Aurich

Das Glück des Tüchtigen

| | 01.05.2022 18:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Alle gegen einen: Aurichs Francis Agombire war in der ersten Halbzeit kaum vom Ball zu trennen.Fotos: Bernd Wolfenberg
Alle gegen einen: Aurichs Francis Agombire war in der ersten Halbzeit kaum vom Ball zu trennen.Fotos: Bernd Wolfenberg
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Aurich kämpfte Borssum in der Bezirksliga-Abstiegsrunde mit 1:0 nieder. Beim Siegtor profitierten sie von einem Patzer des Borssumer Torhüters.

Aurich - Welch eine Dramatik am Auricher Ellernfeld: Mit dem Schlusspfiff hat der Auricher Simon Smit der Sportvereinigung Aurich die Hoffnung im Abstiegskampf der Fußball-Bezirksliga zurückgegeben. In der dritten Minute der Nachspielzeit hatten die Auricher Fans das Spiel bereits mit einem Unentschieden abgehakt. Der letzte Freistoß des Aurichers Andreas Flessner segelte relativ harmlos in Richtung Borssumer Tor. Doch BW-Torhüter Felix Janßen ließ den Ball klatschen und Smit staubte ab. Der Rest war grenzenloser Jubel. SpVg-Trainer Wilfrid Böhling musste wegen des Last-Minute-Tores erstmal durchschnaufen. „Heute haben wir das nötige Glück gehabt, das uns noch in den Spielen gegen Großefehn und Loga gefehlt hat.“ Mit dem knappen Erfolg überholte Aurich Borssum in der Tabelle und steht nun auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz.

Böhling empfand den Sieg seiner Mannschaft als nicht unverdient, als ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit. Doch kurz vor dem entscheidenden Treffer hätten auch die Gäste fast ein Tor geschossen. Ein Kopfball von Brian Wienekamp klatschte an die Latte des Auricher Tores.

Spielerisches Niveau sank von Minute zu Minute

Die Zuschauer sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten. Im ersten Spielabschnitt war Aurich die überzeugendere Mannschaft und hätte eigentlich zwei Tore vorlegen müssen. Abstiegskampf ist meistens spannend, aber nicht gerade schön anzuschauen – viele Zweikämpfe, aber auch haarsträubende Abspielfehler.Aurichs Neuzugang Francis Agombire ragte in der ersten Halbzeit heraus. Kaum vom Ball zu trennen, startete er seine Sololäufe durch das Mittelfeld und setzte seine Mitspieler ein. So auch in der 21. Minute: Agombire schüttelte vier Gegenspieler ab, doch Andreas Flessner vergab das gute Zuspiel kläglich. Zaungast auf dem Ellernfeld war Stefan Emmerling, Trainer des BSV Kickers Emden. Der Auftritt Agombires dürfte ihm gefallen haben. Die Gäste zeigten sich kaum in der Nähe des Auricher Strafraum. Nur einmal wurde es gefährlich. Nach einem Kopfball von Max Beccard klärte Flessner auf der Linie.

Emdens Trainer Stefan Emmerling.
Emdens Trainer Stefan Emmerling.

Das änderte sich in der zweiten Halbzeit. Borssum verstärkte seine Angriffsbemühungen. Der zuvor blass gebliebene Brian Wienekamp setzte sich nun mehr in Szene, Aurich kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen. Das spielerische Niveau sank von Minute zu Minute. Viele Unterbrechungen störten den Spielfluss, die Nervosität der Spieler vor dem entscheidenden Fehler war deutlich zu spüren. So vergab Flessner in der 81. Minute völlig freistehend die erste hochkarätige Tormöglichkeit der Auricher im zweiten Durchgang. Diesen einen Fehler beging dann Borssums Torhüter.

Die Auricher tanzten nach dem Schlusspfiff über den Rasen, die SpVg-Trainer Wilfrid Böhling und Frank Korte herzten die Spieler. Doch als Böhling seine Spieler im Kreis versammelt hatte, warnte er gleich vor zu viel Euphorie. „Wir sind noch lange nicht durch und müssen weiter konzentriert arbeiten“, so Böhling. Die nächste Chance auf Punkte hat Aurich am Sonnabend beim SV Großefehn.

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