Aurich Ungebremster Ansturm auf das Gymnasium
Nach einer kleinen Delle im vorigen Jahr wollen wieder mehr Schüler auf das Auricher Gymnasium Ulricianum. Auch an der IGS Aurich steigen die Zahlen – eine Schule hat gar eine Warteliste.
Aurich - Gerissen haben sowohl das Gymnasium Ulricianum als auch die Realschule Aurich ihre Ziele für die Stärke der kommenden fünften Jahrgänge. Mehr Kinder als erwartet wurden an den beiden Schulen angemeldet. Direkte Auswirkungen hat das an der Auricher Realschule, wie Leiterin Kathrin Peters auf ON-Anfrage mitteilt. „Wir haben den zusätzlichen Container bereits bestellt.“ Denn es lagen bis Montagnachmittag 148 Anmeldungen vor. Hinzu kommen sechs Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, die statistisch doppelt zählen. Das sind dann rechnerisch 160 Schüler, die auf sechs Klassen aufgeteilt werden müssen. Beschlossen hatte der Rat, dass die Realschule nur noch fünfzügig sein darf, also pro Jahrgang höchstens 150 Jugendliche umfassen darf. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn im fünften Jahrgang mehr als 150 Kinder aus Aurich angemeldet werden. Dann gibt es, wie es nun der Fall ist, eine sechste Klasse.
Mit den jetzt vorhandenen Anmeldungen ist es laut Peters auch noch nicht getan. Denn es gebe immer Nachzügler. Und es gebe immer Kinder, die schon an der Schule sind und Klasse fünf wiederholen müssten. „Wir haben auch schon eine Warteliste von Schülern aus Südbrookmerland.“ Die Kinder aus der Nachbargemeinde dürfen nach den jüngsten Beschlüssen des Auricher Rates aber nur dann die hiesige Realschule besuchen, wenn es noch Platz in einer Klasse gibt, nachdem alle Auricher Schüler bedient worden sind. Heißt: Es könnte sein, dass in der Container-Klasse im fünften Jahrgang noch etwas Luft für Kinder aus Südbrookmerland ist. „Eine siebte Parallelklasse wird es im fünften Jahrgang aber auf gar keinen Fall geben“, so Peters. Das war im vorigen Jahr notwendig. Damals wurden über 180 Kinder an der Realschule Aurich angemeldet.
Anmeldungen bis kurz vor Toresschluss
Zufrieden war Rüdiger Musolf, Leiter des Gymnasiums Ulricianum, im vorigen Jahr. „Das Gymnasium schrumpft“ lautete die ON-Schlagzeile im Juni. Nur noch 220 Schüler, aufgeteilt in acht Klassen, wurden für den fünften Jahrgang angemeldet. Damit schien das Ziel, Niedersachsens größtes Gymnasium etwas kleiner zu gestalten, näher zu rücken. Ein Trend ist daraus zum Leidwesen von Rüdiger Musolf nicht geworden. Noch kurz vor Schluss kamen am Montagnachmittag einige Anmeldungen. Am Ende war klar: Es werden wieder neun Parallelklassen im fünften Jahrgang. Insgesamt 244 Kinder wollen auf das Gymnasium. Größer werden zudem die Raumnöte an der Hauptstelle an der Von-Jhering-Straße. Denn im Gegensatz zum Vorjahr gebe es eine Unwucht, sagt Musolf. Bedingt durch die schulinternen Einzugsgebiete werden an der Hauptstelle fünf, an der Außenstelle in Egels nur drei fünfte Klassen gebildet.
Die ehemalige IGS Waldschule Egels soll nach den bisherigen Plänen nur bis 2025 als Außenstelle für das Ulricianum dienen. Musolf ist sich aber bereits jetzt völlig sicher, dass eine Verlängerung notwendig sein wird. So schnell könne das Gymnasium nicht auf die Räume in Egels verzichten. Insbesondere dann nicht, wenn die Anmeldezahlen wieder stiegen.
IGS Aurich: Steigerung auf niedrigem Niveau
Das Nachsehen hat in der Stadt Aurich wie im Vorjahr die IGS Aurich. Bis Montagnachmittag zählte Schulleiterin Dr. Dorothee Göckel 73 Anmeldungen. Zusammen mit den Nachzüglern werden damit wohl vier Klassen im kommenden fünften Jahrgang gebildet werden können, sagt sie auf ON-Anfrage. Immerhin: Am Ende der offiziellen Anmeldezeit hatte die IGS im vorigen Jahr nur 57 neue Schüler verbuchen können. Schließlich wurden es auch 2021 noch vier Klassen im fünften Jahrgang.
Schade findet Göckel es, dass nicht mehr Kinder sofort zur IGS kommen. Denn spätestens in den Jahrgängen 7 und 8 ist die IGS Aurich sechszügig. Denn dann kommen zumeist von der Realschule jene Kinder, die besser für das IGS-System geeignet sind. Würden diese Schüler das Gesamtschul-System von Anfang an lernen, so die Überzeugung von Göckel, könnten sie noch mehr Erfolge erzielen. Sie ruft Eltern, die nun die Realschule gewählt haben, dazu auf, die Entscheidung noch einmal zu überdenken – im Interesse der Kinder.
Relativ konstant sind die Anmeldezahlen an der KGS Großefehn, wie Schulleiterin Silvia Fleßner auf ON-Anfrage mitteilt. Bislang gebe es 120 Anmeldungen. Daraus würden je zwei Klassen im Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig. Sie erwartet aber noch Anmeldungen von Realschülern, sodass es wohl eine dritte Realschulklasse geben wird. „Es ist eng, es bleibt eng“, sagt Fleßner. Sie sieht aber Licht am Ende des Tunnels. Denn ein Erweiterungsbau für die Fehntjer Schule ist bereits beschlossen. „Die Pläne werden nun noch einmal erweitert, dann geht es los“, freut sich Fleßner.An der KGS Wiesmoor laufen die Anmeldungen an für den fünften Jahrgang derzeit noch. Die IGS Ihlow kann im Sommer von den rund 120 Viertklässlern an Ihlower Grundschulen bislang mindestens 95 begrüßen. Laut Schulleiter Günter Tautz werden auch noch ukrainische Kinder hinzukommen. Damit ist die Schule im kommenden fünften Jahrgang gut vierzügig aufgestellt.