mühle, Müllerhaus und Müllerknechthaus würde durch die geplanten Veränderungen an Wert und Bedeutung verlieren, so die Kritiker.

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