Berlin  „IDAHOBIT“: Daran wird an dem Tag für Gleichberechtigung erinnert

Torben Kessen
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Von Torben Kessen
| 17.05.2022 12:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Überall auf der Welt finden heute wieder Demonstrationen für Gleichberechtigung der LGBTQI+-Community statt. Foto: dpa/EUROPA PRESS/Jorge Gil
Überall auf der Welt finden heute wieder Demonstrationen für Gleichberechtigung der LGBTQI+-Community statt. Foto: dpa/EUROPA PRESS/Jorge Gil
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„IDAHOBIT“ steht für „International Day Against Homophobia, Biphobia and Transphobia“. Dass der Tag am 17. Mai begangen wird, hat einen besonderen Grund.

Noch immer sind nicht-heterosexuelle Menschen wie Schwule und Lesben Diskriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt. Um ein Zeichen gegen diese Benachteiligungen zu setzen, findet seit 2005 am 17. Mai der alljährliche internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie statt (IDAHOBIT).

Es protestieren Menschen überall auf der Welt gegen die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen, die in ihrer Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung nicht der heterosexuellen Norm entsprechen. Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, dass Homosexualität keine Krankheit mehr ist. Transsexualität wurde dagegen erst 2018 von der WHO als Krankheit gestrichen.

In vielen Ländern ist es noch verboten, zur LGBTQI+-Community (Lesbian, Gay, Bi, Trans, Queer, Intersex, Asexuel) zu gehören: In 69 Staaten gibt es laut dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) strafrechtliche Verfolgungen, in 11 Ländern sind die Betroffenen sogar von der Todesstrafe bedroht.

Video: Demonstrationen zum internationalen Tag gegen Homophobie

Deutschland liegt bei der Queerfreundlichkeit laut diesjähriger Auswertung von Rainbow Europe auf Platz 15 von 49 in Europa. Die ersten drei Plätze belegen Malta, Dänemark und Belgien, Schlusslichter auf den Rängen 47, 48 und 49 sind Armenien, Türkei und Aserbaidschan. Beurteilt werden von Rainbow Europe Kategorien wie Gleichstellung, Familienplanung, Hassverbrechen oder Geschlechtsanerkennung.

Die Vereinten Nationen haben die Gewährleistung gleicher Rechte für alle Menschen, also auch für die nicht-heterosexuelle Menschen, als Ziel mit in die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aufgenommen.

Sehen Sie hier, wer sich in Deutschland als LGBTQI+ identifiziert:

Der LVSD will heute mit zahlreichen Aktionen auf die Rechte von nicht-heterosexuellen Menschen aufmerksam machen. So wird auf der Bundestagswiese 10.000 Postkarten an die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen übergeben. Eine Postkarte repräsentiert 1.000 Unterschriften für die Petition „Grundgesetz für alle“, in der die Festschreibung von Rechten für queere Menschen im Grundgesetz gefordert wird.

Zudem planen die Landesverbände des LSVD einige Kundgebungen, wie zum Beispiel in Stuttgart, Berlin, Hamburg, Hannover oder Leipzig.

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