Kita-Neubau in Südbrookmerland Es fehlt nicht mehr viel
Der Beschluss für einen Kita-Neubau in Südbrookmerland rückt in greifbare Nähe. Am Donnerstag soll im Schulausschuss entschieden werden. In einem Punkt sind sich die Fraktionen uneinig.
Südbrookmerland - Eigentlich sind sich die Freien Wähler (FWG) und die SPD/Linke im Südbrookmerlander Gemeinderat einig: Es soll einen fünfzügigen Kita-Neubau geben. Ein anderer Punkt könnte am Donnerstag im Schulausschuss allerdings für Diskussionen zwischen den Fraktionen sorgen.
Schon seit Jahren klagen Eltern in der Gemeinde über zu wenig Kita-Plätze. Auch in diesem Jahr wird es wieder nicht reichen, hatte der zuständige Fachbereichsleiter, Joachim Betten, den ON schon vor Wochen bestätigt. Um die Not zu lindern, beschloss der Gemeinderat einen Kita-Neubau mit 19 zu 12 Stimmen.
Wechsel nach der Kommunalwahl
Damals war die SPD an der Macht – was sich jedoch mit der Kommunalwahl nur wenige Monate später änderte. Die FWG übernahm. Sie war damals gegen den Kita-Neubau. Das hat sich inzwischen allerdings geändert. Die Fraktion hat für die Ausschusssitzung am Donnerstag einen Antrag für einen Neubau gestellt – als Ersatz für den Kindergarten in Theene. Der solle dafür geschlossen werden, sagt Fraktionschef Ralf Geiken.
Die SPD hält mit ihrem Antrag dagegen. Sie fordert in einem Antrag die Umsetzung des bereits beschlossenen Neubaus. Fraktionsvorsitzender Hange Ukena ist frustriert, dass die FWG den Beschluss abändern will. „Das ist ja keine Art und Weise“, sagt er. Schließlich habe sich im Gemeinderat eine deutliche Mehrheit für den Neubau ausgesprochen.
Furcht vor dem Scheitern
Ukena fürchtet, dass seine Fraktion mit ihrem Antrag scheitern wird. Die FWG hält die meisten Sitze im Gemeinderat. Zudem gehe er davon aus, dass sich die CDU enthalten werde, sagt Ukena.
Mit ihrem Antrag ist die SPD/Linke der FWG bereits ein Stück entgegengekommen. So könne der Neubau in Zukunft die Kita in Theene ablösen, sagt Ukena. Jedoch müsse man erst einmal schauen, wie viele Plätze dann auch tatsächlich benötigt würden, bevor man eine Kita einfach schließe.
Fraktionen geben sich kompromissbereit
Auch die FWG sieht in ihrem Antrag einen Kompromiss. „Wir haben uns ein großes Stück angenähert“, sagt Geiken. Im vergangenen Jahr schloss die Fraktion den Kita-Neubau noch aus. Nun kann sich Geiken vorstellen, auch die Kita in Theene weiter geöffnet zu lassen, sollte es nötig sein.
Das Offenhalten sei allerdings mit Kosten verbunden, so Geiken. Das Gebäude in Theene sei schon in die Jahre gekommen und deswegen relativ teuer im Unterhalt. Zudem müssten für einen Kita-Neubau zusätzliches Personal gefunden werden, sollte er nicht die Tagesstätte in Theene ablösen. Außerdem könne es passieren, dass man in einigen Jahren zu viele Kita-Plätze habe und die Einrichtungen in Konkurrenz zueinander stünden. Man dürfe nicht vergessen, wer die Kosten dafür am Ende trage – der Steuerzahler.
Eröffnung wohl frühestens 2024
Wichtig sei nun, den Neubau so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen, sagt Geiken. Immerhin müsse man bedenken, dass die zusätzlichen Plätze ja nicht sofort zur Verfügung stünden. Der FWG-Chef rechnet mit einer Eröffnung frühestens 2024.
Wie es mit der Kita in Theene weitergehen soll, könnte aber auch nach der Ausschusssitzung noch offenbleiben. Geiken zeigte sich offen, diese Entscheidung noch zu vertagen. Ganz im Gegensatz zum Neubau-Beschluss. Er stehe so gut wie fest. „Da kann keiner was dagegen haben“, sagt Geiken.