Berlin  „Noch nie so schnell gerannt“: Überlebende berichten von Amoklauf an Grundschule

Alina Groen
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Von Alina Groen
| 27.05.2022 14:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Amoklauf im texanischen Uvalde hält ganz Amerika in Atem. Nun berichten einige Überlebende. Foto: Imago-images/ZUMA Wire
Der Amoklauf im texanischen Uvalde hält ganz Amerika in Atem. Nun berichten einige Überlebende. Foto: Imago-images/ZUMA Wire
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Amerika steht unter Schock: Diese Woche ereignete sich einer der schlimmsten Amokläufe der US-Gesichte - 19 Grundschulkinder und zwei Erwachsene starben. Nun berichten überlebende Schüler von den dunklen Stunden bis zur Befreiung.

Am Dienstagnachmittag erschoss Salvador Ramos im Süden Texas mit einem Sturmgewehr an einer Grundschule 19 Kinder und zwei Erwachsene. Während des Unterrichts drang der 18-Jährige in die Räume der Robb Elementary School ein und wütete so lange, bis ihn Sicherheitskräfte erschossen. Bei der Tat handelt es sich um einen der schlimmsten Amokläufe der US-amerikanischen Geschichte. Nach Angaben der „New York Times“ konnten nun einige Reporter mit überlebenden Schülern des Massakers sprechen. Sie berichteten von Stunden des Schreckens und erzählten, wie sie dem Amokläufer entkommen konnten.

Bei der Gedenkstätte für die Opfer des Amoklaufs trafen Reporter vor Ort auf die Zehnjährige Kaitlyn Martinez. Sie berichtete, dass sie gerade in der Pause war, als das Feuer eröffnet wurde. Zunächst habe sie gedacht, es handle sich um ein Feuerwerk. Die Lehrerin habe daraufhin den Raum verriegelt, das Licht ausgemacht und sie und ihre Klassenkameraden dazu aufgefordert, ruhig zu sein.

Erst nachdem die Tür wieder geöffnet wurde und die Kinder zu einem nahe gelegenen Bus in Sicherheit gebracht wurden, habe das Mädchen vom Amoklauf erfahren. „Sie haben die Tür geöffnet und haben uns gesagt, dass dort ein Schütze war.“

Auch die zehnjährige Gemma Lopez berichtet, sie sei zuerst von einem Feuerwerk ausgegangen. Nachdem die Unterrichtsstunde vorbei war, habe sie mit ihren Freunden im Klassenzimmer gespielt, als sie plötzlich laute Geräusche hörte. Dann habe sie einen Polizisten gesehen. „Alle hatten Angst und ich sagte ihnen, sie sollen leise sein“, berichtet die Grundschülerin. Sie habe gewusst, was in so einer Situation zu tun sei, schon seit dem Kindergarten habe es regelmäßig Übungen für den Fall eines Amoklaufs gegeben. Lopez berichtet, man habe das Licht im Klassenzimmer ausgeschaltet und sich unter dem Tisch versteckt.

Ruhiger als andere Klassenkameraden sei sie gewesen und habe dennoch Angst gehabt, so die Schülerin. Nachdem ein Polizist in den Klassenraum kam, seien sie zum nahe gelegenen Friedhof gebracht worden. „Ich glaube, ich bin in meinem Leben noch nie so schnell gerannt. Dort habe ich mich viel sicherer gefühlt, aber ich konnte nicht aufhören zu weinen“, sagte das Mädchen.

Die Lehrerin, die so geistesgegenwärtig reagierte und sich mit den Schülern in einem dunklen Klassenzimmer einschloss, soll an dem Tag für einen Kollegen eingesprungen sein. Sie wandte das Prozedere des sogenannten „Active-Shooter-Drills“ an. Hierbei handelt es sich um eine Verhaltensmaßnahme, die in einigen US-amerikanischen Schulen regelmäßig geübt wird und das Verriegeln von Türen, Verbarrikadieren des Klassenraums sowie das Ausschalten des Lichts beinhaltet.

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