Aurich/Großefehn  Prozess gegen Pizzeria-Besitzer um Corona-Hilfen-Betrug

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 10.05.2022 11:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Prozess gegen den Großefehntjer wurde am Dienstag vor dem Amtsgericht Aurich verhandelt. Foto: Romuald Banik
Der Prozess gegen den Großefehntjer wurde am Dienstag vor dem Amtsgericht Aurich verhandelt. Foto: Romuald Banik
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Der Betreiber einer Großefehntjer Pizzeria soll versucht haben, sich Corona-Hilfen zu erschleichen. Vor dem Amtsgericht gab er sich ahnungslos – ein Steuerberater aus Wiesmoor spielt eine Rolle.

Aurich - Er soll versucht haben, sich Corona-Hilfen in Höhe von rund 90.000 Euro zu erschleichen. Deshalb begann am Dienstag vor dem Auricher Amtsgericht ein Prozess gegen den Betreiber einer Pizzeria in Großefehn. Der Steuerberater des 51-jährigen Großefehntjers soll in dem Fall eine Rolle gespielt haben. Der ist vor Gericht kein Unbekannter: Wegen versuchter Steuerhinterziehung wurde der Wiesmoorer im vergangenen Jahr zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Angemietete Food-Trucks, Verkaufspavillons und ein weiterer Standort – all das sollen Gründe dafür gewesen sein, dass sich die Kosten der Großefehntjer Pizzeria von 2019 bis 2020 verdreifacht haben sollen. So hatte es der Steuerberater des Angeklagten im Antrag auf Corona-Hilfen erklärt, sagte die Richterin.

Angeklagter gab sich ahnunglos

Der Angeklagte gab sich am Dienstag vor Gericht jedoch ahnungslos. Von der hohen Summe im Antrag habe er nichts gewusst. In die genannten Dinge habe er nie investiert. „Diese ganze Geschichte kenne ich nicht“, sagte der 51-Jährige. In den 14 Jahren, in denen er die Pizzeria führe, seien die Ausgaben fast immer gleich geblieben. Sein Steuerberater habe ihn darauf hingewiesen, dass er Hilfsgelder bekommen könne und sich um den Antrag gekümmert. Er selbst habe einen solchen Antrag noch nie gestellt, da er sich mit der Bürokratie nicht auskenne, sagte der Angeklagte.

Am Dienstag legte die Richterin dem Angeklagten den Antrag, der bei der N-Bank eingegangen ist, vor. Die Unterschrift auf der letzten Seite sei zwar seine, die übrigen Seiten mit den Tabellen zu seinen Ausgaben habe er jedoch noch nie zuvor gesehen, sagte der Großefehntjer. Genauso wenig kannte er den Namen des Absenders des Antrags. Denn dieser war nicht der seines Steuerberaters.

Um Klarheit zu schaffen, sollte der Steuerberater vor Gericht als Zeuge gehört werden. Trotz ordnungsgemäßer Ladung erschien er nicht. Versuche der Richterin, ihn während der Verhandlung telefonisch zu erreichen, schlugen fehl. Trotzdem will sie auf die Anhörung nicht verzichten. Zum Fortsetzungstermin soll er deshalb von der Polizei vorgeführt werden. Der Prozess wird am 31. Mai vor dem Amtsgericht Aurich fortgesetzt. „Dann hören wir uns mal an, was ihr Steuerberater zu sagen hat. Vielleicht kann er ja Licht ins Dunkel bringen“, sagte die Richterin zum Angeklagten.

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