Großbaustelle in Siegelsum Das neue Wasserwerk wächst
Der Wasserwerk-Neubau in Siegelsum nimmt Form an und liegt leicht hinter dem gesteckten Zeitplan. Sorge bereitet indes etwas anderes.
Brookmerland – Form nimmt der Bau des neuen Wasserwerks in Siegelsum an. Man liege ein wenig hinter dem Zeitplan, den man sich gesteckt habe, sei aber zuversichtlich, die Verzögerung wieder aufzuholen und gehe weiter von einer Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks Ende 2024 aus, teilte der Pressesprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), Heiko Poppen, mit.
Ein größeres Problem stellten, wie vielerorts, wo Neues entstehe, die steigenden Baukosten dar. „Die gehen natürlich auch an uns nicht vorbei“, so Poppen. Die bisher geschätzten 18 Millionen Euro würden vermutlich nicht zu halten sein, hieß es. Es sei nicht möglich gewesen, das gesamte benötigte Material im Vorfeld zu bestellen. „Ein Wasserwerk kann man nicht in Einzelteilen auf Halde legen“, erklärte Poppen.
„Wir werden sichtbar“
Nach den Erdarbeiten mit dem Aushub für die Bodenplatte stehen die Betonwände des Kellerbereichs. Zeitweilig fuhr ein Betonmischer nach dem anderen am Diekweg vor, damit die Kellerdecke gegossen werden konnte. Sie wird gleichzeitig der Fußboden des Erdgeschosses sein. Stützen halten die Deckenschalung, bis der Beton ausreichend ausgehärtet ist. Begünstigt durch die trockene Witterung konnte die Betonage schon nach wenigen Tagen begangen werden. Anschließend wurden die Außen- und Innenwände im Bereich des Erdgeschosses errichtet. „Wir werden sichtbar“, nennt es Rudolf Bogena, Anlagenkoordinator des Wasserwerks Siegelsum.
Im Außenbereich fanden parallel die Vorbereitungsarbeiten für die spätere Verklinkerung statt. Im August, so der Zeitplan, soll ein Kran die acht Filterkessel in die dafür entstehenden Gebäude hieven. Sie werden später Eisen und Mangan aus dem Wasser entfernen. Ab Herbst beginnt der Aufbau der Verfahrenstechnik.
Bis 11.000 Kubikmeter Wasser täglich
Begonnen hatte die Baumaßnahme am Weltwassertag im März 2021 mit der Einrichtung der Baustraße. Der offizielle Spatenstich folgte am 13. Juli 2021. Das neue Wasserwerk, das das alte aus dem Jahr 1958 ersetzen wird, wird unter anderem mit modernster Membranfiltertechnologie ausgestattet werden. Diese hilft, natürliche, aber unerwünschte Wasserinhaltsstoffe wie die Härtebildner Calcium und Magnesium zu entfernen.
Der OOWV investiert am Standort Siegelsum rund 18 Millionen Euro in die Daseinsvorsorge. Die Aufbereitungsmenge in Siegelsum bleibt nach Fertigstellung des Neubaus unverändert. Das jährliche Wasserrecht erlaubt die Förderung von 4,5 Millionen Kubikmeter. Etwa 3,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser in zwölf Monaten gibt das Werk nach Angaben von OOWV-Sprecher Poppen derzeit ab. Das entspricht zwischen 10.000 und 11.000 Kubikmeter täglich.