Maßnahmen zum Energiesparen in Aurich Vorerst keine Einschränkungen im De Baalje
Ein Antrag über Energiesparmaßnahmen im Auricher Schwimmbad De Baalje war Thema im Umweltausschuss der Stadt. Es gab aber zahlreiche Bedenken.
Aurich - In Aurich soll mehr Energie eingespart werden. Darüber sind sich die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadt einig. Ein Antrag der Ratsfrau Heidrun Weber zu Sparmaßnahmen unter anderem im Schwimmbad De Baalje wurde am Dienstag dennoch abgewiesen.
Weber forderte vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges, dass das zweite Solebecken des Schwimmbads geschlossen wird, bis kein Gas aus Russland mehr importiert wird. „Natürlich sollte aber auch langfristig Energie gespart werden“, so Weber. Sie forderte außerdem, entweder nur den Innen- oder Außenbereich des Schwimmbads zu öffnen und eine Sauna zu schließen, bis kein Gas aus Russland mehr importiert wird. Weber sieht zudem Einsparpotenzial in den Kindergärten und forderte, die Möglichkeit von Heizkörperthermostaten dort zu prüfen. Zudem sollten Gebäude der Stadt energetisch saniert werden.
Verschiedene Argumente gegen Antrag
Besonders mit den Maßnahmen im De Baalje konnten sich die Mitglieder des Umweltausschusses aber nicht anfreunden. Auch ein Bürger äußerte bei der Einwohnerfragestunde Bedenken. Kai Beitelmann aus Walle kritisierte, dass das Schwimmbad als kultureller Ort und Sportstätte heruntergefahren werde. Nach Ansicht von Gerda Küsel (SPD) sei der Antrag ohnehin überflüssig, da mit dem Klimaschutzkonzept bereits Energiesparmaßnahmen auf den Weg gebracht werden. Weber betonte aber, dass die von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen schneller umgesetzt werden können. „Das wäre ein starkes Zeichen von der Stadt Aurich“, meinte sie. Reinhard Warmulla (Linke) störte sich an dem Kontext des Antrages. „Wir sollten unabhängig vom Krieg CO2 einsparen“, sagte er.
Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß brachte ein ganz anderes Argument gegen den Antrag von Weber ein. Sie erklärte, dass der Betrieb des Solebeckens technische Auswirkungen auf den Rest des Bades hat. Bestimmte Baumaterialien müssten auf einer bestimmten Temperatur gehalten werden. Außerdem entstehe bei leeren Becken eine Spannung in der Wand. „Einfach entleeren geht nicht, sonst fallen uns die Fliesen von der Wand“, so Busch-Maaß. Als Reaktion darauf stellte Volker Rudolph (GAP) einen Antrag auf Nichtbehandlung. Diesem wurde mit einer Enthaltung durch Reinhold Mohr zugestimmt.
Busch-Maaß erklärte im Ausschuss außerdem, dass in jeder Kommune ein Entscheider für den Fall eines Gas-Notstands bestimmt wurde. Im Fall der Stadt Aurich liegt die Verantwortung beim Bürgermeister Horst Feddermann. Sollte es zu einer Knappheit kommen, dürfe Feddermann entscheiden, welche Gebäude noch weiterhin versorgt werden.