Junger erfolgreicher Coach  24-jähriger Trainer steht vor seinem größten Erfolg

Gerd-Arnold Ubben
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Von Gerd-Arnold Ubben
| 31.05.2022 19:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Als er 21 Jahre alt war, übernahm Jan-Henrik Koppelkamm die Frauenmannschaft der SG TiMoNo. Mit ihm gewann die SG zwei Meisterschaften. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Als er 21 Jahre alt war, übernahm Jan-Henrik Koppelkamm die Frauenmannschaft der SG TiMoNo. Mit ihm gewann die SG zwei Meisterschaften. Foto: Gerd-Arnold Ubben
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Jan-Henrik Koppelkamm landete mit den Fußballerinnen der SG TiMoNo schon einige Erfolge. Nun steht ein weiterer bevor.

Ostfriesland - Er ist erst 24 Jahre alt und schon sehr erfolgreich: Jan-Henrik Koppelkamm, Trainer der Frauenfußballmannschaft der Spielgemeinschaft TiMoNo aus der Oberliga. Nach der Übernahme des Teams 2019 durch Koppelkamm ging es nur noch aufwärts. Bereits in der ersten Saison erspielte sich das Team in der Landesliga die Meisterschaft und stieg in die Oberliga Niedersachsen-West auf. Die folgende Saison 2020/2021 wurde nach sechs Spielen wegen Corona annulliert. Der SG TiMoNo belegte seinerzeit Platz eins.

Davon ließen sich die Frauen jedoch nicht entmutigen. Motiviert bis in die Haarspitzen ging es in die dritte Spielzeit unter dem jungen Übungsleiter. Sie schlossen die Punktspielrunde als Meister ab. Am kommenden Sonntag trägt TiMoNo das Aufstiegsspiel zur Regionalliga aus. Gegner ist der TSV Barmke, Meister der Oberliga Niedersachsen-Ost. Der TSV ist in der Nähe von Helmstedt zuhause. Die Partie wird auf einem neutralen Boden in Barsinghausen angepfiffen. Momentan ist die SG TiMoNo auf dem besten Wege an die früheren Erfolge des SuS Timmel anzuknüpfen, der 2004 bis in die zweite Frauen-Bundesliga aufstieg.

Ein unverhofftes Angebot

Eigentlich hatte Koppelkamm nie vor, eine Frauenmannschaft zu trainieren. Seine Einstellung änderte sich, als er in seinem Heimatverein SV Nortmoor fünf Jahre lang Mädchen trainierte und er plötzlich das Angebot bekam, die Frauen der SG TiMoNo zu übernehmen.

Erst 21 Jahre alt, gingen er und die Verantwortlichen der Vereine das „Risiko“ ein. Bis heute hat niemand diese Entscheidung bereut, der junge Trainer erfährt überall Lob und Anerkennung.

Mannschaft mit Perspektive

„Mir macht es unheimlich Spaß. Ich habe hier die Möglichkeit, mich frei zu entwickeln und kann vor allen Dingen meine Ideen umsetzen. Die Mädchen fühlen sich wohl, denn das Umfeld ist intakt, es herrscht eine sehr gute Harmonie und ein gutes Miteinander. Alle packen mit an“, berichtet der Trainer.

Er habe ein Team mit Perspektiven, eine gute Mischung aus jüngeren und älteren Spielerinnen. Sie alle, so der erfolgreiche Trainer, haben eine gute Einstellung, seien diszipliniert und bereit, seine Vorgaben umzusetzen. Das zeige sich auch in der hohen Trainingsbeteiligung. Gerade auf regelmäßiges Training legt er großen Wert. Nur dann seien seiner Ansicht nach eine Weiterentwicklung und ein daraus resultierender Erfolg letztlich möglich.

Professionelles Umfeld

Das alles sei bei der SG TiMoNo gegeben. Hinzu komme ein tolles Trainerteam vom Co-Trainer über Teammanager über Athletiktrainerin, Masseurin, Betreuern hin bis zum Torwarttrainer. „Hier ist alles sehr professionell, deshalb mache ich den Trainerjob hier auch so gerne“, bekennt Koppelkamm. Alle würden zudem von der hervorragenden Nachwuchsarbeit profitieren. Es sei immer gesichert, dass Spielerinnen nachkommen.

Ein Vorteil sei auch, dass die zweite Mannschaft in der Bezirksliga und die dritte in der Ostfrieslandklasse spielen. Daneben sei die SG TiMoNo eine gute Option und Perspektive für ostfriesische Talente, damit diese nicht den weiten Weg nach Meppen oder Bremen antreten müssen. Einige gehören dem Kader bereits an wie Sina Gatena und Larissa Jetses. Beide 16 Jahre alt, sowie die 17-jährige Fenna Borde. Für die kommende Saison haben Fenja Theesfeld aus Dornum, Fabia Feeken, Kapitänin der U17-Bundesligamannschaft der SpVg Aurich, und Katharina Cicalese vom FC Ohmstede bereits ihre Zusage für die SG gegeben.

Trainer spielt in der Landesliga

Im Alter von drei Jahren begann Koppelkamm seine Fußballerkarriere beim SV Nortmoor, wechselte als D-Jugendlicher zum VfL Germania Leer. Unmittelbar nach der A-Jugend spielte er zwei Jahre für SV Grün-Weiß Firrel. Nach dem Aufstieg Firrels in die Landesliga hängte er seine Fußballschuhe vorübergehend an den Nagel, um sich ganz seinem Trainerjob bei der SG TiMoNo zu widmen.

Inzwischen schnürt der B-Lizenzinhaber wieder die Fußballschuhe für den Landesligisten VfL Germania Leer. Nicht ganz uneigennützig, denn er braucht die Spielpraxis als Nachweis, um Punkte für die Zulassung zum Lizenzlehrgang B Plus zu sammeln.

Seine Chancen sind allerdings gering, weil das bisherige Punktesystem umgeschmissen wurde und er als junger Spieler gegenüber älteren dadurch benachteiligt ist. Eine Bewerbung im Januar dieses Jahres wurde abschlägig beschieden; dennoch will er nicht aufgeben und sich weiterhin bewerben.

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