Ihlow

Ukrainer sicher nach Aurich gebracht

| | 03.05.2022 13:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Gruppe Ihlower fährt regelmäßig mit Bullis zur polnisch-ukrainischen Grenze, um Spenden abzugeben und Geflüchtete mitzunehmen. Foto: privat
Eine Gruppe Ihlower fährt regelmäßig mit Bullis zur polnisch-ukrainischen Grenze, um Spenden abzugeben und Geflüchtete mitzunehmen. Foto: privat
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Ein Ehrenamtlicher aus Ihlow ist am Wochenende zur polnisch-ukrainischen Grenze gefahren, um drei Geflüchtete abzuholen. Das hatte im ersten Anlauf nicht geklappt.

Ihlow/Aurich - Der Ihlower Ehrenamtliche Jens Gebers ist am vergangenen Wochenende erneut an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren. Sein Ziel: eine Frau und zwei Kinder abzuholen und nach Aurich zu bringen. Eigentlich hätten die drei bereits beim letzten Konvoi am Wochenende davor mitgenommen werden sollen. Aufgrund einer Erkrankung mussten sie aber ins Krankenhaus. Gebers war es wichtig, die beiden sicher zu einem Verwandten in Aurich zu bringen – und brach deshalb kurzerhand am Freitag noch einmal mit einem gemieteten Bulli zur Grenze auf. Begleitet wurde er von einer weiteren Ehrenamtlichen.

Ist bereits fünf Mal zur polnisch-ukrainischen Grenze gereist: der Ihlower Jens Gebers. Foto: Imke Cirksena
Ist bereits fünf Mal zur polnisch-ukrainischen Grenze gereist: der Ihlower Jens Gebers. Foto: Imke Cirksena

Nach einer Übernachtung kam Gebers am Samstagnachmittag an der Grenze an. Obwohl auf der Hintour viel Verkehr herrschte, schaffte es Gebers pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt. Der Großvater der Familie hatte die Frau und die beiden Kinder aus der Ukraine dorthin gebracht. Die Kommunikation lief dabei über den Messenger „Viber“ mit integrierter Übersetzungssoftware. Mit dabei hatten die Ukrainer nur einen Koffer, zwei Rucksäcke sowie eine Tasche.

Finanzierung über Spenden

Die Familie verabschiedete sich kurz vom Großvater, der in der Ukraine bleiben wollte, und stieg in den Bulli der Ihlower Helfer. Die Ehrenamtlichen gaben außerdem noch einen Defibrillator als Spende an der Grenze ab. Auf der Rücktour legten die Ehrenamtlichen mit den Ukrainern noch eine Übernachtungspause ein. „Für die Kinder wäre es sonst zu viel geworden“, meint Gebers. Beide Übernachtungen sowie die Spritkosten wurden über das Spendenkonto der Gemeinde Ihlow finanziert. Die Miete des Bullis wurde über eine Spendenaktion der Zeitungsgruppe Ostfriesland, zu der auch die ON gehört, bezahlt.

„Ich bin jetzt vorerst das letzte Mal gefahren“, meinte Gebers am Montag. Die Fahrten kosten viel Zeit und Kraft und sind zudem psychisch belastend. Insgesamt fünf Mal ist Gebers bereits zur Grenze gereist. Ganz aufgeben möchte der Ihlower das Ehrenamt aber nicht. Er möchte in Zukunft weiter als Koordinator von Ostfriesland aus tätig sein und weitere Konvois und Hilfsaktionen mitorganisieren.

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