Moordorf
Sanierung Ritzweg: Der Plan steht
Für die Sanierung des Ritzwegs in Moordorf steht die Planung. Unter anderem soll die Entwässerung verbessert werden. Nur an einem Punkt kann die Sanierung der Verkehrsader noch scheitern.
Moordorf - Für die Sanierung des Ritzweges zwischen Bundesstraße und Kirchenweg in Moordorf steht die Planung. Das Ingenieurbüro für Straßen- und Tiefbau (IST) aus Schortens stellte sie am Donnerstag dem Südbrookmerlander Bauausschuss vor. Die Mitglieder stimmten mit einer Gegenstimme für den Plan. Nun geht es in die nächste Phase.
Zunächst sahen sich die Ausschussmitglieder den Ritzweg mit eigenen Augen an. Dabei wurde klar: Die Fahrbahn an sich ist in einem recht guten Zustand. Keine Schlaglöcher oder Unebenheiten. Bei der Bereisung zeigte sich für die Teilnehmer aber auch, warum der Ritzweg dringend überarbeitet werden muss. In nur wenigen Minuten fuhren zahlreiche Autos an den Fußgängern vorbei. Das Problem: Nicht der komplette Ritzweg hat einen von der Fahrbahn abgehobenen Fußweg. Nur vom Kreisel an der Ekelser Straße bis zur Kreuzung Kirchenweg müssen Fußgänger nicht auf der Straße laufen.
Zu hohe Gefahr für Radfahrer und Fußgänger
Der Ritzweg ist die zweitmeist befahrene Gemeindestraße in Südbrookmerland. Nur der Moorweg wird noch häufiger genutzt, 2563 Fahrzeuge sind dort pro Tag unterwegs. Beim Ritzweg sind es 2489.
Das Gefährdungspotenzial für Fußgänger und Radfahrer muss reduziert werden, so der Schluss von IST. Dazu müsse der kombinierte Fuß- und Radweg durch einen Bordstein von der Fahrbahn abgehoben werden. Der Fuß- und Radweg soll eine Breite von 2,50 Meter aufweisen. Die Fahrbahn soll insgesamt 5,50 Meter breit sein. Flächen werde die Gemeinde nicht hinzukaufen müssen, hieß es bei der Vorstellung des Plans.
Entwässerung soll verbessert werden
Nicht nur wegen fehlender Fuß- und Radwege soll die Straße saniert werden. Auch die Entwässerung soll verbessert werden. Dazu sollen laut IST-Plan Höhenunterschiede zwischen anliegenden Gräben und dem Kanal ausgeglichen werden. Damit könne man schon Rückstaus vermindern, hieß es. Außerdem soll der Durchmesser der Kanalrohre von 60 Zentimeter auf 80 Zentimeter erhöht werden.
Die Sanierung des Ritzweges ist der erste Schritt des Entwässerungsplanes der Gemeinde, sagte Bauamtsleiter Konke Wienekamp. Wie dringend der Plan ist, zeigte sich im vergangenen September. Damals stand der Bereich um den Ritzweg nach einem Starkregen unter Wasser. Laut Steffen Lüpkes, der die Facebookseite Ostfriesland Wetter betreibt, waren binnen einer knappen Stunde bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen – eine Menge, mit der die Abwassersysteme überhaupt nicht mehr klarkamen. Daraufhin wurden Vorwürfe gegenüber der Gemeinde laut: Auffangkörbe von Gullys seien voll gewesen, das Wasser habe nicht mehr ablaufen können.
Sanierung soll 2024 abgeschlossen sein
Konke Wienekamp räumt ein, dass die Überflutung nicht nur mit zu engen Kanalrohren zu tun hat. Auch verstopfte Gräben hätten zum Stau des Wassers beigetragen.
Ende Juni soll es eine öffentliche Informationsveranstaltung über die Ausbaumaßnahmen geben, zu der die Anwohner geladen werden. Die Sanierung soll nach IST-Plan im zweiten Quartal 2023 beginnen und 2024 abgeschlossen sein.
Bis zum 15. September sollen Fördergelder beantragt werden. Ohne sie kann sich die Gemeinde die Arbeiten nicht leisten, sagte Konke Wienekamp. Brutto liegen die Kosten bei knapp 1,8 Millionen Euro, heißt es im IST-Plan. Die Gemeinde müsste mit Mehrwertsteuer knapp eine Million selbst tragen. Ohne die Förderung werden die Südbrookmerlander auf die Sanierung noch warten müssen.