Einbrüche durch Corona  Weniger Azubis im Handwerk

| | 23.05.2022 12:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Auszubildender (r) setzt eine Schweißnaht an ein Metallteil, während ein Berufsschullehrer zuschaut. Die Zahl der Lehrverträge im Elektro- und Metallhandwerk in Ostfriesland ist gesunken. Foto: DPA
Ein Auszubildender (r) setzt eine Schweißnaht an ein Metallteil, während ein Berufsschullehrer zuschaut. Die Zahl der Lehrverträge im Elektro- und Metallhandwerk in Ostfriesland ist gesunken. Foto: DPA
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Die Zahl der Auszubildenden geht seit einigen Jahren tendenziell zurück. 2020 gab es außerdem einen Einbruch aufgrund von Corona. Im Handwerk sind die Auswirkungen je nach Branche unterschiedlich.

Ostfriesland - Corona, der demografische Wandel und die zunehmende Akademisierung: Viele Branchen verzeichnen einen Rückgang an Auszubildenden. Auch im Handwerk ist diese Entwicklung zu spüren. „Wir haben von Jahr zu Jahr weniger Azubis“, sagt Dieter Friedrichs, Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer für Ostfriesland. 2019 registrierte die Handwerkskammer insgesamt 1043 neue Lehrverträge, 2020 sank die Zahl auf 927. 2021 gab es eine leichte Erholung: 988 neue Lehrverträge wurden registriert. Über die Tausendermarke ging die Zahl aber nicht. „Teilweise pendelt es sich aber auch wieder ein“, sagt Friedrichs. Die Branchen sind jeweils unterschiedlich vom Rückgang der Auszubildenden betroffen. Das hat sich auch während der Corona-Pandemie gezeigt.

„Wir waren im letzten Jahr teilweise verwundert über die konstanten Zahlen“, sagt Friedrichs mit Blick auf die Corona-Pandemie. Im Bau- und Ausbauhandwerk waren es 2019 228 neue Auszubildende, 2020 sank die Zahl auf 202, 2021 stieg sie auf 262. Im Elektro- und Metallhandwerk gab es nur einen leichten Rückgang: 2019 gab es 452 neue Auszubildende, 2020 422 und 2021 nur noch 418. Auch beim Nahrungsmittelhandwerk, zu dem beispielsweise Bäcker zählen, gab es trotz Einschränkungen in der Gastronomie keinen Einbruch in der Corona-Krise. 2019 wurden 23 neue Lehrverträge abgeschlossen, 2020 insgesamt 21 und 2021 waren es 28.

Handwerk insgesamt erlitt Einbruch in 2020

Die Gruppe der Gesundheits- und Körperpflege sowie das chemische und Reinigungshandwerk verzeichnet einen leichten Rückgang bei den Auszubildenden Zahlen. 2019 waren es 86 neue Lehrverträge, 2020 insgesamt 80 und 2021 schließlich 73. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise Friseure,, aber auch Zahntechniker oder Augenoptiker. Rechnet man alle Handwerkssparten zusammen, ist ein Einbruch während ersten Corona-Jahres 2020 zu erkennen – aber auch eine Erholung in 2021. 2019 waren es 864 neue Lehrverträge im Handwerk, 2020 nur noch 806. 2021 stieg die Zahl aber wieder 848.

Bei den kaufmännischen Berufen, für die die Hanswerkskammer Ostfriesland zuständig ist, ist in den letzten drei Jahren ein Rückgang zu verzeichnen. 2019 gab es 127 neue Auszubildende, 2020 waren es nu 82 und 2021 insgesamt 98. Zu diesen Berufen zählen unter anderem Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk oder Kaufmänner beziehungsweise -frauen für Büromangement.

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