Berlin Entwicklungsministerin schmiedet auf G7-Treffen Anti-Hunger-Pakt
Die Getreidepreise explodieren, der Krieg könnte 13 Millionen Ukrainer in den Hunger treiben. Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) will deswegen auf dem G7-Treffen an diesem Mittwoch einen globalen Anti-Hunger-Pakt schmieden.
„Es gibt Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt. Dem müssen wir ein neues Bündnis für globale Ernährungssicherheit entgegensetzen, das wir bei diesem Treffen beschließen wollen“, sagte Schulze im Gespräch mit unserer Redaktion.
„Die Lage auf den Agrarmärkten war ohnehin schon angespannt, durch Russlands Angriffskrieg wird die Not noch einmal dramatisch verschärft.“ Und weiter:
Neben mehr Geld - 430 Millionen Euro aus Deutschland - sieht der Anti-Hunger-Pakt eine enge Koordination der Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft zur Ernährungssicherheit vor. Weltbank und Afrikanische Union sind eingebunden. Auch Stiftungen und Privatunternehmen sind eingeladen.
„Die schrecklichen Folgen von Russlands Angriffskrieg gehen weit über die Ukraine hinaus. Darum schaut Deutschland in dieser Zeit nicht nur nach Osten, sondern auch nach Süden“, sagte Schulze. Die Ministerin war kürzlich in den Libanon und nach Äthiopien gereist, um sich ein Bild von akuten Versorgungskrisen zu machen.
Nach Angaben der Welthungerhilfe leiden derzeit bis zu 811 Millionen Menschen an Hunger und mehr als zwei Milliarden an Mangelernährung. Laut FAO könnten durch den Ukraine-Krieg weitere 13 Millionen Menschen in den Hunger getrieben werden. Die Lebensmittelpreise sind seit Kriegsbeginn explodiert, für Weizen wurde allein im März ein Preissprung von 17 Prozent ermittelt.
Neben der Bekämpfung des Hungers soll es auf dem G7-Treffen auch um den Kampf gegen den Klimawandel und den Wiederaufbau „einer freien Ukraine“, gehen, erklärte Schulze. Der ukrainische Premierminister Denys Schmyhal wird virtuell an der Sitzung zu den Folgen des russischen Angriffskriegs auf sein Land teilnehmen.