Aurich Nach Entlassung bei SpVg Aurich: Das sagt Wilfrid Böhling
Die SpVg Aurich hat ihren Trainer entlassen. Nun äußert sich Wilfrid Böhling und sagt, warum er keinen Groll gegen den Fußball-Bezirkskigisten hegt.
Aurich - Vor die Mannschaft zu treten und sich zu verabschieden, ist Wilfrid Böhling am Dienstagabend nicht leicht gefallen. Doch der Gang war für den Trainer der Sportvereinigung Aurich unvermeidbar. Am Tag zuvor hatten die SpVg-Verantwortlichen ihm mitgeteilt, dass der Verein die Bezirksliga-Saison mit einem anderen Trainer beenden möchte. In der Fußballersprache wird dies oft damit begründet, einen neuen Impuls setzen zu wollen. Die Auricher Fußballer stehen mit dem Rücken zur Wand und vor dem zweiten Absturz nach 2011 auf Kreisebene. Nach dem 1:4 in Großefehn zog der Vorstand die Reißleine und entließ Böhling. „Eigentlich war die Stimmung vor dem Spiel in Großefehn gut. Das Spiel ist dann aber komplett in die Hose gegangen“, musste Böhling zugeben. Vom Zeitpunkt der Entlassung sei er dann aber doch etwas überrascht gewesen. „Ich dachte, wir ziehen das bis zum Saisonende durch“, so Böhling.
Doch der scheidende Trainer weiß auch, wie der Fußball selbst bis in die untersten Ebenen funktioniert. Wenn der Erfolg ausbleibt, wird am Stuhl des Trainers gesägt. Das ist in der diesjährigen Bezirksliga-Saison auch den Übungsleitern der Konkurrenten Uplengen und Borssum so ergangen. „Das ist heutzutage so im Trainergeschäft. Wenn der Trainer den Dreh nicht hinbekommt, reagiert der Verein. Entweder gibt das neuen Schwung oder auch nicht“, sagt Böhling ohne Groll. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei durchaus positiv gewesen, auch wenn man mehr Negativerlebnisse während des Saisonverlaufes gesammelt hätte.
Böhling glaubt an den Klassenverbleib
Mehrere Faktoren seien entscheidend für den Saisonverlauf gewesen. Zum einen schickte Böhling notgedrungen ein sehr junges und unerfahrenes Team auf den Rasen. Andererseits fehlte nach dem Abgang von Glen Sokoli ein Stürmer, der eine gewisse Anzahl an Toren pro Saison garantiert. Einen Vorwurf macht Böhling der Mannschaft nicht. „Das sind alles prima Jungs, die sich toll entwickelt haben. Wir hatten auch oft nicht das nötige Spielglück“, so Böhling.
Der 50-Jährige hegt keinen Groll gegen den Verein und will so schnell wie möglich bei einem Spiel am Ellernfeld dabei sein, um die Daumen zu drücken. „Mir ist wichtig, dass ich das Vereinsgelände ohne Wehmut betreten kann. Ich denke, dass die Mannschaft den Klassenverbleib schafft“, so Böhling. Der Ihlower möchte auch irgendwann auf die Trainerbank zurückkehren. „Dafür macht mir die Arbeit mit jungen Menschen einfach zu viel Spaß“, sagt er.
SpVg Aurich entlässt Trainer
Der nächste große Umbruch
Derby der Gegensätze
Eine mentale Herausforderung
Nach seiner Entlassung hat er viele Nachrichten erhalten von ehemaligen Spielern aus Emden oder von befreundeten Trainern. Das berührt ihn und ist ihm letztlich wichtiger, als Pokale und Meisterschaften zu gewinnen. „Es ist schön, dass man als Mensch Spuren hinterlassen hat“, so Böhling. Heute Abend treffen sich die Verantwortlichen, um zu beraten, wer die Sportvereinigung Aurich noch vor dem Abstieg retten kann. Am Dienstag leitet Stefan Wilts das Training. Während Böhling erkrankt war, stand Frank Korte an der Seitenlinie.