Ihlow
Sandwater hat ein neues Leck
Beim Sandwater in Simonswolde läuft erneut Wasser durch ein Leck aus. Für den Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos) kommt das wenig überraschend.
Simonswolde - Beim Sandwater in Simonswolde läuft erneut Wasser ab. Der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos) bestätigte am Dienstagabend im Wirtschafts-, Umwelt und Tourismusausschuss der Gemeinde, dass ein neues Leck gefunden wurde. Zuvor hatte Insa Buss (Grüne) auf entsprechende Gerüchte aufmerksam gemacht.
„Das war zu erwarten“, meinte Ulrichs. Das Gewässer war zwar aufgrund eines Lecks im südlichen Bereich im vergangenen Jahr abgedichtet worden. „Das Wasser sucht sich dann aber einen anderen Weg“, erklärte Ulrichs. Eine erste Besprechung zum neuen Problem zwischen der Gemeinde Ihlow, den Stadtwerken Emden als Eigentümer sowie dem Landkreis Aurich habe bereits stattgefunden. „Die Grundlagenermittlung läuft“, ergänze Annette Lang, Leiterin des Fachbereichs IV bei der Gemeinde Ihlow. Sie hob außerdem hervor, dass die eingesetzte Abdichtung im südlichen Bereich gut funktioniere.
Lage weniger dramatisch als im Vorjahr
Ganz so ernst wie im letzten Jahr ist die Lage laut Arno Ulrichs aber nicht. Trotz der Trockenheit der vergangenen Wochen laufe es deutlich besser als im Vorjahr. Der Wasserpegel sei in den letzten drei Wochen zwar spürbar gesunken, vergleichsweise aber noch relativ hoch. Bis zu den heißen Sommermonaten müsse der Wasserstand nun aber dringend gehalten werden, so Ulrichs.
Auf Nachfrage von Hinrich Raveling (UWG) teilte Annette Lang am Dienstagabend außerdem den aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie zum Erhalt des Sandwaters mit. Die Datenerhebung sei mittlerweile abgeschlossen, aktuell werde am Bericht gearbeitet. In wenigen Wochen werde dieser dann in einem Arbeitskreis vorgestellt. Anschließend erfolgt im Sommer eine öffentliche Präsentation der Studienergebnisse.
Wasserstand schwankt immer wieder
Die Machbarkeitsstudie soll dabei klären, welche Maßnahmen sinnvoll und umsetzbar sind, um das Sandwater langfristig zu erhalten. Denn immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Problemen. Der Wasserstand schwankte und das Sandwater verschlammte insbesondere in den vergangenen Sommern. Dadurch kam es teilweise zu Fischsterben. Im vergangenen Jahr lief außerdem durch ein Leck im südlichen Bereich des Gewässers über mehrere Monate Wasser ab. Zwischenzeitlich hatten Mitglieder des Friesischen Verbandes für Naturschutz und ökologische Jagd das Leck ohne Abstimmung mit den Verantwortlichen geschlossen. Der Landkreis übte aber scharfe Kritik: Das eingebrachte Erdreich führe dazu, dass benachbarte Grundstücke nicht mehr vernünftig entwässert werden könnten.
Die Firma Heyen wurde schließlich durch den Landkreis, die Stadtwerke Emden und die Gemeinde Ihlow beauftragt, das Leck durch Flüssigboden zu schließen. Diese Arbeiten wurden im November abgeschlossen. Bei einer Aktion Ende Februar packten dann Bürger sowie die Dorf-AG Simonswolde und der Bezirksfischereiverband Ostfriesland (BVO) bei einer „Entkusselungsaktion“ mit an. Auch die Stadtwerke Emden und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Aurich waren vor Ort. Dabei wurden Baumsprösslinge, die sich während der trockenen Periode im Uferbereich angesiedelt haben, entfernt.
Ihlowerfehn Kanal: Biologen zeigten Gemeinde an
Die Verwaltung bestätigte am Dienstagabend außerdem ein weiteres Gerücht zu einem Ihlower Gewässer: Die Gemeinde war während der Entschlammung des Ihlowerfehn-Kanals von zwei Biologen angezeigt worden. Wie Anette Lang berichtete, waren die Arbeiten deshalb für zwei Tage unterbrochen worden.
Die Gemeinde habe die Maßnahme im Voraus mit allen verantwortlichen Behörden abgestimmt und nach der Anzeige erneut ein Treffen einberufen. Zudem wurde eine neue Probe aus dem Kanal entnommen und untersucht. „Es war aber alles rechtmäßig“, versicherte Lang. Die Maßnahme sei sogar dringend notwendig gewesen.