Brookmerland  Trotz Protesten: Neuer Standort für Feuerwehr steht fest

| | 09.05.2022 20:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dieser Fläche an der Kirchstraße gegenüber dem Baustoffhandel Jungenkrüger soll das neue Marienhafer Feuerwehrhaus gebaut werden. Foto: Thomas Dirks
Auf dieser Fläche an der Kirchstraße gegenüber dem Baustoffhandel Jungenkrüger soll das neue Marienhafer Feuerwehrhaus gebaut werden. Foto: Thomas Dirks
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Die Samtgemeinde kauft für einen Feuerwehrneubau eine Fläche fast so groß wie ein Fußballplatz. Deren Lage ist besonders und passt nicht allen Marienhafer Brandbekämpfern.

Brookmerland - Jetzt ist es amtlich: An der Kirchstraße (Kreisstraße 118) in Osterupgant (Gemeinde Upgant-Schott) wird ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr Marienhafe gebaut. Die Samtgemeinde Brookmerland wird dafür eine Fläche, die mit 6500 Quadratmetern fast so groß wie ein Fußballfeld ist, gegenüber der Baustoffhandlung Jungenkrüger kaufen. Wie Brookmerlands stellvertretender Verwaltungschef und Bauamtsleiter Jochen Behrends mitteilte, habe dafür der nicht öffentlich tagende Samtgemeindeausschuss in der vergangenen Woche einstimmig grünes Licht gegeben.

Ebenfalls einmütig haben die Ausschussmitglieder laut Behrends die notwendige Bauleitplanung angeschoben. So wurde eine Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde auf den Weg gebracht und das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans gestartet. In beiden Plänen wird die gekaufte Fläche als Sonderbaufläche zur Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses definiert.

Vorschlag des Fachmanns

Wie bereits am Mittwoch vergangener Woche berichtet, gehört das Grünland bislang zwei Brüdern aus Südbrookmerland. Eine Überraschung ist der jetzt festgeklopfte Standort für Beobachter nicht. Grund: Nachdem der von der Samtgemeinde beauftragte Brandschutzexperte Stephan Jungblut in dem von ihm erarbeiteten Feuerwehrbedarfsplan für das Brookmerland vor zwei Jahren vorgeschlagen hatte, das neue Marienhafer Feuerwehrhaus zwischen Marienhafe und Rechtsupweg zu errichten, konzentrierten sich die Bemühungen auf den Bereich Kirchstraße/Am Sandkasten.

Das Besondere: Die Fläche an der Kirchstraße gehört nicht zu Marienhafe. Sie liegt in Osterupgant und damit auf dem Gebiet der Gemeinde Upgant-Schott. Sollte das Feuerwehrhaus dort gebaut werden, wäre es formell betrachtet neben dem eigentlichen Feuerwehrhaus Upgant-Schott an der Landesstraße 26 das zweite in Upgant-Schott.

Vorbehalte gegen Standort

Viele Marienhafer Feuerwehrangehörige haben damit ein Problem. Für sie gehört das Marienhafer Feuerwehrhaus auf Marienhafer Territorium und möglichst ins Dorf. Nicht nur deshalb gebe es große Vorbehalte gegen den Standort an der K 118. Hinzu kommt: Viele Marienhafer Feuerwehrleute wohnen in Marienhafe. Für sie würde sich die Anfahrt zum neuen Feuerwehrhaus verlängern und durch Tempo-30-Zonen und Kreisverkehr erschweren.

In seiner Feuerwehr führe das zu Spannungen und Unmut, hatte der Ende März neu gewählte Marienhafer Ortsbrandmeister Reinhold Ommen bestätigt. Und das, obwohl alle wüssten, dass es Standortalternativen, die die Kriterien „in Marienhafe“ und „im Dorf“ erfüllen, nicht mehr gibt. Die letzte Möglichkeit hat sich jüngst erledigt: Auf dem Land des Landwirts Johannes von Essen an der Kirchstraße, das ebenfalls als Standort für ein Feuerwehrhaus im Gespräch war, sollen unter anderem Gewerbeflächen entstehen.

Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens erklärte, die Ortsbezeichnungen der Brookmerlander Feuerwehren seien ohnehin bald überholt. Künftig werde es nur noch Standortnamen nach Himmelsrichtungen (Nord, West, Ost und Süd) geben. Wichtig sei, das Gebiet der Samtgemeinde brandschutztechnisch bestmöglich abzudecken.

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