Berlin Warum Sie sich auf weiter steigende Mieten einstellen müssen
In Deutschland werden zu wenig neue Wohnungen gebaut. 2021 war die Zahl sogar geringer als im Vorjahr. Die Folgen treffen Wohnungssuchende und Mieter.
Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist seit Jahren extrem angespannt, und die Krise wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Ein neues Signal dafür liefert das Statistische Bundesamt: Erstmals seit 2011 ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Leider kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Bauen verteuert sich bereits seit Jahren wegen immer strengerer Vorgaben. Und wenn Bauen teurer wird, wird auch Wohnen teurer. Das war und ist für Bauherren und Mieter ärgerlich genug.
Doch wegen des Handwerkermangels, des knappen und teuren Baumaterials, steigender Kredit- und Energiekosten sowie der anhaltend hohen Inflation dreht sich die Preisspirale immer schneller. Besserung ist derzeit nicht in Sicht.
Die Folgen sind dramatisch. Es ist kaum noch möglich, neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Und wenn Bauen sich immer seltener rechnet, wird der Wohnungsmangel größer werden. Dadurch verteuern sich auch Bestandswohnungen - Stichwort: Angebot und Nachfrage. In beliebten Gegenden finden seit geraumer Zeit nicht einmal diejenigen eine Wohnung, die bereit und in der Lage sind, jeden Monat einen Großteil ihres Einkommens für Miete auszugeben.
Der Frust auf Seiten der Wohnungssuchenden und Mieter ist verständlich. Doch was sollen Bauherren und Vermieter machen? Sie sind schließlich keine Samariter, sondern müssen die hohen Kosten durch entsprechende Mieteinnahmen abdecken. Wut ist nur dort berechtigt, wo Vermieter und Gesellschaften die Not der Mieter ausnutzen und über Gebühr abkassieren.