Berlin Elon Musks Starlink-Satelliten droht Kriegsgefahr im Weltraum
Provozierende Äußerungen und vermeintliche Börsenkurs-Beeinflussung - Twitter ist Elon Musks Schaufeld. Durch seine Starlink-Hilfe für die Ukraine erhielt er jetzt Drohungen von dem russischen Weltraum-Chef Dmitri Rogosin. Angriffe im Weltraum sind kein Science-Fiction-Szenario mehr. Künftig könnten auch Musks Starlink-Satelliten Ziel eines Weltraumkriegs werden.
„Wenn ich unter mysteriösen Umständen sterbe, war es schön, euch kennengelernt zu haben.“ Das teilte Elon Musk vor einigen Tagen auf Twitter mit seinen Followern. Der amerikanische Milliardär schaltete schnell nach Kriegsausbruch sein Satellitennetzwerk Starlink für die Ukraine frei. Seine Satelliten sichern so den Internetzugang für die ukrainische Regierung und andere Institutionen.
Für seine Starlink-Lieferungen erntete er zuvor Kritik vom russischen Weltraum-Chef Dmitri Rogosin. Musk werde sich für seine Unterstützung „wie ein Erwachsener“ verantworten müssen. Folgendes Statement sendete Rogosin laut Musk an russische Medien:
Der Weltraum steht unter keiner staatlichen Rechtsprechung, da er keinem Staat gehört. Fortschreitende Satelliten-Technologien machen ihn zum Spielball für internationale Großmächte wie Russland, China oder die USA. Künftig könnte der Informationsaustausch im Internet von einigen wenigen Nationen kontrolliert werden, welche Internetzugänge per Satellit bereitstellen.
Russland soll bereits zu Beginn des Krieges Cyberangriffe auf US-Satellitensysteme ausgeübt haben. Gegenüber der „Tagesschau“ sagt Daniel Voelsen, dass Russland bislang aber nicht in der Lage sei, die Kommunikation der Ukraine über Starlink zu blockieren. „Die unverhohlene Drohung von Rogosin gegenüber Musk ist wohl insofern auch Ausdruck der Frustration aufseiten der russischen Regierung.“ Es gebe auch Berichte darüber, dass das ukrainische Militär Starlink zur Kommunikation nutze.
Der Weltraum rückt damit auch ganz konkret in die Betrachtungsweise moderner Kriegsführung. Die Bundeswehr stellte selbst im vergangenen Jahr ein Weltraumkommando auf, um die eigenen Satelliten zu schützen. Auch für EU-Staaten wie Frankreich und die NATO gehört der Weltraum seit einiger Zeit zum Gebiet der strategischen Verteidigung. Weltraum-Satelliten liefern GPS, Internet, Frühwarnsysteme für Raketenstarts und Lagebilder von Konfliktgebieten. All das sind wichtige strategische Vorteile im Kriegsfall.
Der Angriff auf Satellitensysteme kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Bereits 2007 testete China einen Satelliten-Abschuss mit einer Rakete vom Boden aus. Russland testete eine Rakete erst im vergangenen November und zerstörte einen eigenen ausgedienten Satelliten. Cyberangriffe gehören bereits zur russischen Angriffsstrategie in der Ukraine - auch auf Satelliten. Spezielle Lasersysteme können vom Boden aus Satelliten außer Gefecht setzen und auch ein Angriff von einem anderen Satelliten im Weltall ist denkbar.
Laut Musk habe es einige Hackerangriffe auf Starlink durch Russland gegeben. „Starlink hat den russischen Cyberkriegsstörungs- und Hacking-Versuchen bisher widerstanden, aber sie verstärken ihre Bemühungen.“, teilte Musk auf Twitter mit.
Starlink soll mit rund 42.000 Weltraumsatelliten überall auf der Welt schnelles Breitband-Internet ermöglichen. Bestrebungen auch im Sinne der USA - für Russland ein Dorn im Auge. Andere Großmächte wie China wollen im Weltraum mitreden.
Satelliten-Netzwerke sind für die moderne Kriegsführung äußerst relevant. Der Schutz eben dieser Systeme rückt deshalb militärisch immer mehr in den Vordergrund. Die Angriffe auf Musks Starlink-Satelliten werden künftig vermutlich nicht abreißen. Was die Androhung weiterer Konsequenzen durch den russischen Weltraumchef konkret bedeutet, bleibt abzuwarten.