Aurich
Sandhorster Krug: Personalmangel erschwert den Neustart
Personalmangel erschwert dem Gasthof „Sandhorster Krug“ den Neustart nach der Wiedereröffnung. Trotzdem gibt es für den Eigentümer Grund zum Optimismus – für die kommenden Monate ist einiges geplant.
Aurich - Von der Esenser Straße aus ist kein Unterschied zu früher zu erkennen. Doch im und um den Sandhorster Krug hat sich in den vergangenen zwei Jahren Einiges getan. „Das Herzstück ist natürlich der neue Wintergarten“, sagt Eigentümer Bernhard Böden im ON-Gespräch. Darin finden rund 100 Gäste Platz. Bis der gebürtige Auricher aus Achim den Gasthof 2018 übernahm, hatten die Eigentümer fünf Jahre lang versucht, einen Käufer zu finden. Denn die Sanierung war eine Herausforderung – das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Bis im März eröffnet werden konnte, dauerte es wesentlich länger als geplant. Und noch immer sind nicht alle Probleme gelöst.
„Der Personalmangel ist nach wie vor ein riesiges Problem in allen Bereichen“, sagt Bernhard Böden. Schon während der Bauphase sei das deutlich geworden – es fehlte an Handwerkern. Das führte zu Verzögerungen. Und nun, wo fast alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden vor allem Reinigungskräfte und Küchenpersonal gebraucht. Wenn man eine zweite Schicht hätte, könne man rund doppelt so viele Leute gleichzeitig bewirtschaften, sagt Bernhard Böden. Er hofft, dass Einige, die während der Pandemie in andere Branchen abgewandert sind, wieder in die Gastronomie zurückkehren. Im Moment wird die Gaststätte nur für größere Gesellschaften geöffnet. Die Kneipe bleibt noch geschlossen.
Große Pläne für den Sommer
Das soll sich schon bald ändern. Für die kommenden Monate hat der Eigentümer einiges geplant. Er will Kulturveranstaltungen mit Theaterstücken und Livemusik anbieten. Eine neue Bühne im Wintergarten wartet darauf, bespielt zu werden.
Und der erste Termin steht schon fest. Am 10. Juli finden zwei Konzerte des musikalischen Sommers in der Gaststätte statt. Außerdem sollen bis dahin der Biergarten eröffnet und die Terrasse fertiggestellt und mit rund 60 Sitzplätzen bestückt sein.
Moderne Technik erspart Küchenpersonal Stress
Eine abgeschlossene Kochausbildung brauche man nicht, um bei ihm in der Küche zu arbeiten, sagt Bernhard Böden. Es genüge die Freude am Kochen. Mit moderner Technik wird dem Küchenpersonal im Sandhorster Krug einiges an Stress erspart. Sogenannte Combi-Dämpfer kommen zum Einsatz. Dadurch können Gerichte schon Stunden im Voraus vorbereitet werden. Denn die Küchengeräte garen die Speisen bis zu einem gewissen Punkt. Dann werden sie schockgekühlt, bis sie serviert werden. Darauf kommen sie für einige Minuten erneut in den Combi-Dämpfer, bis sie vollständig gegart sind. Die Sorge, dass das Essen dadurch aufgewärmt schmecke, sei unberechtigt, sagt der Bernhard Böden.
Im Gegenteil: Die Methode bringe nur Vorteile mit sich. Man könne, vor allem bei großen Gesellschaften, wesentlich besser planen. „Ich werfe eigentlich nichts mehr weg“, sagt er. Ob Gemüse, Fisch oder Kuchen, mit der Technik kann nahezu alles vorbereitet werden. Theoretisch könne man darin sogar ein ganzes Spanferkel zubereiten, sagt Bernhard Böden.
Der alte Flair ist geblieben
Doch so modern wie in der Küche ist es nicht überall in dem Gasthof geworden. Genau wie den Denkmalschützern sei es auch ihm ein Anliegen gewesen, den alten Flair des Gasthofes beizubehalten, sagt der Eigentümer. Während die Scheune kernsaniert wurde, ist im vorderen Teil des Gasthofes nur renoviert worden. Das originale Parkett im kleinen Saal erinnert noch an die ursprüngliche Gastwirtschaft, die das Ehepaar Böckner seit 1973 führte. Selbst eine Bockwürstchenschale aus den 1950er Jahren steht noch auf dem Tresen der Kneipe.
Sowohl die Stammkunden als auch die ehemaligen Betreiber des Lokals sind von dem neuen Konzept begeistert. „Es macht mich stolz, dass die Resonanz durch die Bank weg positiv ist“, sagt Bernhard Böden. Trotz des Personalmangels ist er zufrieden. Denn bis Ende des Jahres sind die Wochenenden schon nahezu ausgebucht. Etliche runde Geburtstage werden nachgefeiert. „Der Veranstaltungsstau der vergangenen Jahre wird nun erst einmal gelöst“, sagt Bernhard Böden.