Kiel

Daniel Günther triumphiert im Norden: Kann die CDU jetzt wieder siegen?

Miriam Scharlibbe
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Von Miriam Scharlibbe
| 08.05.2022 20:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und Spitzenkandidat seiner Partei, kommt nach Bekanntgaben der ersten Prognosen zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein zur Wahlparty. Foto: Christian Charisius/dpa
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und Spitzenkandidat seiner Partei, kommt nach Bekanntgaben der ersten Prognosen zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein zur Wahlparty. Foto: Christian Charisius/dpa
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Daniel Günther bleibt Ministerpräsident in Schleswig-Holstein. Es ist der erste Sieg der CDU unter Parteichef Friedrich Merz. Und doch ist die vermeintliche Trendwende für die Konservativen nur ein Unentschieden.

Lächeln und winken. Am Ende hat das für Daniel Günther gereicht, um Ministerpräsident von Schleswig-Holstein zu bleiben. So würden es die politischen Gegner zynisch formulieren. Die CDU selbst sieht das natürlich anders. Das Rekordergebnis im Norden lässt die einstmals große Volkspartei von vergangenen Tagen träumen.

Nach den vergeigten Wahlen auf Bundesebene und im Saarland, ist dies der erste Punktsieg der Christdemokraten unter der Führung von Parteichef Friedrich Merz. Aber ist das tatsächlich die lang ersehnte Trendwende für die Konservativen?

Noch nicht ganz. Denn das, was zwischen Nord- und Ostsee funktioniert hat, ging vor wenigen Wochen im Saarland richtig schief. Tobias Hans wurde mehr als deutlich als Ministerpräsident abgewählt. Nach zwei von drei wichtigen Landtagswahlen steht es nun also unentschieden für die CDU.

Umso wichtiger wird die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Dort will Hendrik Wüst die Staatskanzlei für die CDU verteidigen. Parallelen zwischen Günther und Wüst sind durchaus vorhanden. Ausstrahlung, Alter und sogar die Wahlkampagne ähneln sich. „Unser Ministerpräsident“ steht auf den Plakaten – das kennt man schon aus Schleswig-Holstein. Im Unterschied zu seinem NRW-Kollegen hat Daniel Günther aber auch schon eine Legislaturperiode ziemlich erfolgreich regiert.

Es ist der Sieg des Mannes, über den vor fünf Jahren noch gespottet wurde, Robert Habeck (Grüne) und Wolfgang Kubicki (FDP) hätten entschieden, wer unter ihnen Ministerpräsident sein darf. Günther hat das weggelächelt und nicht nur seine Bekanntheit, sondern vor allem seine Beliebtheitswerte gesteigert. Ein weitestgehend unfallfreies Corona-Management und eine schlaue Annäherung an die Grünen haben Günther Auftrieb gegeben. Und am Ende hat die CDU im Norden auch vom Absturz der SPD profitiert. So einfach dürfte das im Westen nicht werden.

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