Norder Stadtentwicklung  Mehrere Hundert Seiten Ideen für Doornkaat-Gelände

| | 26.05.2022 17:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit zwei Jahren ist das Doornkaat-Gelände in Norden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Schon bald soll das Areal nach 30 Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden. Foto: Rebecca Kresse
Seit zwei Jahren ist das Doornkaat-Gelände in Norden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Schon bald soll das Areal nach 30 Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden. Foto: Rebecca Kresse
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Im Herbst sollen aus den Ideen von Politik und Verwaltung konkrete Pläne gemacht werden. Ein Vorschlag hat die Planer dabei besonders amüsiert.

Norden - Die Norder haben ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie das ehemalige Doornkaat-Gelände mitten in der Innenstadt künftig aussehen soll. Allein am Aktionstag Anfang Mai sind mehr als 100 Seiten mit Vorschlägen für die Gestaltung des Areals zusammengekommen. Ein Vorschlag amüsierte die Verwaltung dabei besonders.

Ein Besucher hat sich von der Verwaltung einen Ikea-Markt auf dem Gelände gewünscht. Den können sich die Fachleute schon aufgrund der schieren Größe an dieser Stelle allerdings kaum vorstellen, teilte Ronald Böhmer vom Fachdienst Stadtplanung und Bauaufsicht mit. Erfolgversprechender sind da die anderen Vorschläge. Laut Böhmer favorisieren die Norder öffentliche Angebote für das Kultur-, Freizeit- und Gemeinschaftsleben. So wünschen sie sich Spiel- und Freizeitanlagen, Erlebnisspiel- und Grünanlagen. Viele Kinder träumen von einem Abenteuerspielplatz oder einem Indoorspielplatz. In den Gebäuden können sich die Norder auch ein Kino, Gastronomie-, Sport-, Hobby- und Kunst-Angebote vorstellen. Beim Thema Wohnen ist den Nordern eines besonders wichtig: Der Wohnraum im neuen Stadtquartier soll bezahlbar sein.

Im Herbst Diskussion über Vorschläge

Die Ergebnisse des Aktionstages sollen jetzt systematisch ausgewertet werden. Eine Sammlung der Ideen soll dann auf der Internetseite der Stadt Norden präsentiert werden. Doch damit ist die Ideensammlung noch nicht beendet. Die Stadt hat einen Dienstleister mit der Gestaltung eines Webportals beauftragt. Dort können Bürger weiterhin ihre Ideen beisteuern.

Im Herbst ist eine Diskussion mit dem Arbeitskreis „Revitalisierung Doornkaat-Gelände“ vorgesehen. Darin sind Ratsmitglieder aus jeder Fraktion und Mitarbeiter aus allen Fachdiensten, die in Norden mit der Stadtentwicklung zu tun haben. Ziel der Diskussion ist es laut Verwaltung, gemeinsam den gemeinsamen Zielen zu nähern, also zu formulieren, was letztlich umsetzbar und gewünscht ist. Das muss anschließend von der Politik noch beschlossen werden. Erst dann können die Nutzungsziele und Entwicklungs- und Vergabeverfahren konkret werden. Wichtig sei, so Böhmer, dass die letztlich konkret beschlossenen Nutzungsziele sowohl finanzierbar als auch dauerhaft tragfähig und miteinander in einem Quartier kombinierbar sind.

Beschlüsse sollen Anfang 2023 vorliegen

Nach Wunsch der Stadt, sollen die konkreten Ziele für das Gelände bis Ende des Jahres erarbeitet und formuliert sein, die politischen Beschlüsse Anfang 2023 vorliegen. In diesem Prozess soll auch geklärt werden, welche Bereiche auf dem Gelände die Stadt Norden in Eigenregie entwickeln will und für welche Investoren mit ins Boot geholt werden sollen. Bürgermeister Florian Eiben machte bereits deutlich, dass die Stadt Norden nicht nur die Steuerung der Stadtentwicklung auf dem Doornkaat-Gelände anstrebe, sondern auch die Entwicklung größerer Teile selbst übernehmen wolle.

Wie berichtet, hat der Rat der Stadt Norden im November 2015 die generelle Satzung über das Sanierungsgebiet „Doornkaat-Gelände und Umfeld“ beschlossen. Das etwa neun Hektar große Sanierungsgebiet umfasst neben den ehemaligen Gewerbeflächen der Firma Doornkaat AG teilweise die Straßen Kleine Hinterlohne sowie Glückauf mit ihren Randbebauungen einschließlich des Real-Marktes. Vorrangiges Ziel der Sanierung ist die Revitalisierung der Industriebrache. Dafür sollen die vorhandenen Gebäude modernisiert und instandgesetzt werden. Nur wenige Gebäude sollen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Seit September 2020 ist die Stadt Norden Eigentümerin des Doornkaat-Geländes. Derzeit wird durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes für einen Teil des Sanierungsgebietes der Umzug der Norder Polizeidienststellen auf das Doornkaat-Gelände vorbereitet.

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