Berlin Grafik: So hoch sind die Militärhilfen für die Ukraine
Nach dem russischen Angriffskrieg unterstützen viele Länder die Ukraine mit Waffenlieferungen. Dabei gibt es eine osteuropäische Besonderheit.
Lange hat Deutschland gezögert, schwere Waffen wie Panzersysteme an die Ukraine zu liefern. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte immer, nicht zur Kriegspartei werden und besonnen handeln zu wollen. Mittlerweile ist aber auch die Bundesregierung bereit, Panzer und Artillerie an die Ukraine zu schicken.
So sollen etwa 50 ausgemusterte Gepard-Panzer, die momentan beim Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann stehen, der Ukraine zur Verfügung gestellt werden. Außerdem will Deutschland zusammen mit den Niederlanden insgesamt zwölf Panzerhaubitzen liefern.
Schon bevor die Bundesregierung direkte Waffenlieferungen von Deutschland an die Ukraine zugestimmt hatte, wurde ein Ringtausch mit der Slowakei vereinbart: Der Plan dabei ist, dass die Slowakei Panzersysteme aus Sowjet-Zeiten an die Ukraine schickt; diese werden der Slowakei dann aus Deutschland mit Panzern aus westlicher Bauart ersetzt. Der Vorteil sei nach Expertenangaben, dass beim Ringtausch die ukrainischen Soldaten nicht mehr ausgebildet werden müssen, da sie selbst mit Sowjet-Systemen arbeiten würden.
Hier liegt auch der Knackpunkt beim Gepard-Panzer und den Panzerhaubitzen: Damit die ukrainische Armee sicher mit den Panzersystemen umgehen kann, muss sie in der Bedienung damit geschult werden. Das nimmt in Zeiten des Krieges wertvolle Zeit in Anspruch. Die ersten ukrainischen Soldaten sind mittlerweile zur Ausbildung auf der Artillerieschule in Rheinland-Pfalz eingetroffen.
Diese Statista-Grafik gibt einen Überblick, wie viel Militärhilfen einzelne Staaten bisher zugesagt haben:
Nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind Länder aus der ganzen Welt bereit, Waffen an die Ukraine zu liefern. Spitzenreiter ist derzeit die USA mit Waffenlieferungen im Wert von etwa vier Milliarden Euro bis zum 23. April. Besonders fällt auf, dass neben finanzkräftigen Ländern wie Deutschland, Großbritannien oder Kanada vor allem osteuropäische Länder bei den Militärhilfen weit vorne liegen. Polen lieferte mit Waffen mit Wert von 1,47 Milliarden Euro sogar mehr als Deutschland (1,34 Milliarden Euro).
Würde man die Lieferungen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) messen, wären die osteuropäischen Staaten sogar weltweit die größten Waffenlieferanten. Den höchsten Anteil am BIP haben die Ukrainehilfen in Estland. Das baltische Land hat seit Kriegsbeginn Hilfen in Höhe von 0,78 Prozent des BIP aufgewendet. In Litauen und der Slowakei sind es immerhin 0,05 Prozent – fünfmal mehr als in Deutschland.