Schwimmkurse stark gefragt Zusätzliche Angebote für Anfänger sollen helfen
Die Nachfrage nach Schwimmkursen ist im Kreis Aurich weiterhin ungebrochen. Zum Teil gibt es lange Wartezeiten. Doch zusätzliche Angebote sollen Abhilfe schaffen.
Aurich – Sportvereine, DLRG und Badbetreiber bieten zahlreiche Schwimmkurse für Anfänger im Kreis Aurich an. Doch die Wartelisten sind dennoch lang. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie reiße die Nachfrage einfach nicht ab, sagt Michael Rieken als Sprecher der DLRG Aurich.
Schon vergangenen Sommer haben sie statt der üblichen drei bis vier Kurse 13 Ferienkurse angeboten. Diesen Sommer sind es acht. „Das ist ein großer Kraftakt für uns“, sagt Rieken. 2021 konnten so 120 Kinder bei den Aurichern Schwimmen lernen, dieses Jahr sollen es etwa 80 bis 90 Kinder werden. Dazu kommen die ausgebuchten Kurse an den Wochenenden.
Lange Wartezeiten bei der DLRG
Eine besondere Herausforderung für den Auricher Ortsverein ist dabei die fehlende Wassergewöhnung der Kinder. So werden zunächst alle Angemeldeten darauf überprüft, bevor sie einen Seepferdchenkurs absolvieren können. Wenn es die Möglichkeiten zulassen, soll direkt dann ein Bronzekurs ermöglicht werden.
„Die Nachfrage wird so weitergehen“, ist Rieken überzeugt. Die Wartelisten sind lang, wer sich jetzt anmelde, müsse grob zwei Jahre warten. Der Trend gehe dazu, nach der Geburt des Kindes nicht nur die Kinderbetreuung zu klären, sondern auch schon einen Schwimmkurs zu buchen.
Zweijährige werden bereits angemeldet
Diesen Trend kann auch Harm Park bestätigen. Der Vorsitzende des TuS Weene bekommt vermehrt Anfragen für Zweijährige. „Wir nehmen sie in unsere Liste auf. Die Kurse können sie aber erst mit fünf Jahren besuchen“, so Park. Der Verein hat eine große Schwimmabteilung, auch Anfängerkurse sind immer im Programm.
Derzeit seien etwa 400 Kinder zu Kursen angemeldet, sagt der Vorsitzende. Etwa 200 bis 250 könne der Verein in einem Jahr schaffen. „Im Moment habe ich die Aufnahme erstmal gestoppt. Auf der Warteliste für kommendes Jahr stehen schon 150 Namen.“ Dabei sind für 2023 schon die ersten fünf Kurse geplant.
Bronzekurse sollen Sicherheit schaffen
Dieses Jahr werden es wohl 15 Kurse sein, die Übungsleiterin Constanze Harms und ihr Team anbieten. In jedem Kurs können von drei Helfern 15 bis 16 Kinder betreut werden. Durch die vielen coronabedingten Einschränkungen mussten die Kurse im vergangenen Jahr kleiner gehalten werden. Dadurch konnten etwa 100 Kinder ihr Schwimmabzeichen bekommen.
„Wir versuchen, so vielen Kindern wie möglich ein Angebot zu machen. Wir schaffen derzeit etwa 70 bis 80 mehr als sonst“, sagt Park. Angeboten würden sowohl Seepferdchen- als auch sich häufig anschließende Bronzekurse. Die Kinder kommen aus einem großen Einzugsbereich.
Freie Plätze in Holtrop
Auch im Freibad in Holtrop sind die bisherigen Schwimmkurse ausgebucht. „Wir bieten schon mehr an, um die Corona-Jahre aufzuholen“, sagt Schwimmmeister Heiko Wiese. Zehn Kurse sind bis September geplant. „Wir würden locker das gleiche noch mal vollbekommen“, so Wiese.
Die Großefehn Tourismus GmbH reagiert jetzt auf die große Nachfrage. So wird im September ein weiterer Kurs angeboten. „Anmeldungen nehmen wir gerne noch entgegen“, sagt Jens Erdwiens von der Gemeinde. Mit den elf Kursen könnten etwa 66 Kinder für das Wasser fit gemacht werden. Den Vorzug bekämen ältere Grundschüler, um sie für die weiterführenden Schulen vorzubereiten.
Ulricianum versucht, Lücke zu schließen
Davon profitiert unter anderem das Gymnasium Ulricianum in Aurich. Denn um dort am Schwimmunterricht teilnehmen zu können, ist ein Bronzeabzeichen erforderlich. Daniel Harms, Sportlehrer am Gymnasium, bietet deshalb mehrere Schwimm-AGs an. Im laufenden Schuljahr waren es drei Kurse, einen für die Außenstelle. „Ich kann maximal acht Schüler pro Gruppe aufnehmen, um allen gerecht werden zu können“, sagt Harms.
Der dritte Kurs war eigentlich zur Ausbildung der Rettungsschwimmer gedacht. Doch aufgrund des hohen Bedarfs bei den Anfängern, hat er ihn kurzerhand umfunktioniert. „Manche brauchen nur in wenigen Stunden eine Art Feinschliff. Andere haben mehr Ängste oder Defizite im Umgang mit Wasser“, beobachtet Harms bei den Fünftklässlern.
Er und seine Kollegen würden die Klassen kurz nach der Anmeldung sichten, um zu sehen, wer Bedarf an zusätzlichen Schwimmeinheiten hat. Auch Talente sollen dabei gefördert werden. Doch vorsorglich kümmern sich die Lehrer um diejenigen, ohne Bronzeabzeichen. „Das ist eine Voraussetzung, um am Unterricht teilnehmen zu können. Gleichzeitig helfen wir ihnen, in Ostfriesland sicher mit dem Fahrrad an all unseren Gewässern unterwegs sein zu können.“