Aurich

Entscheidungen zu vier Auricher Großprojekten

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 27.04.2022 13:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Gebäude auf dem alten Holert-Gelände werden schon bald Geschichte sein. Foto: Heino Hermanns
Die Gebäude auf dem alten Holert-Gelände werden schon bald Geschichte sein. Foto: Heino Hermanns
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Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat sich mit vier Auricher Großprojekten beschäftigt. Es soll überall vorangehen – und es könnte mehr Fördermittel geben.

Aurich - Auricher Großprojekte wurden im Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt in dieser Woche besprochen. Nach dem Rat ist der VA das zweitwichtigste Gremium der Stadtpolitik. Themen waren der Umzug von Kunstschule und Machmit-Museum, die ehemalige Blücherkaserne, das ehemalige Holert-Gelände an der Großen Mühlenwallstraße sowie die Sanierung der Auricher Fußgängerzone. Das teilt Stadtsprecher Johann Stromann auf ON-Anfrage mit.

Im Jahr 2014 hat sich die Bundeswehr offiziell aus der Blücherkaserne verabschiedet. Die letzten Soldaten verließen das Gelände, das danach an die Bundesanstalt für Immobilienfragen (Bima) übergeben wurde. Seitdem wird überlegt, wie aus dem knapp 40 Hektar großen Gelände ein neuer Auricher Stadtteil werden kann. Pläne wurden geschmiedet, Investoren gesucht. Im Jahr 2015 gab es wegen der Flüchtlingskrise eine Zwangspause. Nun aber steht laut Stromann die Unterzeichnung der nötigen Verträge kurz bevor. „Es ist die finale Abstimmung mit allen Beteiligten im Gange.“ Noch im Mai sollen die Papiere unterschrieben werden, so dass dann mit der Umsetzung der Pläne begonnen werden kann. Nicht betroffen sind die Gebäude, die der Landkreis Aurich eventuell für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen nutzen will.

Planung für die Kunstschule wird konkret

Erzwungen hat die Politik, dass der Umzug von Kunstschule und Machmit-Museum in die Osterstraße weiter verfolgt wird. Die Verwaltung um Bürgermeister Horst Feddermann wollte das Projekt wegen der steigenden Kosten und der knappen verbliebenen Zeit absagen. Dazu kam es nicht, daher wird es laut Stromann in der kommenden Woche ein Treffen mit dem Architekten Christian Oberteicher (Firma DBCO) geben. Dieser genießt zwar nicht mehr das Vertrauen des Auricher Bürgermeisters. Die Stadt ist aber an Oberteicher gebunden, da er die Ausschreibung für sich entschieden hatte. Nun soll er mit den nächsten Leistungsphasen beauftragt werden. Ist dies geschehen, kann es einen Abbruch des Projektes nur unter relativ hohen Kosten geben.

Um hohe Kosten geht es auch bei der Sanierung der Fußgängerzone. Wie kürzlich bekannt wurde, rechnet die Stadtverwaltung nach der Ausschreibung nun mit 4,4 Millionen statt 3,2 Millionen Euro. Aus diesem Grund werde die Stadt nun in Verhandlungen mit dem Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) und der N-Bank treten, gab Feddermann im VA bekannt. Es solle versucht werden, mehr Fördermittel für die Fußgängerzone zu bekommen. Ein Unterfangen, das durchaus Aussicht auf Erfolg hat, wie Kerstin van Dyk vom ARL auf ON-Anfrage sagt. Viele Kommunen hätten derzeit das Problem, dass die Baukosten extrem anstiegen. Deswegen könnten neue Baukostenübersichten eingereicht werden. Mit Zustimmung des zuständigen Umweltministeriums könnten dann die Fördermittel angehoben werden.

Die Neugestaltung der Fußgängerzone wird deutlich teurer als geplant. die Stadt versucht, mehr Fördermittel zu erhalten. Foto: Romuald Banik
Die Neugestaltung der Fußgängerzone wird deutlich teurer als geplant. die Stadt versucht, mehr Fördermittel zu erhalten. Foto: Romuald Banik

Weitergehen soll es nun auch an der Großen Mühlenwallstraße. Mit einer Eilentscheidung ist der Auftrag zum Abriss der alten Holert-Gebäude erteilt worden. Bis 2018 hatte die DRK-Kreisbereitschaft das Gelände noch genutzt. Seitdem wurde dort lediglich Baumaterial gelagert. Nun will die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) mit der Bebauung eines Teils des Geländes zwischen Großer Mühlenwallstraße und Wallstraße beginnen. Nach jüngsten Beschlüssen soll aber vorher die Stadt und nicht mehr die NLG für den Abriss der alten Häuser sorgen. Das wird nun wohl kurzfristig geschehen.

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