Diskussion um Pläne  Widerstand gegen neuen Sportplatz in Marienhafe

| | 20.05.2022 20:16 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das neue Sportzentrum in Marienhafe soll auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich des Kiessees am Tjücher Moortun (im Bild parallel rechts zu den Wasserflächen) entstehen. Landwirte, die das daran angrenzende Land bewirtschaften, haben dagegen Bedenken vorgebracht. Foto: Thomas Dirks
Das neue Sportzentrum in Marienhafe soll auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich des Kiessees am Tjücher Moortun (im Bild parallel rechts zu den Wasserflächen) entstehen. Landwirte, die das daran angrenzende Land bewirtschaften, haben dagegen Bedenken vorgebracht. Foto: Thomas Dirks
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Die Diskussionen gehen weiter: Anliegende Landwirte fürchten einen Wertverlust ihrer Fläche – und geben einen Ausblick, was Sportlern droht.

Marienhafe - Gegen die geplante zentrale Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe gibt es ersten konkreten Widerstand. Es droht Ärger mit Anrainern: Landwirte, die eine nördlich an das geplante Areal angrenzende Fläche bewirtschaften, haben erhebliche Bedenken formuliert. „Wir befürchten massive Einschränkungen“, heißt es in ihrem Schreiben an die Samtgemeindeverwaltung.

Diese fordern die Landwirte auf, sie bei den weiteren Planungen für die aus zwei Naturrasenspielfeldern, einem Kunstrasenplatz und Leichtathletikanlagen bestehende sieben Hektar große Sportstätte nördlich des Baggersees mehr als bisher einzubeziehen und zu informieren.

Intensive Nutzung wichtig

Die Unterzeichner, Berta Bruns-Ippen als Eigentümerin sowie deren Sohn Reno und Schwiegertochter Heike Ippen als Pächter, betonen, dass ihnen eine intensive Nutzung der Fläche weiter wichtig sei. Ihr Ackerbaubetrieb befindet sich zwar im Norder Ortsteil Neuwesteel. Auf die 7,7 Hektar große Fläche in Marienhafe können und wollen sie aber nicht verzichten.

Schon jetzt grenze diese nördlich an ein Gewässer 2. Ordnung, was die Nutzung einschränke. Grund: In einem fünf Meter breiten Streifen entlang des Grabens dürften ab 1. Juli keine Pflanzenschutz- und Düngemittel eingesetzt werden. Gleiches, so befürchten die Ippens, drohe auch an der südlichen Grenze zur neuen Sportstätte, wenn aus einer noch „Grenzgrüppe“, wie geplant, ein wasserführender Graben werde. Die ohnehin schon schmale zu bewirtschaftende Fläche könnte so zusätzlich eingeschränkt werden und weiter an Wert verlieren, befürchten die Landwirte. „In diesem Fall werden wir Samtgemeinde und Gemeinde verpflichten, den Wertverlust vollumfänglich auszugleichen“, heißt es in der Eingabe. Auch werde man alle anderen zusätzlich anfallenden Kosten in Rechnung stellen. Man bitte um eine zeitnahe Beteiligung am Entwässerungskonzept und darum, die Bedenken im weiteren Verlauf zu berücksichtigen, damit eine „verträgliche Lösung“ gefunden werden könne.

Befremdliche Vorgehensweise

In Sachen Beteiligung sehen die Ippens generell Nachholbedarf. Bisher habe die Verwaltung noch nicht von sich hören lassen. „Es wäre schön gewesen, wenn wir als direkter Nachbarn eher informiert worden wären“, sagte Heike Ippen. Zumal, wenn, wie in diesem Fall, der andere Nachbar mit der Sportstätte eine Grenzbebauung beabsichtige. Die bisherige Vorgehensweise habe sie befremdet. Von der Stadt Norden sei sie anderes gewohnt, sagte die Landwirtin.

Außerdem bitten sie und ihr Mann die Samtgemeinde darum, die notwendigen Abstände zu ihrer Fläche zu ermitteln und einzuhalten. Es könne nicht sein, dass sie sich wegen zu erwartender Emissionen einschränken müssten, sagte Ippen. Mit denen gehe eine ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung nun einmal einher. Als Beispiele nannte Ippen Geräusche durch Maschinen, Staub bei der Ernte und Geruch durch Dünger. Auf Sportler und andere Besucher der Sportanlage komme unter Umständen einiges zu, zumal die Arbeiten sich nicht nach dem Sport- und Spielbetrieb richten könnten, sondern nach Bedarf der jeweiligen Kulturpflanzen ausgeführt werden müssten.

Gegenwehr angekündigt

„Die Fläche muss für uns attraktiv bleiben“, sagte Ippen. Dass ihre Schwiegermutter, ihr Mann und sie diese ganz oder auch nur in Teilen auf- und und an die Samtgemeinde abgeben könnten, schließt sie kategorisch aus. „Das ist für uns kein Thema. Wir würden uns massiv wehren“, sagte sie.

Das gelte auch für ein möglicherweise drohendes Enteignungsverfahren, das Jahre und damit länger dauern könnte, als der 2,5-Millionen-Euro-Zuschuss für die 5,5 Millionen Euro teure Sportanlage zur Verfügung steht. Generell behalte man sich juristische Schritte vor und habe auch bereits das Landvolk als ihre Berufsvertretung um Prüfung und Stellungnahme gebeten.

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