Kita-Plätze in Südbrookmerland Viele Eltern gehen wieder leer aus
Wie bereits im vergangenen Jahr gibt es mehr Anmeldungen als freie Betreuungsplätze in Südbrookmerland. Mit verschiedenen Maßnahmen will die Verwaltung das ändern.
Südbrookmerland - Jedes Jahr das Gleiche: In der Gemeinde Südbrookmerland fehlen im kommenden Kita-Jahr ab August zahlreiche Betreuungsplätze. 85 Kinder werden voraussichtlich keine Plätze in der Krippe oder in einer Kindertagesstätte bekommen. Aber: Noch besteht Hoffnung, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Joachim Betten. Denn eigentlich wurden für ein ausreichendes Betreuungsangebot schon Schritte eingeleitet.
Für das Kita-Jahr 2022/2023 gab es laut Betten 320 Anmeldungen von Eltern für einen Betreuungsplatz. 235 Plätze standen insgesamt zur Verfügung. Von den 85 fehlenden Plätzen werden sechs von den Eltern wohl nicht mehr benötigt – sie sind aus der Gemeinde fortgezogen. 16 Haben ihre Anmeldung in das kommende Jahr verschoben. Vier verbleiben in der bisherigen Einrichtung, haben also bereits einen Platz, nur ihr Wechselwunsch konnte nicht erfüllt werden. 26 Plätze fehlen für das kommende Kita-Jahr im Krippenbereich und 33 in Kindertagesstätten.
Ob es reicht, ist noch nicht klar
Um das Fehl bei den Kita-Plätzen auszugleichen, wurden bereits einige Beschlüsse seitens der Politik getroffen. Dazu gehört auch der Umzug der Moordorfer DRK-Kita in die ehemalige Haupt- und Realschule. Nach jetzigem Stand soll sie siebenzügig werden.
Nach der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen könne man allen 26 Krippenkindern, die aktuell keinen Betreuungsplatz bekommen konnten, einen anbieten, sagt Betten. Ob das aber bis zum Beginn des Kita-Jahres im August klappt, ist noch nicht klar.
Erweiterung steht im Raum
Noch nicht in trockenen Tüchern ist eine mögliche Erweiterung der bisher geplanten sieben Züge auf acht Züge in der Moordorfer DRK-Kita. Die Verwaltung erwägt laut Betten, einen entsprechenden Antrag der Politik vorzulegen. Mit diesem Plus an Betreuungsplätzen könne man auch die bisher fehlenden Angebote im Tagesstättenbereich abdecken.
Die mögliche Erweiterung der Moordorfer DRK-Kita soll laut Betten Thema im Schulausschuss am Donnerstag sein. Daneben stehen zwei Anträge jeweils von den Freien Wählern und der SPD/Linken auf dem Plan. Dabei geht es um einen Kita-Neubau. In ihren Anträgen unterscheiden sich die Fraktionen in erster Linie darin, ob die Kita in Theene mit der Eröffnung des Neubaus geschlossen werden soll oder nicht.
Nur schwer abschätzbar
Sobald alle Beschlüsse umgesetzt worden sind, sollten die Betreuungsplätze reichen – oder? Betten gibt sich mit seiner Einschätzung zurückhaltend. Zunächst könne man nicht mit Sicherheit sagen, dass die Maßnahmen rechtzeitig abgeschlossen würden. Immerhin habe die Baubranche immer noch mit Lieferproblemen und den erhöhten Rohstoffpreisen zu kämpfen.
Hinzu kommt laut Betten, dass man aktuell noch nicht sagen könne, wie sich der Bedarf an Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren entwickle. Man müsse damit rechnen, dass durch den russischen Angriff auf die Ukraine auch immer mehr Kinder geflüchteter Eltern nach Südbrookmerland kommen und einen Platz in einer Kita oder einer Krippe benötigen.