Sprache Grundschule ist nun „Plattdütske School“
Die Schule Im Spiet in Norden wurde vom Kultusminister als „Plattdütske School“ – also Plattdeutsche Schule – ausgezeichnet. Fünf Jahre gilt der Titel nun. Doch was macht die Grundschule dafür?
Norden - In Ostfriesland sprechen viele Menschen noch Plattdeutsch. Gerade die ältere Generation kann meistens noch fließend ostfriesisches Platt sprechen. Bei Kindern und Jugendlichen wird das aber immer seltener.
Das Gegenteil ist an der Grundschule Im Spiet in der Stadt Norden der Fall: Die Schule wurde letzte Woche sogar als „Plattdütske School“, also als Plattdeutsche Schule ausgezeichnet. Denn hier wird viel dafür getan, damit die Muttersprache der Ostfriesen nicht in Vergessenheit gerät.
Plattdeutsch an der Schule Im Spiet
Aber was heißt es genau, eine „Plattdütske School“ zu sein? Wie Schulleiterin Anna Brede erzählt, gibt es für diesen Titel einige Kriterien. An ihrer Grundschule gibt es so zum Beispiel eine Plattdeutsch-AG für die Dritt- und Viertklässler, einen Lesewettbewerb auf Platt und sie haben schon vier Plattdeutsch-Kurzfilme gedreht. Auch in der Ganztagsbetreuung wird immer wieder Platt gesprochen. „Außerdem versucht Frau Neemann, Kunst und Religion auf Platt zu unterrichten. Wir haben auch eine plattdeutsche Kinderbibel. Einmal im Monat versuchen wir auch, etwas zu machen, das mit dem Plattdeutschen und der Kultur zu tun hat. Zum Beispiel eine typische Teezeremonie“, erklärt Rektorin Anna Brede.
Um die Auszeichnung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (er gehört zu der Partei SPD) entgegenzunehmen, sind sie, ihre Kollegin Antje Neemann und drei Schüler nach Lüneburg gefahren. „Im Landesmuseum dort fand die Auszeichnung statt“, sagt Anna Brede. Amelie Okken, Sila Osu und Gero Krecklow aus der Klasse 4d durften mit, da sie Plattdeutsch verstehen und sprechen können.
Eine besondere Auszeichnung
Fünf Jahre lang darf die Grundschule die Auszeichnung nun behalten. Dann wird erneut geprüft, ob sie das Schild für die Eingangstür behalten dürfen.
Insgesamt haben fünf Schulen in Niedersachsen dieses Jahr zum ersten Mal die Auszeichnung erhalten. Dazu gehören außer der Schule in Norden weitere Grundschulen in Fischerhude, Habbrügge und Ihlow sowie eine Berufsschule in Nordhorn.
Bei neun anderen Schulen wurde das Zertifikat Plattdeutsche Schule nach erneuter Prüfung verlängert. Insgesamt haben nach Angaben des Ministeriums über die Jahre 43 niedersächsische Schulen das Zertifikat bekommen.