Bahnverkehr
Gründung der neuen Friesenbrücke so groß wie ein Schwimmbad
In Hilkenborg hatte die Deutsche Bahn zu einem Baustellengespräch zum Thema Friesenbrücke eingeladen. Viele Interessierte waren gekommen. Der nächste Termin für das DB-Infomobil steht direkt bevor.
Hilkenborg/Weener - Die Deutsche Bahn hatte Interessierte zu Baustellengesprächen für Dienstag direkt bei der alten Friesenbrücke bei Hilkenborg eingeladen. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit und informierten sich über den Stand des Abrisses der alten und den geplanten Neubau der Hub-Drehbrücke.
Die Projektleiter erzählten einige Details. An diesem Mittwoch steht das DB-Infomobil ab 16 Uhr in Weener bei der alten Eisenbahnbrücke.
Gründung erfolgt in 20 Metern Tiefe
So wird nach Auskunft von Projektleiter Alexander Heinemann und dem Teilprojektleiter Stefan Schwede die Gründung für den Pfeiler deutlich tiefer sein als die der alten Pfeiler. Die lagen bislang in einer Tiefe von 14 Metern, die neue Gründungstiefe wird bei 20 Metern liegen. Die Flachgründung für den einen Drehpfeiler, auf dem das 145 Meter lange, bewegliche Brückenteil liegen wird, wird so groß wie ein Schwimmbad sein, erläuterte Schwede die Dimension des Betonsockels. Der wird etwa 30 Meter lang, 20 Meter breit und und 3 Meter dick sein. Darauf werden extreme Kräfte wirken. Allein das Drehteil mit den Überbauten werde nach Auskunft der Experten rund 1800 Tonnen wiegen.
Der Drehpfeiler wird in der Ems im östlichen Teil des Flussbettes gebaut – also auf Westoverledinger Seite bei Hilkenborg. Diese Seite wurde laut Heinemann gewählt, weil der Pfeiler so deutlich außerhalb der Fahrrinne der Schiffe liege.
Arbeiten liegen laut Bahn im Zeitplan
Die Frage eines Interessierten, ob man mit den Arbeiten im Zeitplan liege, wurde mit einem „Ja“ beantwortet. „Wir gehen davon aus, dass wir im Mai die alte Eisenbahnbrücke weitestgehend zurückgebaut haben“, so Schwede. Die Vergabe für den Neubau soll im Sommer vergeben werden. Ob es nach den deutlichen Steigerungen der Gesamtkosten in der Vergangenheit zu einer weiteren Anpassung der Baukosten komme, dazu machten die Fachleute keine Angaben. „Wir sind mitten im Vergabeverfahren“, hieß es.
Der Neubau der Brücke soll nach Auskunft von Projektleiter Heinemann sowohl vom Wasser als auch vom Land aus erfolgen. Sowohl im Baustellenbereich bei Hilkenborg als auch Weener wird jeweils eine Fertigungshalle gebaut. „In den Hallen werden Brückenteile zusammengeschweißt.“
Es gibt auch zwei Vorlandbrücken
Die neue Brücke besteht aus einem 145 Meter langen, beweglichen Brückenteil, das auf einem Drehpfeiler ruht. Außerdem gibt es zwei sogenannte Vorlandbrücken – eine bei Weener mit einer Länge von 69 Metern und eine bei Hilkenborg mit einer Länge von 117 Metern. „Die Brücke erhält auch einen Geh- und Radweg. Und da hatte Teilprojektleiter Stefan Schwede für die Anwohner eine gute Nachricht. Die alte Eisenbahnbrücke konnte nur bis 23 Uhr überquert werden. Danach wurde die Klappe für den Schiffsverkehr geöffnet.
Die neue Brücke soll auch nachts geschlossen bleiben, so dass sie – wenn kein Schiff kommt – dann von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden kann.
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