Düsseldorf Photovoltaikanlage mieten: Für wen es sich lohnt – und für wen nicht
Eine gemietete Photovoltaikanlage gibt es ab 60 Euro im Monat – Installation, Wartung, Versicherung und Reparaturen sind im Preis enthalten. Warum Verbraucherschützer dennoch vor vorschnellen Vertragsabschlüssen warnen.
Photovoltaikanlagen liefern sauberen und günstigen Solarstrom. Trotz mittlerweile gefallener Preise sind die Anlagen weiterhin eine große Anschaffung. Zwischen 7000 Euro und 20.000 Euro müssen Käufer einplanen. Die Kosten richten sich nach der Größe der Anlage und ob ein Batteriespeicher verbaut wird.
Wer nicht so viel Geld hat oder auf einmal ausgeben möchte und sich außerdem so wenig wie möglich mit einer Anlage auseinandersetzen möchte, kann eine Photovoltaikanlage mieten. Die monatlichen Kosten liegen bei 60 Euro bis 200 Euro, die Vertragslaufzeit bei bis zu 25 Jahren. Im Mietpreis enthalten sind Beratung, Installation, Versicherung, Überwachung und mögliche Reparaturen.
Die Anbieter – regionale Energieversorger und bundesweit agierenden Firmen – werben deshalb mit “Rundum-Sorglos-Paketen”. Nach dem Ende der Vertragslaufzeit können Mieter die Anlage in der Regel für einen kleinen Betrag übernehmen; teilweise für einen symbolischen Euro.
Die Vorteile für Mieter einer Photovoltaikanlage: Sie bleiben finanziell flexibel und müssen sich während der Vertragslaufzeit nicht kümmern, wenn etwas mit der Anlage nicht stimmen sollte. Doch dieser Komfort hat seinen Preis. Sören Demandt, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale NRW, sagte unserer Redaktion: “Mietmodelle für Photovoltaikanlagen kosten deutlich mehr als Kaufanlagen. Über den gesamten Zeitraum von meist 20 Jahren Vertragslaufzeit betrachtet, sind sie nicht selten etwa zwei- bis dreimal so teuer.”
Der Verbraucherschützer kritisierte, dass die Anbieter ihre zusätzlichen Leistungen oft so stark einpreisen, dass eine gemietete Anlage schnell nicht mehr wirtschaftlich sei. Sören Demandt rät deshalb: “Niemand sollte vorschnell einen Vertrag abschließen, nur weil Anbieter mit angeblich sofortiger Kostenersparnis oder dem geringen Aufwand werben.” Die Ersparnis bei den Energiekosten sei abhängig von der Entwicklung des Strompreises und dem eigenen Sonnenstromverbrauch. Außerdem rechneten sich gemietete wie gekaufte Anlagen in der Regel erst nach vielen Jahren.
Für gekaufte und gemietete Photovoltaikanlage gilt laut Sören Demandt: „Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt es sich vor allem, den Strom selbst zu verbrauchen.” Denn während die Kilowattstunde (kWh) Strom bei Neuverträgen im Durchschnitt bei 36 Cent liegt, kostet der Strom vom eigenen Dach je nach Anlage zwischen 9 und 13 Cent pro kWh.
Wer tagsüber viel Zuhause ist und in dieser Zeit Waschmaschine und Spülmaschine laufen lässt, im Homeoffice arbeitet, eine Wärmepumpe betreibt oder das E-Auto mit Solarstrom lädt, für den rechnet sich die Anlage schneller. Ein Batteriespeicher für die Sonnenenergie erhöht die Eigenverbrauchsquote zusätzlich.
Zwar können Anlagenbesitzer nicht genutzten Strom ins Netz geben und bekommen dafür Geld, doch die Einspeisevergütung sinkt jeden Monat. Im Mai 2022 lag sie bei rund 6,4 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Diese Einnahmen liegen also deutlich unter den Preisen, die Verbraucher für den Strom vom Versorger bezahlen.
Laut Sören Demandt sind bei Mietangeboten für Photovoltaikanlagen vor allem Besonnenheit und Skepsis gefragt: „Es kommt leider oft genug vor, dass Anbieter Projekte schönrechnen und die Kunden dann 20 Jahre mit diesem Ärgernis leben müssen.“
Wer sich für eine gemietete Photovoltaikanlage interessiert, sollte deshalb verschiedene Angebote einholen, vergleichen oder prüfen lassen. Das können örtliche Klimaschutzmanager oder Energieberater übernehmen. Allerdings ist die Nachfrage nach diesen Beratungsangeboten groß, sodass Verbraucher sich auf Wartezeiten einstellen müssen.
Außerdem können Interessenten prüfen und durchrechnen, ob eine per Kredit gekaufte Anlage nicht auch in Frage kommt. So unterstützt zum Beispiel die bundeseigene Förderbank KfW den Kauf von Photovoltaikanlagen mit zinsgünstigen Darlehen.
Die meisten Hausdächer sind für Photovoltaikanlage geeignet. Im besten Fall ist das Dach nach Süden ausgerichtet, doch mittlerweile werden die Module auch auf Dächern mit West- und Ostausrichtungen installiert, teilweise sogar auf Nord-Dächern.