Marienhafe

Neuer Feuerwehrstandort birgt Zündstoff

| | 03.05.2022 18:15 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Diese Fläche an der Kirchstraße gegenüber dem Baustoffhandel Jungenkrüger ist als Standort für das neue Marienhafer Feuerwehrhaus im Gespräch. Foto: Thomas Dirks
Diese Fläche an der Kirchstraße gegenüber dem Baustoffhandel Jungenkrüger ist als Standort für das neue Marienhafer Feuerwehrhaus im Gespräch. Foto: Thomas Dirks
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Das neue Marienhafer Feuerwehrhaus soll in Upgant-Schott gebaut werden. Einige Feuerwehrleute haben damit ein Problem.

Marienhafe – Konkret werden scheinbar die Planungen für den neuen Standort der Feuerwehr Marienhafe. Nach ON-Informationen konzentrieren sich die Vorbereitungen auf eine Fläche an der Kirchstraße (Kreisstraße 118) gegenüber der Baustoffhandlung Jungenkrüger. Das Grünland gehört zwei Brüdern aus Südbrookmerland. Aus ihrem Umfeld war zu erfahren, dass der Kauf noch nicht unter Dach und Fach sein soll.

Ungeachtet dessen soll der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss bereits an diesem Donnerstag die notwendige Bauleitplanung anschieben. So ist dem Vernehmen nach vorgesehen, eine Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg zu bringen. Auch soll das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans gestartet werden. Von der Verwaltung war dazu am Dienstag keine Stellungnahme erhältlich. Eine schriftliche Anfrage blieb bis zum Abend unbeantwortet.

Politik und Feuerwehr nicht eingeweiht

Auch die Marienhafer Feuerwehr und Teile der Politik scheinen noch nicht in die Pläne eingeweiht. Er sei offiziell nicht eingebunden gewesen, teilte der Vorsitzende des Brookmerlander Feuerwehrausschusses, Johann Jungvogel (Brookmer Wählergemeinschaft) auf Anfrage mit. Und auch der neue Marienhafer Ortsbrandmeister Reinhold Ommen weiß von nichts. Er habe von dem Vorhaben inoffiziell gehört. Offiziell sei ihm dazu aber nichts bekannt, sagte er.

Eine Überraschung ist der jetzt ins Auge gefasste Standort für Beobachter nicht. Grund: Nachdem der von der Samtgemeinde beauftragte Brandschutzexperte Stephan Jungblut in dem von ihm erarbeiteten Feuerwehrbedarfsplan für das Brookmerland vor zwei Jahren vorgeschlagen hatte, das neue Marienhafer Feuerwehrhaus zwischen Marienhafe und Rechtsupweg zu errichten, konzentrierten sich die Bemühungen auf den Bereich Kirchstraße/Am Sandkasten.

Zwei Feuerwehrhäuser in Upgant-Schott

Das Besondere: Die Fläche an der Kirchstraße gehört nicht zu Marienhafe. Sie liegt in Osterupgant und damit auf dem Gebiet der Gemeinde Upgant-Schott. Sollte das Feuerwehrhaus dort gebaut werden, wäre es formell betrachtet neben dem eigentlichen Feuerwehrhaus Upgant-Schott an der Landesstraße 26 das zweite in Upgant-Schott.

Viele Marienhafer Feuerwehrangehörige haben damit ein Problem. Für sie gehört das Marienhafer Feuerwehrhaus auf Marienhafer Territorium und möglichst ins Dorf. Nicht nur deshalb gebe es große Vorbehalte gegen den Standort an der K 118, bestätigte Ommen. Hinzu kommt: Viele Marienhafer Feuerwehrleute wohnen in Marienhafe. Für sie würde sich die Anfahrt zum neuen Feuerwehrhaus verlängern und durch Tempo-30-Zonen und Kreisverkehr erschweren. In seiner Wehr führt das zu Spannungen und Unmut. Und das, obwohl alle wissen, dass es Standortalternativen, die die Kriterien „in Marienhafe“ und „im Dorf“ erfüllen, nicht mehr gibt. Die letzte Möglichkeit hat sich jüngst erledigt: Auf dem Land des Landwirts Johannes von Essen an der Kirchstraße, das ebenfalls als Standort für ein Feuerwehrhaus im Gespräch war, sollen unter anderem Gewerbeflächen entstehen.

Ortsbezeichnungen überholt

Nicht wenige befürchten, dass die Standortfrage die Feuerwehr Marienhafe am Ende sogar sprengen könnte. Feuerwehrchef Ommen kommentierte dies mit den Worten „Friss oder stirb.“ Und auf Nachfrage erläuterte er: „Entweder wir ziehen mit oder wir hören auf.“

Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens sagte, die Ortsbezeichnungen der Feuerwehren seien ohnehin bald überholt. Künftig werde es nur noch Standortnamen wie Nord, West, Ost und Süd geben. Wichtig sei, das Gebiet der Samtgemeinde brandschutztechnisch bestmöglich abzudecken.

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