Wohnprojekt geplant Seniorendorf auf der grünen Wiese in Marienhafe
Ein Koblenzer Unternehmen plant ein millionenschweres Wohnprojekt in Marienhafe. Eine entscheidende Hürde ist aber noch zu nehmen.
Marienhafe – Auf der grünen Wiese an der Kirchstraße in Marienhafe ist buchstäblich Großes geplant: Das Koblenzer Unternehmen Inovavita beabsichtigt dort den Bau eines Senioren-Wohnparks. Mindestens 40 Wohnungen sollen entstehen, bestätigte Inovavita-Geschäftsführer Dirk Hillesheim auf Anfrage.
Er und seine Frau Marie Josée Didden haben sich zum Ziel gesetzt, Wohnkonzepte für ein gutes Leben im Alter zu entwickeln. „Menschen sollen in den von uns entwickelten und begleiteten Wohnformen ihr neues zu Hause finden“, sagte Hillesheim. Ältere Menschen könnten sich in dem „Seniorendorf“ Wohnraum mieten oder kaufen und ihre persönlichen Möglichkeiten und Wünsche umsetzen, heißt es. Bei Bedarf werden ihnen auch stationäre und ambulante Pflegeleistungen angeboten.
„Keine Nobelresidenzen“
Geplant sind barrierefreie Bungalows mit bis zu 100 Quadratmeter Wohnraum, bis zu 70 Quadratmeter große Wohnungen und Gemeinschaftseinrichtungen, die alle nutzen können. „Wir bauen keine Nobelresidenzen“, betont Hillesheim. Die Betreuungsleistungen seien für alle gleich. Jeder solle sich das Wohnen im Alter dort leisten können. Auch entstehe kein „isoliertes Getto“, sondern ein Quartier mit Anschluss an den Ort.
Knapp 30 Millionen Euro sollen in Marienhafe investiert werden. Die Inovavita plant und vermittelt. Das Geld kommt von anderen. „Bedarf und Kapital sind da. Wir brauchen uns nicht anstrengen, um Investoren zu finden“, sagte Hillesheim, der ein ähnliches Projekt auch „Am Norder Tief“ nahe dem Schlachthof in Norden plant, wo es allerdings seit mehreren Jahren Widerstände gibt.
Eine entscheidende Hürde
Die erwartet Hillesheim in der Form in Marienhafe nicht. Allerdings muss sein Projekt auch dort noch eine entscheidende Hürde nehmen: Das Land gehört noch dem Marienhafer Landwirt Johannes von Essen. In enger Abstimmung mit der Gemeinde seien er und seine Frau dran, die Grundstücksfrage zu klären, sagte Hillesheim. Unterstützung erhalte er von Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD). „Wir wissen, was wir wollen“, so der Inovavita-Geschäftsführer. Von Essens Grundstück sei für ihr Konzept bestens geeignet, so Hillesheim.
Noch aber zögert von Essen, es der Inovavita zu überlassen. Denn einen Teil seines 3,9 Hektar großen Areals soll die Gemeinde Marienhafe erhalten. Die will, wie berichtet, östlich der Umgehungstraße und der geplanten parallel verlaufenden Entlastungsstraße Platz für Gewerbebetriebe ausweisen. Sie sollen offenbar eine Art Lärmschutz für das östlich davon geplante Seniorendorf bilden.
Tausch mit Gemeinde
Die dafür benötigte Fläche (rund 1,45 Hektar) erhalte die Gemeinde von ihm im Tausch gegen eine etwa gleich große Fläche am Hingstlandsweg, erklärt von Essen. Die Voraussetzung für das Geschäft seien bereits seit Längerem erfüllt. Seit Februar warte er darauf, dass ihm die Verwaltung die Tauschvereinbarung vorlege, so von Essen.
Erst wenn das Geschäft mit der Gemeinde perfekt sei, sei er bereit für den Deal mit der Koblenzer Inovavita. Ein Vertragsentwurf für die rund 2,45 Hektar Land liege ihm vor. Das Angebot gelte befristet bis Ende 2023. Eine Verlängerung werde es mit ihm nicht geben, machte von Essen deutlich.